Customer Review:
Enttäuschend
Ich hatte Heidemarie Schwermer im Fernsehen gesehen und mir sofort das Buch bestellt, so begeistert war ich von ihr und ihrer Lebensweise. Das Buch hingegen empfand ich als Enttäuschung. Von den unkonventionellen Ideen und dem andersartigen, interessanten Leben abgesehen, wirkt der Bericht auf mich lieblos runtergeschrieben und wie eine Aneinanderreihung verschiedener Ereignisse. Mir fehlen oftmals detaillierte Beschreibungen der einzelnen Situationen und auch die "Tiefe". Würde ich nicht verschenken. Schade.
Wertvoll, wenn auch nicht konsequent
Eine neue Perspektive zum Thema Lebensunterhalt. Durch die autobiografische Erzählweise hat man als Leser einen direkten Einblick in die Gedanken und Nöte der Autorin - was das Buch zu einer wertvollen Inspirationsquelle macht. Einziges Minus: unlogische, teilweise inkonsequente Argumentation, vor allem am Schluss. Da wird euphorisch ein Leben ohne Geld bilanziert, gleichzeitig aber von der Lust am spontanen Käsekaufen berichtet. Dann schreibt die Autorin vom ziellosen Zug- und Busfahren zwecks Meditation, nur verschweigt sie, dass Schwarzfahren hierzulande 70,- Euro kostet. Auch das an sich geniale Housesitting-Modell als Alternative zum mietfreien Wohnen wird angerissen, aber nicht aufgelöst, so dass man sich fragt, ob das SO überhaupt stattgefunden hat. Und dass Ökoläden oder Supermärkte Ware vom Vortag verschenken, stimmt zwar, ist aber in den Großstädten idR. durch die Städtetafeln streng reglementiert und exklusiv. Als Privatmensch kommt man in diesen Genuss nicht. Insgesamt aufschlussreich, wenn auch nicht zur Nachahmung geeignet.
Zinslos glücklich.....
Auf den Gedanken, daß man sich nicht wirklich um seinen eigenen Unterhalt Sorgen machen muß, bin ich erstmals im Buch "Gott Ich Bin" von Peter O.Erbe gestoßen, in dem es heißt "Mein Sein ist mein Unterhalt". Dann fand ich in der "Blume des Lebens Band 2" von Drunvalo Melchizedek einen längeren Abschnitt über sein mehrjähriges Leben ohne Einkommen in Kanada und welche Finanz-"Wunder" sich da ereigneten (und das Geheimnis lautete:"Wenn Menschen für sich selbst sorgen, hilft ihnen Gott nicht. Wenn Menschen ihren Unterhalt Gott anvertrauen, dann sorgt er für ihren Unterhalt - auf seine Weise"). Ein Zeitungsartikel machte mich auf Frau Schwermer und ihr Buch aufmerksam. Es gibt auch einen TV-Beitrag, der ab und zu gesendet wird. In ihrem Buch kommt der Aspekt des Sich-Anvertrauens an das "Schicksal" nur ansatzweise heraus, doch ist sie offen und aufmerksam genug, um zu bemerken, daß ihr Leben jetzt auf kleinen Wundern beruht, auf einer Art intuitiver Kommunikation mit Gott und ihren Handlungen, wie ich sie zuletzt in "Kryons Erzählungen" in der Geschichte mit der fehlenden Brücke gelesen habe.
Wenn Frau Schwermer NICHT glücklich sein sollte mit ihrer Lebensweise, dann liegt es nicht an ihrer Lebensweise sondern an dem, wie wir mit ihrer Lebensweise umgehen. DAS macht unglücklich! Da die meisten Menschen mit Furcht, Panik, ja, einer Lebens-Urangst auf die Vorstellung reagieren nicht abgesichert zu sein, wird sie oft abgekanzelt. Sie führt im Grunde ein Opfer-Leben als Mahnmal für eine Nation, in der die Versicherungsquote so hoch ist wie in keinem anderen Land der Welt. Und das ist wohl auch die Lehre aus ihrem Buch: So sehr wie wir Deutschen uns mit allen möglichen Systemen absichern, muß man sich wirklich nicht absichern! Denn die Absicherungssysteme haben dazu geführt, daß sich immer weniger Menschen um ihren Nächsten persönlich kümmern - soll er sich doch ZUSTÄNDIGKEITSHALBER an seine Versicherung oder an das XYZ-Amt wenden! Ermutigt durch ihr Vorbild und das der anderen Quellen lebe ich selbst seit über einem Jahr in ähnlichen Verhältnissen, und man staune: Auch bei mir geht es ohne irgendeine Versicherung und ohne Einkommen - auch ohne Sozialhilfe, Arbeitslosengeld oder Almosen: Man kann es also nachmachen!
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