Customer Review:
Witzig, aber viel zu dünn
Ich muss zugeben: Auf der Homepage, die mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat, fand ich die Verknüpfung von "Wer wird Millionär" mit linksrevolutionärem Wissen noch sehr amüsant. Dann, in Buchform vor mir liegend, entfliegt mir die anfängliche Begeisterung recht schnell.
Zunächst einmal ist es viel zu dünn. Dann fehlt dem Buch ein angemessener spielerischer Rahmen, in dem die Quizvorlage würdevoll kopiert werden kann. Und schließlich ist die optische Aufmachung im Innern der Lesefreude eher abträglich.
Nichtsdestotrotz bleibe es eine nahezu brillante Idee, dieses Linkspopulärwissen in Quizform unter die Leute zu bringen, und es macht Spaß, darin zu lesen und ein Spiel - allen WIdrigkeiten zum Trotz - zu organisieren. Für diese etwas seltsame Mischung aus Freude und Ärger bekommt "Wer wird Revolutionär?" 3 Sterne.
Revolutionäres Quiz mit leichten Fehlern
Seit weit über einem Jahr hängen Abend für Abend Millionen Zuschauer vor der Glotze und fiebern gemeinsam mit drittklassigen Möchtegern-Intellektuellen um die versprochene Million. Ein gewisser Günter Jauch wurde Medienstar - diverse Werbeagenturen stehen mittlerweile vor seiner Haustür Schlange. Die Zahl seiner minder erfolgreichen Epigonen lässt sich kaum noch überblicken. Und jetzt ist die Quiz-Welle auch in die linke Szene hineingeschwappt! In einem schmalen Bändchen werden 15 Spiele mit insgesamt 200 Fragen angeboten, mit denen künftige oder noch-Revolutionäre ihr Grundwissen testen können.
Das rote Büchlein ist hervorragend geeignet für Säuberungen in linken WG`s und Kneipenrunden. Es bedarf künftig keiner langwierigen ideologischen Diskussionen mehr - das Quiz-Buch bringt es sofort an den Tag: Wer Hippies für „Beetschwestern" oder „Sträucherkusinen" hält, den Satz SOLDATEN SIND MÖRDER „Heinz Rühmann" oder einem gewissen „Rudolf Scharping" zuschreibt oder gar meint, dass Marx dem Hegel mal „kräftig in den Hintern treten" wollte, der hat in revolutionären Kreisen nichts verloren.
Leider fehlte es den gestählten Klassenkämpfern an der Uni Köln selbst etwas an Kenntnissen, so dass ihnen bei der Erstellung des Quiz-Buches auch einige Fehler unterlaufen sind:
1) Im Verlaufe der Geschichte der Sowjetunion änderte sich die Anzahl der Teilrepubliken mehrmals. 15 Unionsrepubliken waren es nur zum Schluß;
2) Der Anführer der Likendeeler war nicht Klaus Störtebecker, auch wenn ihn die Legende dazu gemacht hat. In der Störtebecker-Sage wurden seine Mit-Piraten auch nicht freigelassen, sondern entgegen dem Versprechen der Hanseaten ebenfalls hingerichtet;
3) Tatanka-Yotanka war kein „Indianerhäuptling", sondern Medizinmann der Dakota.
Tut mir leid, aber den lieben Genossinnen und Genossen an der Uni Köln können die fünf Sternchen aus den genannten Gründen noch nicht zuerkannt werden. Vorerst gibts nur vier.
gb.
Vom Millionär zum Revolutionär
Ein wunderbarer Spaß mit lockerem Nachhilfeunterricht in jüngster Geschichte (im Preis inbegriffen) und das alles mit einem leisen Hauch von Jauch. Das Buch ist nicht nur ein Spiel mit dem berühmten Spiel um die Millionen (wobei es sich wie bei einem Staatsstreich frech das Muster von ‚Wer wird Millionär' angeeignet hat), es führt zugleich in die Hintergründe der Fragen ein und unterbreitet die kämpferische Tradition sowie all die modischen Erscheinungsformen der Linken mit viel human touch. Frage: Wie nannte man Mao noch? Die theoretische Stimme? Das fünfte Rad? Oder ... Nein, ich will nicht mehr von den Gags verraten. Nun kann schließlich jeder selbst zum Revolutionär werden. Hier gewinnt man auf jeden Fall.
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