Customer Review:
Interessanter Spaziergang von 1923 bis 1988
FJS - Gegner wie Befürworter hatten für ihn meist nur reines Weiß oder Schwarz in ihren Kolumnen.
Mit ihm, Herbert Wehner oder Willi Brand ist eine der letzten originellen Figuren gestorben, die die Nachkriegspolitik gebildet haben.
Man mag zu seinen oft kompromißlosen Anschauungen stehen wie man will, etwas Bewunderung hatten sogar seine "Feinde" wie Henry Nannen vom Stern für ihn.
Das Buch von ihm selbst hat doch mehr Graustufen als erwartet. Man merkt, daß er sich viele Gedanken (er hatte auch Philosophie studiert) um ein Europa zwischen Ost und West gemacht hat.
Typisch für Strauß ist auch ein gewisses Aufschneiderisches.
In dem Buch scheint man den Eindruck zu gewinnen, daß es kein politisch wichtiges Ereignis von 1950 bis 88 gab, wo Franz-Josef nicht persönlich zugange und anwesend gewesen wäre. Er soll sogar Gerüchte gestreut haben, daß er persönlich bei der berühmten Luftschacht-Rock-Hoch Szene für den Film mit Marlyn Monroe zufällig in New York vorbeischaute ...
Sein Verständnis für Formalitäten in der Demokratie: Während das Kabinett noch am Verhandeln über ein Ja oder Nein einer Auslandsreise (z.B. China) war, hatte der Reisende FJS schon längst seine Tickets gekauft und seine Koffer gepackt. Sollen die doch reden was sie wollen. Wurscht! Flog er sogar ein paar Jahre vor seinem Tod eigenhändig mit einer kleinen Maschine in die Sowjetunion! Etwas zum Erzählen, Ärgern, manchmal auch zum Lachen gab es häufig. Heute kann man wohl kaum noch sein kompromißloses Eintreten für den Kapitalismus nachvollziehen. Typisch auch, daß er das größte Begräbnis (nach Adenauer) in der Geschichte der BRD erhielt.
Nachkriegsgeschichte spannend, aus ganz persönlichem Blickwinkel und garantiert parteiisch.
Faszinierend klare Beschreibung deutscher Nachkriegspolitik
Auch über 11 Jahre nach dem Tod von Franz-Josef Strauß zieht mich sein einmaliges Charisma immer noch in den Bann.
Strauß beschreibt mit klaren Worten seinen persönlichen Werdegang innerhalb der Politik seit 1949. Es macht Spaß zu lesen, welchen Verlauf der Aufbau der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland genommen hat.
Das Buch gibt dem Leser das Gefühl, bei wichtigen politischen Entscheidungen direkt dabei zu sein.
Ein absolutes Muß für jeden politisch Interessierten!
Erinnerungen eines Vollblutpolitikers
Am 3.Oktober 1988 ist Franz Josef Strauß gestorben, seine Erinnerungen waren zu diesem Zeitpunkt fast fertig gestellt. Strauß, der in seiner langen politischen Karriere die Gemüter immer wieder erhitzt hat, beginnt seine Memoiren mit dem Hitler-Putsch 1923 und endet mit seinem Zusammentreffen mit Michail Gorbatschow im Dezember 1987. Dazwischen liegt eine Karriere zwischen Kunst und Kriminalität, zwischen klugem Machterhalt und Korruption. Franz Josef Strauß hat in zahlreichen Funktionen regiert, als Minister und als bayerischer Ministerpräsident und hat alle Affären überstanden. Das ist in Bayern nicht allzu schwer, dennoch wurde Strauß 1980 Kanzlerkandidat der Union - trotz der Spiegel-Affäre. Strauß wurde geliebt und gehaßt, verdammt und verehrt. Seine rhetorischen Fähigkeiten am Rednerpult, seine Duelle mit Herbert Wehner oder Willy Brandt sind unvergessen und tragen auch mit zum farbigen Bild des Franz Josef Strauß bei. Seine Erinnerungen sind zudem lebhaft geschrieben und geben einen Überblick über mehr als ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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