Customer Review:
Nicht empfehlenswert!
Schon der Umschlag dieses Werkes von Stefan BOLLINGER macht skeptisch. Komplett in rot gehalten und dazu mit sowjetisch anmutenden Sternen verziert, darüber hinaus der mit Hammer und Sichel versehene Zusatz „Edition linke Klassiker", insgesamt lässt dies nicht eben auf Neutralität schließen. So ist denn der Titel „Imperialismustheorien" wenn nicht irreführend, dann doch ungenau. Besser geeignet zur Charakterisierung des Inhaltes scheint da eher der Untertitel: „Historische Grundlagen für eine aktuelle Kritik".
Genau darum geht es dem Autor. Seine durchaus umfangreiche Einführung ist vor allem Kritik am modernen Imperialismus, besonders dem „Bush- oder USA-Imperialismus", sowie dem Kapitalismus. Zur Unterstützung dieser Kritik werden historisch Imperialismustheorien vorgestellt, die eindeutig dieselbe antikapitalistische Stoßrichtung haben. Verfasser dieser Theorien sind allesamt kommunistische oder sozialistische Theoretiker oder Ideologen, namentlich John A. Hobson, Rudolf Hilferding, Rosa Luxemburg, Karl Kautsky, Nikolai I. Bucharin, Wladimir I. Lenin. Andere Imperialismusdeutungen, deren Blickwinkel weniger antikapitalistisch sind, wie die von Hans-Ulrich Wehler, Max Weber oder Joseph Schumpeter fehlen.
Jedem, der sich ernsthaft mit verschiedenen Imperialismustheorien beschäftigen möchte, kann ich dieses Buch nicht empfehlen, da es mehr einseitige Kritik, als neutrale Vorstellung und Erörterung verschiedener Theorien ist.
Der Autor ist übrigens stellvertretender Vorsitzender des Berliner Partners der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Sprecher der Initiative Sozialwissenschaftler Ost.
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