Politikberatung in Deutschland. Praxis und Perspektiven

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Politikberatung in Deutschland. Praxis und Perspektiven


Authors: Steffen Dagger, Christoph Greiner, Kirsten Leinert
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: November 2004
Publisher: Vs Verlag
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Customer Review:
Mit Angela Merkel als Autorin- sehr gutes Ueberblickswerk.
Ein wirklich gelungenes Ueberblickswerk zum grossen Thema Politikberatung incl. Lobbying, PR, Wahlkampf Public Affairs. Durch die Vielzahl der Perspektiven erhaelt der Leser einen wirklich breiten Ueberblick ueber die Formen und Vielschichtigkeit der Beratung. Interessant: In diesem Buch geht es nicht nur um wissenschaftliche Politikberatung von Wissenschaftlern, sondern vor allem auch um Lobbyismus und PR, die ebenfalls als Politikberatung definiert werden. Das ist erfrischend, wo doch oftmals viele praxisferne Wissenschaftler nur die wissenschaftliche Politikberatung als "echte" Beratung sehen. Aus eigener Erfahrung weiss ich aber, dass Lobbying und PR einen anteilig deutlich groesseren Anteil an der Politikberatung als die wissenschaftliche Pb. haben. Grossen Wert legen die hochkaraetigen Autoren aus den verschiedensten Teilen der Praxis auf Praxisnaehe. Besonders toll ist: Es schreiben nicht nur Wissenschaftler und Berater, sondern auch aktive Politiker wie Angela Merkel. Durch die Perspektive der Spitzenpolitiker erfaehrt man erstmals auch, wie die Empfaenger von Politikberatung die Materie aufnehmen.
Beiträge mit unterschiedlicher Sichtweisen auf ein weites Feld
Seit 2002 erschienen nur wenige Bücher über das Feld der politische Beratung durch Wissenschaftler und andere externe Experten. Das wandelte sich in den letzten Monaten. Mittlerweile erschien ein halbes Dutzend bemerkenswerter Bücher: Eines wurde von fünf jungen Politik- und Kommunikationswissenschaftlern der Freien Universität Berlin veröffentlicht. In ihrer Neuerscheinung kommen hochrangige Vertreter aus PR, Politik und Wissenschaft zu Wort. Kontakte erhielten die Herausgeber durch ihre Tätigkeit im Bundestag, in Parteien und Stiftungen. Sie beweisen, dass es auch jungen Forschern möglich ist, mit interessanten Veröffentlichungen in der Wissenschaft, als auch in der politischen PR, Beachtung zu finden. Diese Aufmerksamkeit steht dem Buch sicherlich zu, da in ihm die Politikberatung aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet wird. Die drei wesentlichen Akteursgruppen der Politikberatung kommen in den 16 Aufsätzen als Autoren zu Wort: aktive Politiker, Kommunikationsstrategen und Forscher.

Übersicht der politischen Berater
Als Kenner der Kommunikationsbranche liefert Marco Althaus interessante Einblicke in das aus seiner Sicht weite Beraterfeld. Die zahlreichen Fragen, die er einleitend zu seinem Text aufwirft, bleiben jedoch unbeantwortet. Wobei seine Sicht der Dinge sicherlich interessant gewesen wäre. Die Frage ist, ob es dieser Ausführungen bedarf. Denn Althaus skizziert mit gewohnt lockerer Schreibe zahlreiche Berater aus dem politischen Markt. Dies macht er anschaulich. So stellt er eine ganze Reihe von Beratern vor, so zum Beispiel Juristen, die die Verfahren in politischen Prozessen Bewerten und Gestalten. Auch Berater der Wirtschaft finden Platz in seinem Text ebenso wie Think Tanks und Wissenschaftler. Der Artikel liefert einen guten Überblick und Einschätzungen über die Zukunft der politischen Beratung, wie nahezu alle Autoren rechnet auch Althaus mit einer Expansion des Branche. Er kritisiert Teile der wissenschaftlichen Forschung, die annehmen, dass die Weltgeschichte auf akademische Befunde warten würde, dies sei realitätsfern. Zudem beschreibt er eindrucksvoll die Rahmenbedingungen, in denen Berater und Beratene aufeinander treffen.

Entwicklung wissenschaftlicher Beratung
Wilfried Rudloff, von der Hochschule Speyer, gibt einen überblicksartigen Abriss der wissenschaftlichen Politikberatung nach '45 in Deutschland. Sein Text war längst überfällig. Die letzten Betrachtungen zu diesem Thema sind von 1970 (Friedrich, Hannes), alle späteren Texten bauen auf diesem auf (Krevert, Peter). Nun bewertet Rudloff mit interessanten Illustrationen die Bestrebungen der einzelnen Regierungen sich externer wissenschaftliche Beratung zu bedienen. Sowohl der bekannte Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage", als auch die ominösen Beraterzirkel der Bundeskanzler finden in seinem Aufsatz Beachtung. Darüber hinaus liefert er zahlreiche Beispiele für die Inanspruchnahme von Kommissionen, Beiräten und Instituten, wie sie - so aufbereitet - in Deutschland noch nicht veröffentlicht wurden. Natürlich können sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, vielmehr soll die generelle Entwicklung der wissenschaftlichen Beratung beschrieben werden, was zweifelsohne gelingt.

Funktionen der Beratung
Die von Rudloff nachgezeichneten Funktionen der wissenschaftlichen Beratung sind einleuchtend. Die Berater dienen als Frühwarnsystem, Vermittler und Schlichter sowie als Kontrolleur des politischen Wirkens und nicht zuletzt liefern sie die Legitimation für das staatliche Handeln auf den diversen Politikfeldern. Leider lässt er die PR-Agenturen und die damit verbundene Kommunikationsberatung vollkommen außer acht. Anderer Autoren fangen dies auf.

Aus Sicht der Politiker
Aus dem politisch Bereich ist der Aufsatz Ute Vogts hervorzuheben. Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin beschreibt, wie im Parlament mit externer Beratung umgegangen wird. Leider gibt sie nur kurze Einblicke in das Handeln der unterschiedlichen Akteure: sie nennt Beratende aus Ministerien, sowie Lobbyisten und wissenschaftliche Dienste. Ihr Resümee ist simpel Politikberater können beruhigt sein - sie werden benötigt. Politik ist darauf angewiesen, im medialen Zeitalter der Wissens- und Informationsgesellschaft auch professionelle Unterstützung zu erhalten." Und relativiert zugleich: Denn die wichtigste Art der (inhaltlichen) Beratung entstünde wohl im notwendigen Dialog zwischen den Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Dem ist als Ausblick nichts hinzuzufügen.

Das Buch liefert eine bemerkenswerte Einführung in die Thematik. Die Herausgeber haben es geschafft die Begriffe wissenschaftliche Politikberatung und PR-Berater in einem Buch zu vereinen, dies geschah in der Form in der deutschsprachigen Literatur bislang nicht. Auch die wenig beachtete Kommunikationsberatung durch PR-Agenturen findet in dem Buch Platz. Die Autoren (darunter u. a. Angela Merkel, Wigan Salazar, Wolf-Dieter Zumpfort) lassen ein buntes Mosaik unterschiedlicher Sichtweisen entstehen, die einen gelungen Überblick über Akteure, Beziehungen und Zukunft der politischen Beratung ergeben. (Rezension bei poli-c)
Gute Einführung durch Politiker, Praktiker und Experten
Seit 2002 erschienen nur wenige Bücher über das Feld der politische Beratung durch Wissenschaftler und andere externe Experten. Das wandelte sich in den letzten Monaten. Mittlerweile erschien ein halbes Dutzend bemerkenswerter Bücher: Eines wurde von fünf jungen Politik- und Kommunikationswissenschaftlern der Freien Universität Berlin veröffentlicht. In ihrer Neuerscheinung kommen hochrangige Vertreter aus PR, Politik und Wissenschaft zu Wort. Kontakte erhielten die Herausgeber durch ihre Tätigkeit im Bundestag, in Parteien und Stiftungen. Sie beweisen, dass es auch jungen Forschern möglich ist, mit interessanten Veröffentlichungen in der Wissenschaft, als auch in der politischen PR, Beachtung zu finden. Diese Aufmerksamkeit steht dem Buch sicherlich zu, da in ihm die Politikberatung aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet wird. Die drei wesentlichen Akteursgruppen der Politikberatung kommen in den 16 Aufsätzen als Autoren zu Wort: aktive Politiker, Kommunikationsstrategen und Forscher.

Übersicht der politischen Berater
Als Kenner der Kommunikationsbranche liefert Marco Althaus interessante Einblicke in das aus seiner Sicht weite Beraterfeld. Die zahlreichen Fragen, die er einleitend zu seinem Text aufwirft, bleiben jedoch unbeantwortet. Wobei seine Sicht der Dinge sicherlich interessant gewesen wäre. Die Frage ist, ob es dieser Ausführungen bedarf. Denn Althaus skizziert mit gewohnt lockerer Schreibe zahlreiche Berater aus dem politischen Markt. Dies macht er anschaulich. So stellt er eine ganze Reihe von Beratern vor, so zum Beispiel Juristen, die die Verfahren in politischen Prozessen Bewerten und Gestalten. Auch Berater der Wirtschaft finden Platz in seinem Text ebenso wie Think Tanks und Wissenschaftler. Der Artikel liefert einen guten Überblick und Einschätzungen über die Zukunft der politischen Beratung, wie nahezu alle Autoren rechnet auch Althaus mit einer Expansion des Branche. Er kritisiert Teile der wissenschaftlichen Forschung, die annehmen, dass die Weltgeschichte auf akademische Befunde warten würde, dies sei realitätsfern. Zudem beschreibt er eindrucksvoll die Rahmenbedingungen, in denen Berater und Beratene aufeinander treffen.

Entwicklung wissenschaftlicher Beratung
Wilfried Rudloff, von der Hochschule Speyer, gibt einen überblicksartigen Abriss der wissenschaftlichen Politikberatung nach '45 in Deutschland. Sein Text war längst überfällig. Die letzten Betrachtungen zu diesem Thema sind von 1970 (Friedrich, Hannes), alle späteren Texten bauen auf diesem auf (Krevert, Peter). Nun bewertet Rudloff mit interessanten Illustrationen die Bestrebungen der einzelnen Regierungen sich externer wissenschaftliche Beratung zu bedienen. Sowohl der bekannte „Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage", als auch die ominösen Beraterzirkel der Bundeskanzler finden in seinem Aufsatz Beachtung. Darüber hinaus liefert er zahlreiche Beispiele für die Inanspruchnahme von Kommissionen, Beiräten und Instituten, wie sie - so aufbereitet - in Deutschland noch nicht veröffentlicht wurden. Natürlich können sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, vielmehr soll die generelle Entwicklung der wissenschaftlichen Beratung beschrieben werden, was zweifelsohne gelingt.

Funktionen der Beratung
Die von Rudloff nachgezeichneten Funktionen der wissenschaftlichen Beratung sind einleuchtend. Die Berater dienen als Frühwarnsystem, Vermittler und Schlichter sowie als Kontrolleur des politischen Wirkens und nicht zuletzt liefern sie die Legitimation für das staatliche Handeln auf den diversen Politikfeldern. Leider lässt er die PR-Agenturen und die damit verbundene Kommunikationsberatung vollkommen außer acht. Anderer Autoren fangen dies auf.

Aus Sicht der Politiker
Aus dem politisch Bereich ist der Aufsatz Ute Vogts hervorzuheben. Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin beschreibt, wie im Parlament mit externer Beratung umgegangen wird. Leider gibt sie nur kurze Einblicke in das Handeln der unterschiedlichen Akteure: sie nennt Beratende aus Ministerien, sowie Lobbyisten und wissenschaftliche Dienste. Ihr Resümee ist simpel „Politikberater können beruhigt sein - sie werden benötigt. Politik ist darauf angewiesen, im medialen Zeitalter der Wissens- und Informationsgesellschaft auch professionelle Unterstützung zu erhalten." Und relativiert zugleich: Denn die wichtigste Art der (inhaltlichen) Beratung entstünde wohl im notwendigen Dialog zwischen den Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Dem ist als Ausblick nichts hinzuzufügen.

Das Buch liefert eine bemerkenswerte Einführung in die Thematik. Die Herausgeber haben es geschafft die Begriffe wissenschaftliche Politikberatung und PR-Berater in einem Buch zu vereinen, dies geschah in der Form in der deutschsprachigen Literatur bislang nicht. Auch die wenig beachtete Kommunikationsberatung durch PR-Agenturen findet in dem Buch Platz. Die Autoren (darunter u. a. Angela Merkel, Wigan Salazar, Wolf-Dieter Zumpfort) lassen ein buntes Mosaik unterschiedlicher Sichtweisen entstehen, die einen gelungen Überblick über Akteure, Beziehungen und Zukunft der politischen Beratung ergeben.

Books:

  1. Das Gesundheitsdilemma
  2. Hell's Angel. Mein Leben
  3. Widersprüche. Erinnerungen eines linken Konservativen
  4. Wer Sturm sät. Die Vertreibung der Deutschen
  5. Mut zum Aufbruch. 10 Jahre danach
  6. Charakter Fehler. Die Österreicher und ihre Politiker
  7. Deutsche Tabus
  8. INFO. Das Mittelalter.
  9. Eine andere Welt ist möglich. Alternativen zur Globalisierung
  10. Im Auge des Zyklons

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