Dead Men Working

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Authors: Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, Karl-Heinz Lewed, Maria Wölflingseder
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: 01. April 2005
Publisher: Unrast
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Customer Review:
Bewährtes spannend aufbereitet
Die Grundthese des Buches ist nicht neu: Arbeit als Tätigkeit zur Wertverwertung hat weder mit Naturnotwendigkeit noch mit Sinnhaftigkeit viel zu tun. Und die "Arbeitsgesellschaft" als organisierter Selbstzweck der Arbeit ist darüber hinaus auch noch in eine "fundamentale Krise" geschlittert.

In einem Mix aus Kommentaren zum Alltagsbewusstsein, analytischen Texten, Essays und Aktionsbeschreibungen führen die AutorInnen der Krisis-Gruppe diese These vor. Dabei kommt nicht viel neues zu Tage (weshalb es auch keine fünf Sterne gibt), aber trotzdem wird Altbekanntes verständlich dargeboten, ohne das dies der inhaltlichen Tiefe viel nehmen würde. Mehr davon!
Ein empfehlenswertes Buch
Dieses ist eine Aufsatzsammlung der (Rest-)Krisis Gruppe nach der Trennung von den Mitarbeitern um Robert Kurz. Die einzelnen Beiträge sind zumeist inhaltlich und qualitativ auf dem gewohnten Level. In dem Buch finden sich aktuelle Beiträge über die Auswirkungen der Verwertung des Werts resp. des aus Geld noch mehr Geld machen resp. der Verbetriebswirtschaftlichung der Welt auf die Politik, auf den Sozialstaat im allgemeinen und in Deutschland/Österreich im Besonderen, auf das Gesundheitssystem am Beispiel eines Krankenhauses, auf das Verhältnis zur Ökologie, auf die Arbeit im Allgemeinen und im Besonderen und anderes mehr. Ingesamt sind die Beiträge dieses Buches relativ gut verständlich (trotz komplexer Inhalte), vor allem dann, wenn man mit diesem Ansatz der Wertkritik bereits vertraut ist. Durch die gute Lesbarkeit könnte das Buch einen größeren Kreis von Lesern gewinnen, was ihm zu wünschen wäre. Denn diese wertkritischen Analysen und Betrachtungen von Wirtschaft und Gesellschaft im Spätkapitalismus sollten nicht nur einem bestimmten Kreis von Akademikern zugänglich sein, sondern möglichst weiten Kreisen der Bevölkerung. Über das Erfassen der lebensweltlichen Wirklichkeit mag sich dann auch ein breiterer Widerstand gegen die Zumutungen und die Barbarei des Systems entwickeln. Wie dieser Widerstand aussehen kann, darüber müßte ebenfalls noch ein Buch vorgelegt werden. Bislang muß sich jeder selbst etwas einfallen lassen. Übrigens als Einführung in das Thema möchte ich an dieser Stelle das Buch von Robert Kurz - "Schwarzbuch Kapitalismus" empfehlen, welches die Thematik in seiner (historischen) Entwicklung umfassend behandelt. Es stellt sozusagen das Grundlagenwerk dar.
ratschläge für arbeits-lämmer ...
15 verschiedene autoren beschäftigen sich aus unterschiedlichen perspektiven mit den gegenwärtig auch allmählich dem blindesten sichtbaren problematiken des sozialabbaus in unserer gesellschaft. herausgeber ernst lohoff (unter der überschrift DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER) durchleuchtet kritisch jene täglichen rechtfertigungen, die den gegenwärtigen sozialdarwinismus hoffähig machen. die "investoren-rehlein" dürften nicht abgeschreckt werden durch zu hohe personal-kosten, eine übertriebene "anspruchshaltung" der arbeiter nötige die firmeneigner zur verlagerung ins billigere ausland, die verlängerung der wochen- (und lebens-) arbeits-zeit hingegen schaffe neue arbeitsplätze - selbst da also, wo es rein rechnerisch schon unlogisch wird, schlucken arbeits-lämmer alles. sie haben sich einen kanzler gewählt, der behauptet, vehement gegen faule arbeitslose vorgehen zu müssen - der aber eine notwendige offenlegung von absurd hohen managergehältern oder mehrfach sich stapelnden abgeordneten-bezügen stets geflissentlich übersieht. auf "brutale weise" enthülle sich derzeit der "destruktive grundcharakter" unserer gesellschaft. "bedingungslosen kadavergehorsam" macht lohoff für eine fehlende gegenwehr verantwortlich, auch die gedankenpolizei des "positiven denkens", die als managementberatung in alle betriebe sickere, tue ihr ungutes. trend sei, "soziale sicherheit, gesundheit und bildung als gemeinkosten soweit wie irgend möglich" zu minimieren. lohoff hält es für schwierig, "in einer verrückten gesellschaft selber nicht völlig verrückt zu werden" - und sich aus dem "großen selbstverheizungsprojekt" herauszuhalten. so beginnt der sammelband. und 24 essays später, gegen ende des buches, liest man: "im vaterland der arbeit, in deutschland," ... musste es ja so kommen [und lohoff spielt auf AUSCHWITZ und die anderen konzentrationslager an], "dass menschen massenhaft gezwungen wurden, sich zu tode zu schuften." - es ist zu hoffen, dass der leser am ende dieser publikation noch irgendetwas sinnvolles in mancher arbeit zu entdecken vermag, dass er aber andererseits die mechanismen sinnlosen und höhnischen antreibens oder beschimpfens zu durchschauen gelernt hat - und vielleicht sogar lebenswerte seitenpfade neben dem haupttrampelpfad der schafherden für sich zu erschließen bereit und imstande ist ...

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