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Ein Buch für Biologie-Lehrer und interessierte Schüler
Dieses Buch erschien 1973 und wurde 1978 unverändert nachgedruckt. Es ist klein, handlich, reich bebildert, hat einen guten Index und ein völlig veraltetes Literaturverzeichnis. Die von den Autoren zitierte Literatur kann den aktuellen Stand der Erkenntnisse über Bakterien natürlich nicht annähernd erreichen, dementsprechend können die Autoren z.B. nur Vermutungen über die Zusammensetzung der Zellwände von Bakterien anstellen. Die Vorgänge um die DNA der Bakterien sind den Autoren völlig unbekannt.
Trotzdem gefällt mir das Buch. Während die Bakteriologie als Disziplin heute in der Mikrobiologie untergeht, wird sie hier noch als eigenständige und bodenständige Disziplin gesehen. Für viele Menschen ist die Bakteriologie heute nur noch im Umfeld von realitätsfernen Labors denkbar. Dieses Buch dagegen zeigt an alltäglichen Vorgängen makroskopisch (d.h. ohne Mikroskop) auf, wie nah uns die Bakterien im Alltag sind. Wenn Wein zu Essig oxidiert wird, wenn Milch sauer wird, wenn Butter ranzig wird oder wenn das Heu auf dem Bauernhof sich selbst entzündet, dann sind Bakterien am Werk. Die Stärke des Buchs ist es zu zeigen, wie man mit einfachsten Mitteln die Allgegenwart von Bakterien zeigt und die Vielfalt ihrer Stoffwechselprozesse erkennt und nutzt. Wussten Sie, dass es sinnvoll ist, Bettdecken und Kissen nicht nur zu lüften, sondern der Sonne auszusetzen ? Starke Sonnenstrahlung (vor allem UV-Licht) schädigt viele Bakterien bis zur Zerstörung.
Dieses Buch ist aber vor allem ein Buch von Lehrern für Lehrer. In den frühen 70er Jahren ging es wohl um eine Neugestaltung der Lehrpläne für das Fach Biologie. In dieser Diskussion sprachen sich die Autoren für einen zentralen Platz der Bakteriologie in der Schul-Biologie aus. Mit diesem Buch liefern sie den Biologie-Lehrern sehr detailliert ausgearbeitete Anleitungen für die Gestaltung des Unterrichts. Deshalb auch die Aufteilung des Buchs in Abschnitte: Arbeitstechniken, Unterrichtspraktischer Teil, Experimenteller Teil, Experimenteller Anhang. Vor allem der Anhang hat es in sich. Er listet auf heraustrennbaren Blättern 60 Experimente auf. Diese knappen und präzisen Anleitungen dürften auch heute noch grossen didaktischen Wert haben. Ein paar Beispiele:
1. Bau eines Brutschranks 4. Nachweis der Allgegenwart von Bakterien 8. Bakteriologische Luftanalyse 14. Keimübertragung durch Husten 20. Keimtötende Wirkung des Sonnenlichts 25. Herstellung von Dosenkonserven 30. Nachweis der Milchsäuregärung d. Methylenblau 45. Beispiel einer Bakterienkreuzung
In diesem Buch wird also nicht geschwätzt; die Autoren leiten ihre Kollegen engagiert und kenntnisreich an, naturwissenschaftliche Inhalte handgreiflich zu vermitteln.
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