Soldat im Golfkrieg. Vom Kämpfer zum Zweifler

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Authors: Steven E. Kuhn, Frank Nordhausen
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: März 2003
Publisher: Links
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Customer Review:
Vom Kämpfer zum Zweifler
KURZES FAZIT: Bericht von der Front: vom Drill, Einsatz vor Ort, der Zusammenbruch danach. Offen und gut geschrieben.

Kuhn, ein amerikanischer Panzerfahrer mit deutscher Abstammung, hat im Golfkrieg 1991 vor Basra gekämpft. In diesem kurzen Buch (144 Seiten) erzählt er seinen Lebensweg 1986-2003 angefangen bei seiner Herkunft aus ärmlichen Verhältnissen, seiner Ausbildung und Chancen bei der US-Armee, seinem Einsatz am Golf und schließlich seiner Wandlung zum Kriegs- (nicht Amerika-)Kritiker. Kuhn ist heute mit einer Muslimin verheiratet und lebt als Manager einer Fitnesskette in Deutschland. Bis heute leidet er unter dem Golfkriegs-Syndrom.

Das Buch bietet hervorragende Insider-Einblicke in den Alltag eines US-Soldaten. Nach dem Drill zum bedenkenlosen Gehorsam ist es erstaunlich, wie offen und selbstkritisch er heute über seine Gefühle schreiben kann. "Soldaten sollen nicht denken, sondern gehorchen. Nur leider denken sie dann doch." Es gab einige Schlüsselszenen, die zu seiner radikalen Entscheidung führten, u.a. ärgert er sich, auf die Propagandalügen der Politik hereingefallen und vom System ausgenutzt worden zu sein. "Es ist die Ignoranz vieler Soldaten, nur das zu glauben, was sie motiviert. Wer Zweifel zulässt, kann kein guter Soldat sein."

Sein Neuanfang in Deutschland war schwierig. Vieles hat er seiner Frau und Freunden zu verdanken, die ihn über Jahre hinweg regelrecht "deprogrammiert" haben: Kuhn musste mühsam lernen, Gefühle wieder zuzulassen, mit Aggressionen umzugehen und Toleranz zu üben. Ein kurzes, informatives und eindrucksvolles Buch.
Eindrucksvoll
In diesem recht dünnen Buch, geht der Autor sehr eindrucksvoll auf seiner Erfahrungen als Amerikaner in Deutschland ein, zeigt seine Gefühle, die er während der Vorbereitungen des Ersten Golfkrieges hatte, und auch während der kurzen Kampfhandlungen. Es ist kein Epos auf den Krieg, sondern zeigt, dass auch die Soldaten im Inneren Menschen sind und Gefühle wie z.B. Angst haben. Die Erlebnisse, die er nach dem Krieg gemacht hat, berühren den Leser. Es wird offen gezeigt, was die Soldaten zu erwarten haben, wenn die Schlacht beendet ist. Nach der Lektüre des Buches denkt man an die Soldaten, die seit 1 Jahr im Irak sind - und an das, was ihnen und den Mitmenschen bevorsteht......auf jeden Fall zu empfehlen
Beeindruckend und erschütternd...
Was Steven Kuhn hier schreibt ist nicht wie bei Anthony Swafford der mißlungene Versuch ein Stück Literatur zu produzieren. Es ist der nüchterne - mit Erinnerungsfotos gespickte - Erfahrungsbericht eines Soldaten, der nach eigenen Angaben in die einzig "richtige" Schlacht des ersten Golfkrieges zog: als Fahrer in einem ungepanzerten Jeep (!)... Anders als Swafford war er in massiven Kampfhandlungen verwickelt und hat auch mehr mitbekommen, wenngleich sich viele Erlebnisse ähneln.
Obwohl Kuhn sehr selbstkritisch reflektiert, ist er doch ganz und gar Amerikaner. Und das macht seinen Zwiespalt aus, den man als Leser gut nachvollziehen kann. Es wäre wünschenswert, daß das Buch in seiner Heimat zur Pflichtlektüre bei jenen Jugendlichen avancieren würde, die damit liebäugeln in die Army oder eine andere US-Militäreinheit zu gehen.

Books:

  1. Die Zukunft des Krieges
  2. Das Cagliostro-Lesebuch
  3. Die Türkei auf dem Weg nach Europa. Ein Land im Aufbruch
  4. Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Übungen im politischen Denken 1.
  5. Das Urteilen. Texte zu Kants politischer Philosophie.
  6. Sozialpolitisches Denken.
  7. Die Neidgesellschaft. Kursbuch, Heft 143
  8. Das Pentagate. Fragenkatalog zu einer Inszenierung
  9. Trend 2004. Arbeit - Freizeit - Eigenzeit. Denkanstösse für Wirtschaft, Medien und Gesellschaft.
  10. Wladimir Putin. Wohin steuert er Russland?

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