Customer Review:
Sehr empfehlenswert, ein "Augenöffner"
Okay, ich interessiere mich offensichtlich für die Tuareg. Trotzdem habe ich bisher kaum etwas gelesen, es gibt ja auch nicht sooo viel. Dieses Buch ist aber ein ganz guter Einstieg. Vor allem wird einem (wieder mal) eins klar: "Geschichte" (wie in Geschichtsbuch) gehört immer dem, der sie aufschreibt. Und in dieser Region Afrikas waren das bisher vornehmlich Franzosen - dieselben Leute, die von den Tuareg mehrfach vernichtend geschlagen wurden. Dies Buch ist dazu ein rares Gegengewicht, ein Blick von der "anderen Seite". Darüber hinaus: der Bericht nur über die Ereignisse in den letzten 10 Jahren macht einem (im 'sicheren' Europa) wieder einmal klar, wieviel Unrecht es immer noch in großen Teilen der Welt gibt. Das Buch besteht - etwa zur Hälfte - aus einem Text, den Michael Stührenberg nach Angaben von Mano Dayak geschrieben hat (siehe dazu auch Kommentare daselbst); dann schließen sich Einblicke von anderen Zeitgenossen zu diesem Thema an - verschieden Standpunkte, Hintergründe, aber alle sehr interessant. Und mir geht vor allem ein Zitat nicht aus dem Kopf, das des Fotografen Jean-Marc Durou (und ich bin seitdem sicher, daß ich Fotos von ihm von diesen verhüllten Nomaden gesehen habe): "Und in den Augen kann man die Frage lesen-ich jedenfalls lese sie darin-, die die Nomaden Saint-Exupery stellten, als sie erfuhren, daß sein Flugzeug in zwei Stunden einen Weg zurückgelegt hatte, für den ihre Karawane zwei Monate brauchte: 'Aber was machst du mit der übrigen Zeit?'"
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