Der Selbstmord der amerikanischen Demokratie.

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Der Selbstmord der amerikanischen Demokratie.


Authors: Chalmers Johnson
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: Dezember 2004
Publisher: Goldmann
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Customer Review:
über den verlust moralischer standards ...
"am 27. januar 2003 ließ die US-regierung picassos gemälde GUERNICA in der eingangshalle jenes gebäudes, in dem der UNO-sicherheitsrat tagt, durch ein blaues tuch verhängen... die US-regierung hielt die darstellung dieses durch luftangriffe verursachten massensterbens wohl für einen unpassenden hintergrund für ihren außenminister ..." - chalmers johnson nimmt nicht nur den eskalierenden militarismus der USA ins visier, der das land in einen unaufhaltsamen finanziellen bankrott hineinlaviert, er zeichnet auch den schaden am demokratischen selbstverständnis der USA auf, den die gegenwärtige bush-administration zynisch betreibt, indem ihr die durchsetzung militärischer zielsetzungen wichtiger geworden ist als das festhalten an verfassungsmäßig einst festgelegten zivilisationsstandards. geheimdienstlich fabrizierte desorganisation, manipulation, einschüchterung von abgeordneten und richtern, wissenschaftlern und kritischen beamten ... chalmers johnson legt eine beängstigende liste von fakten vor, die in der tat als "selbstmord der amerikanischen demokratie" zusammengefasst werden könnten. komplizenhafte geheimdienste, ängstliche journalisten, eine ungebildete und gutgläubige öffentlichkeit, ein gespinst der vetternwirtschaft zwischen rüstungs-industrie und militär-beamten - all die vielen der europäischen presse bisher nicht bekannten details (FISA und FISC, OSI (office of strategic influence) und OGC (office for global communications) - sie machen das buch des seinen fachbereich wahrlich durchschauenden politikwissenschaftlers zu einer unersetzlichen informations-plattform - falls man sich nicht lieber im mauseloch verkriecht, seinen garten pflegt, den fernseher für immer ausgeschaltet lässt ...
Michael Moore zum Quadrat!
Und das meine ich nicht spöttend, sondern in vollster Ehrfurcht. Ich war sehr beunruhigt ob der Tendenzen in Amerika, als ich "Stupid White Men" gelesen habe.
Ich war erschüttert über seine Enthüllungen, als ich "Fahrenheit 9/11" gesehen habe. Aber Chalmers Johnsons Buch ist in der Tat niederschmetternd. Denn wo Moore, trotz brauchbarer Recherche und Fakten, doch sehr viel mit Polemik und Satiere arbeitet (und daher auch sehr breitenwirksam ist), spart sich Johnson solchen Firlefanz und bleibt bei den kalten, harten Fakten, massiv zusammengetragen, logisch strukturiert und dank Johnsons langjähriger, politischer Erfahrung auch einleuchtend analysiert.
Und die Quinzessenz des Buches kann vernichtender nicht sein. Wer meint, die Angst vor dem bösen Russen war berechtigt, der möge sich bitte im Keller verstecken und beten. Denn die Amis kommen, nein schlimmer, sind schon längst da und tun die gleichen, unwürdigen Dinge, die man in der westlichen Welt i.a. der Sowjetunion vorwirft. Darunter wären: Unliebsame Regierungen stürzen, Diktatoren einsetzen, Diktaturen wirtschaftlich und militärisch absichern, Massenmorde an Volksgruppen tolerieren oder aktiv unterstützen, Korruption und Mißwirtschaft fördern etc.
Und das alles am Rücken der amerikanischen Bevölkerung, die - meist ahnungslos und völlig manipuliert durch kontrollierte Medien - diesem Wahnsinn auch noch das Wort redet.
Johnsons Analyse spannt einen weiten Bogen, beginnend bei den ersten Ansätzen amerikanischen Imperialismuses Anfang des 20.Jahrhunderts, geht detailiert und schonungslos ein auf die militärischen, politischen und wirtschaftlichen Engagements in Ost- und Zentralasien, rechnet mit dem völlig aufgeblähten und völlig außer Kontrolle geratenen Militärapparat der USA ab, welcher dem amerikanischen Volk finanziell recht bald das Genick brechen wird, und räumt in einem Atemzug auch noch auf mit der Lüge der Globalisierung und dem Trugbild der amerikanischen Freiheit und Demokratie.
Am Ende des Buches wird man dann - ein etwas offener Geist vorausgesetzt - rekapitulieren, daß die USA anno 2005 sich von der zerfallenen Sowjetunion in nicht viel mehr unterscheiden als durch die Tatsache, daß es die USA noch gibt. Und man wird feststellen, daß die militaristisch-imperiale Fratze, mit der sich die USA zur Zeit der Welt präsentieren, nicht erst durch GWB und seinen Schergen entstanden ist, sondern jetzt lediglich ungeniert zur Schau gestellt wird.
Ich kann nur unbedingt empfehlen, dieses Buch zu lesen. Man wird die Welt danach mit etwas anderen Augen sehen.

Books:

  1. Ratgeber Stiften 1. Planen - Gründen - Recht und Steuern
  2. Operation 9/11. Angriff auf den Globus
  3. Korruption. Netzwerke in Politik, Ämtern und Wirtschaft.
  4. Ihr könnt uns einfach nicht verstehen. Warum Ost- und Westdeutsche aneinander vorbeireden.
  5. Knaurs Handbuch Europa
  6. Theorie des Partisanen. Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen.
  7. Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser
  8. Das Paradox der amerikanischen Macht. Warum die einzige Supermacht der Welt Verbündete braucht
  9. Der Terror der Ökonomie.
  10. Jagd unter Wasser. Die wahre Geschichte der U-Boot-Spionage.

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