Customer Review:
Gegen das Vergessen
Für mich ist dieses Buch eines der besten und mutigsten Bücher über die DDR-Vergangenheit.
Anna Funder beschreibt in einer Einzigartigkeit von den perfiden Methoden des Überwachungsstaates. Die authentischen Beschreibungen, belegt durch persönliche Schicksale, Quellen und Zitate machen dieses Buch zu einem Bestseller, der über die übliche Schwarz-Weiss-Malerei hinaus geht.
Bezeichnend für mich bleibt die Tatsache, dass Anna Funder
jahrelang keinen Verleger in Deutschland fand und das Buch zuerst in Australien erschien und dort für Aufsehen sorgte.
Ein Meisterwerk, besonders empfehlenswert!
Kein Buch für Ostalgiker und kein Buch für Besser-Wessis
Dieses Buch hat mir meine Ex-Freundin (selbst aus Ostdeutschland und "Republik-Flüchtling") im englischen Original geschenkt. Aus ihren Worten entnehme ich, dass sie ihre eigene Geschichte an vielen Stellen wieder erlebt hat. Offensichtlich hatte die Arbeit der Stasi also System - ein System, das in diesem Buch sehr gut beschrieben ist.
Umgekehrt habe ich bei der Lektüre viele Zitate on Arbeitskollegen und Bekannten aus Neufünfland wieder entdeckt - von Menschen, die ihre eigene Arbeit als IM rechtfertigten, von Menschen, die den Stasi-Terror im Nachhinein relativierten und von Menschen, die heute, mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, ihre Würde verloren zu haben glauben.
Und ich komme zu der Einschätzung: Dieses Buch ist hilfreich für Menschen aus Ost und West und von sonstwoher, die das System der totalen Staatsüberwachung a la DDR nachvollziehen wollen. Für Menschen, die nur ihre Vorurteile bestätigt wissen wollen, ist es eher nicht.
Geschwätzig und wenig aufschlussreich
Die Australierin Anna Funder hat, mehrere Jahre nach der Wende, einige Zeit in Berlin verbracht und Menschen interviewt, die aktiv oder passiv mit der Stasi zu tun hatten. Herausgekommen ist dabei alles andere als eine objektive Beschreibung des DDR-Alltags.
Denn es ist nur allzu offensichtlich, worauf Funder hinauswill. Ihr Bestreben ist, die DDR als eine Mini-Version des dritten Reiches darzustellen. Die Autorin lässt sich in keiner Weise von der Tatsache beirren, dass ihre Gesprächspartner sehr häufig auf etwas völlig anderes hinauswollen und nicht selten Auffassungen vertreten, die Funders Agenda zuwider läuft. So bleibt selten eine Aussage unkommentiert, zu fast jeder Aussage gibt sie ihren Senf. Ihr Lieblingswerkzeug: geschwätziger Kitsch, der offenbar die verquallte Prosa bärtiger Wende-Autoren zu emulieren versucht.
Am deutlichsten wird Funder, als sie sich ein Interview mit Karl Eduard von Schnitzler ergattert. Denn es offenbaren sich während des ansonsten nicht sehr aufschlussreichen Gesprächs Eigenschaften, die die Autorin mit dem Moderator des "Schwarzen Kanals" in jeder Hinsicht teilt: dass er ein Fanatiker war. Ein Unsympath eben.
Books: