Customer Review:
Erschienen im März 01, fundiert, anregend, immer noch hervorragend!
Es lohnt sich, auf Bücher zurückzusehen, die vor Jahren ein wichtiges gesellschaftliches Thema behandelten. Die Essays und Gedichte in diesem Band sind hervorragend und immer wieder lesenswert. Ich möchte daraus drei Beispiele herausgreifen:
1. Die Uhren des Iman (Reinhard Hesse)
Am Ende steht eine zentrale Einsicht zu historischen Fragen des Islam und dem Verhalten heute. Ein islamischer Besucher sagt zu einem Deutschen beim Besuch und der Bewunderung für das wieder aufgebaute, zerstörte Deutschland: Ihr habt gelernt zu verlieren wir nicht. Wer aber nicht verlieren kann, wird nie gewinnen. Eine fatale Zwickmühle des Islam, unbedingt nachlesenswert in ihrer historischen Herleitung.
2. Frühsommerabend am Hundekehlesee (Gedicht von Robert Gernhard)
O dass doch die Armen niemals erführen, wie gut es tut, etwas reich zu sein. Zumindest so reich, dass man sich die Armen so gut es geht vom Leib halten kann. (1. Strophe)
3. Wo sozial draufsteht, ist oft unsozial drin (Waler Wüllenweber)
Unbedingt lesenswert der Vergleich zwischen dem Softwarediensleister NIIT in Neu Dehli (der Armen kostenlosen Internetzugang spendierte) und dem Orden der Mutter Theresa (100 Millionen gehen jährlich an die Vatikanbank, verlieren ihre Spur dort) und der Quintessenz: je dicker irgendwo sozial draufsteht, umso weniger davon ist meistens drin.
Weitere Themen u.a.: Wissenssoziologie des teutonischen Neides, Kritik der Verteilungsgerechtigkeit, Bildung und andere Privilegien, Generation Neid, Geschlechterneid, Nachrichten aus Entenhausen....
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