Customer Review:
Billiger Geschichtsrevisionismus
Es ist erschreckend, wie schlecht dieses Buch recherchiert ist und wie plump hier die Verbrechen an der kosovarischen Zivilbevoelkerung relativiert werden. Von einer wissenschaftlichen Arbeit ist dieses Werk weit entfernt. Es gibt sicherlich viele Gruende, der NATO nicht ueber den Weg zu trauen. Es ist jedoch eine Tatsache, dass es im Kosovo Voelkermord, ethnische Saeuberungen und Massenvergewaltigungen gegeben hat. Diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu relativieren und sogar die Massengraeber in Frage zu stellen, ist menschenverachtende Geschichtsklitterung. Der Autor sollte lernen, wissenschftlich zu recherchieren und mit Opfern der serbischen Paramilitaers sprechen. Dieses Buch ist sicherlich nicht zu empfehlen.
Den Haag und das Aussterben der Angeklagten
Durch den plötzlichen Tod von Milosevic erhält das Buch ungeahnte Aktualität. Schon 2004 wies J. Elsässer in seinem genauso spannenden wie sorgfältig recherchierten Buch darauf hin, daß dem Hauptangeklagten des Den Haager Tribunals keine direkte Verflechtung in die ihm vorgeworfenen Kriegsverbrechen nachgewiesen werden konnte. Nun ist Milosevic tot und mit ihm auch der Prozess. Ist das wirklich die Niederlage, von der die Chefanklägerin, Del Ponte, im Zusammenhang mit dem frühen Tod von Milosevic spricht oder vielmehr ein geplantes Ende eines erfolglosen Prozesses mit aneinander gereihten Blamagen, wie sie der Autor beschreibt? Nun ist weder die Schuld, noch die Unschuld des Beklagten erwiesen. Seine aber seit Anbeginn des Prozesses geforderte Strafe, hat Milosevic offensichtlich auch ohne Urteil schon erhalten. Wie er zu Tode kam, wird, wenn überhaupt, später noch zu klären sein. Die Wahrheit darüber ist aber wahrscheinlich, ähnlich wie die Wahrheit über den Balkankrieg, vor dem Tod des ehemaligen serbischen Präsidenten gestorben. Elsässers lesenwertes Buch verlangt nun, nach vierjährigem ergebnislosem Prozess, erst recht eine Fortsetzung. Darin müssten die lächerliche Beweisführung ebenso, wie die Zustände im Gefängnis von Den Haag, dem die Gefangenen neuerdings reihenweise auszugehen scheinen, gründlich beleuchtet werden. Warum Milosevic sowohl jede körperliche Betätigung als auch eine medizinische Behandlung verweigert werden konnte, sind interessante Fragen in diesem Zusammenhang. Immerhin tritt hier das Den Haager Gericht als Anwalt der Weltgemeinschaft auf. Dies kann aber nicht auf Basis von Rache und Vorverurteilungsgelüsten einzelner handeln, auch und gerade, wenn diese Chefankläger im unantastbaren Diplomatenstatus sind.
Ein Lehrstück in Sachen Kriegspropaganda
Dieses gut recherchierte Buch zeigt auf, wie die Nato mittels Lügen und Übertreibungen in den Kosovo-Krieg zog. Vor allem in der Bundesrepublik konnte man beobachten, wie sich Pazifisten plötzlich in Krieger verwandelt haben. Die Rede war von Massakern, die niemals stattfanden oder unauffindbaren Konzentrationslagern. Wer also wissen möchte, wie einfach es ist, ein Land für einen Krieg zu überzeugen (auch in diesem, unseren Lande) der sollte sich dieses Werk ins Bücherregal stellen. Vor allem, da diese Art der Kriegspropaganda scheinbar bei jedem kriegerischen Konflikt der neueren Geschichte zum Einsatz zu kommen scheint. Sollte im Schulunterricht gelesen werden.
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