Kein Krieg, nirgends: Die Deutschen und der Terror

Kein Krieg, nirgends: Die Deutschen und der Terror similar items

Kein Krieg, nirgends: Die Deutschen und der Terror


Authors: Henryk M. Broder, Reinhard Mohr
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: März 2002
Publisher: Berlin Verlag
Ähnliche Artikel finden:
Kategorien - Politik & Geschichte - Überblick
Kategorien - Politik & Geschichte - Kriege & Krisen - 11. September
Kategorien - Politik & Geschichte - Terrorismus & Extremismus - Terrorismus
Kategorien - Politik & Geschichte - Deutsche Politik - Überblick

Customer Review:
Zeitgeschichte!
„Kein Krieg, nirgends" ist offenbar ein Buch das sich der Autor von der Seele schreiben musste. In wohl keinem anderen Land der Welt wurde über den 11. September, die Intervention in Afghanistan und den sich zum Zeitpunkt der Drucklegung abzeichnenden Irak-Konflikt so viel blühender Unsinn geredet und geschrieben wie in Deutschland. Ein Großteil der deutschen Intellektuellen, Prominenten, Feuilletonisten und „seriösen" Berichterstatter beurteilte die weltpolitische Lage so, als ob es keinen 11. September gegeben hätte und die Bedrohung durch den internationalisierten Terrorismus nicht real sei. Deutsche Kulturschaffende debattierten über die von den „phallischen" Twin Towers ausgehende Provokation und darüber, ob Hochhäuser an sich moralisch verwerflich seien, während am „Ground Zero" in New York die Bergungsarbeiten liefen und die Suche nach den für die Anschläge Verantwortlichen begann. Es folgte alsbald die moralische Distanzierung von den Opfern und der Versuch, die Motive der Terroristen, die 3.000 Menschen in den Tod gerissen hatten, nach Sozialpädagogen-Manier zu rationalisieren. Nüchternen Menschen musste der Eindruck entstehen, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Deutschen komplett den Verstand verloren hatte. Henryk M. Broder ist einer der wenigen, welche die menschelnde Phrasendrescherei jener Tage nicht kommentarlos hinnehmen wollten. Das vorliegende Buch ist denn eine Auswahl aus dem „Pandämonium der unschuldigen Seelen" (Reinhard Mohr im Nachwort), die Broder mit spitzer Feder kommentiert und geraderückt. Herausgekommen ist ein Stück Zeitgeschichte, das gerade durch seine Opposition zum gesellschaftlichen Mainstream und erfrischende politische Unkorrektheit wie ein Befreiungsschlag gegen die allgegenwärtige Meinungsmache wirkt. „Kein Krieg, nirgends" ist eine glänzende Zusammenfassung der Symptome der gesamtdeutschen Massenpsyche, die sich in der Debatte nach dem 11. September in einer in der jüngeren Geschichte einmaligen Deutlichkeit zeigten.
Dabei setzt der Autor ein virtuelles Ich ein, auf das die Stilblüten der Drewermanns, Willemsens, Wickerts und Grass' im medialen Dauerfeuer nur so herunterregnen. Es gelingt diese „Kritik" als uralte antiamerikanische Ressentiments und typisch deutsche Urängste zu entlarven, bis der Autor im letzten Kapitel verstummt und die abstrusen Gedankengänge der geballten deutschen Intelligenz für sich allein stehen lässt.
Wer des ewigen antiamerikanischen Spins der deutschen Medien überdrüssig ist und fühlt, dass deren Berichterstattung weder sachlich ausgewogen noch objektiv, aber dafür unausweichlich ist, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Er wird ein wunderbar ironisches Werk vorfinden, das zum Lachen reizt - zu einem herzhaften, befreienden Lachen.
Nichts für Broderfans
Es ist viele Jahre her, da las ich "Der ewige Antisemit" von Broder und war sehr beeindruckt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch an den Dingen, die er in seinen Schriften beschreibt, anprangert oder beklagt hat sich leider seither nichts geändert. Weiter werden Opfer zu Tätern umarrangiert, Tatsachen geleugnet, die nicht ins ideologische Bild passen und verbale Amokläufe von "Humanisten" kreiert, die von sich selbst meinen Pazifismus und Weltgewissen zu verkörpern.
Man kann also zurecht sagen, dass dieses Buch richtig, wichtig, logisch und lesenswert ist. Wer einige von Broders Vorgängerwerken kennt und diese auch verstanden hat wird allerdings kaum wirklich Neues finden. Und wer seine sonstigen jornalistischen Veröffentlichungen regelmäßig verfolgt, wird sich vielleicht sogar ärgern, wenn mit dem Buch für bereits bekanntes noch einmal abkassiert wird.
Viel erlebt und nichts begriffen
Leider trifft dies nicht nur auf die politischen und kulturellen "Leitfiguren" dieses Landes zu, sondern auch für die schreibende Elite der Republik. Die Gleichschaltung, die dieses Land während des Irak-Krieges erfahren hat, ohne Not und ohne autoritären Druck, wird durch dieses Buch besonders transparent. Pflichtlektüre für den kritischen und denkenden Menschen.

Books:

  1. Der Selbstmord der amerikanischen Demokratie.
  2. Ratgeber Stiften 1. Planen - Gründen - Recht und Steuern
  3. Operation 9/11. Angriff auf den Globus
  4. Korruption. Netzwerke in Politik, Ämtern und Wirtschaft.
  5. Ihr könnt uns einfach nicht verstehen. Warum Ost- und Westdeutsche aneinander vorbeireden.
  6. Knaurs Handbuch Europa
  7. Theorie des Partisanen. Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen.
  8. Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser
  9. Das Paradox der amerikanischen Macht. Warum die einzige Supermacht der Welt Verbündete braucht
  10. Der Terror der Ökonomie.

Books

germanbooks88.com