Customer Review:
Kontroverse Interviews mit beiden Seiten!
Auf der einen Seite, die Bahnangestellten und die White-collar Worker auf ihrem Weg zur Arbeit, die von dem Anschlag betroffen waren. Auf der anderen Seite die Sektenanhänger.
Man kann den Untertitel "eine Reise in die Psyche Japans" gar nicht groß genug schreiben.
Sicherlich strotzt der erste Teil von Sentimentalitäten und der AUM-Teil von Dummheit, sowohl seitens der Anhänger, als auch von einer großen Unaufgeklärtheit auf Murakami's Seite.
Aber diesem Buch geht es nicht um Wahrheit oder DIE Wahrheit, sondern darum etwas zu zeigen.
Leuten eine Stimme zu geben, die sonst keine haben.
Was hier zwischen den Zeilen steht, ist so bitterböse ...
die Stadt Tokio, wird gezeichnet, wie eine Stadt aus der Zukunft.
Der Menschen Zerbrechlichkeit/Verwundbarkeit. Eine Warnung vor den Religionen! (Einer westlichen Modeverherrlichung östlicher Religionen.)
Ein Plädoyer für den Skeptizismus/Konstruktivismus!
Eine nervige Anhäufung sinnloser Banalitäten
Das gesamte Buch besteht aus einer Aneinanderreihung von Interviews mit Betroffenen.
Die erwähnten einfühlsamen Interviews bestehen meist aus 50% zweckfreien Rahmeninformationen über die Interviewpartner in der Art von:
>>Wenn ich um halb sechs aufstehe gieße ich als erstes meine Bonsai. Noch bevor ich sie selbst etwas trinke, bekommen sie ihr Wasser. Im Winter reicht es, sie einmal alle drei Tage zu gießen, Im Sommer muss es jeden Tag sein.<<
Diese Art Berichterstattung ist meiner Ansicht nach nicht dazu angetan, analysierbare Informationen über die Anschläge zu liefern. Die dafür notwendigen Informationen fehlen fast völlig, von einer U- Bahn Karte am Ende des Buches mal abgesehen.
Krankenhausstandorte, die Skizze einer U-Bahnstation, sinnvolle Interviewüberschriften im Inhaltsverzeichnis sind einfach nicht vorhanden.
Der Überblick den das Buch verschaffen will verliert sich in anstrengenden und zähflüssigen Nichtigkeiten.
Weniger Literatur als viel mehr eine schlechte Kreuzung aus James Joyce Ulysses Detailüberflutung und der "menschlichen Betroffenheitsabteilung" der Bildzeitung.
Die als japankundig beschriebene Übersetzerin machte sich offensichtlich noch nicht einmal die Mühe zu ergründen daß im deutschen Sprachgebrauch nur Tote auf einer Bahre transportiert werden.
Das Buch ist zu Informationszwecken äußerst wenig geignet. Falls der Leser jedoch wünscht, exzessiv in Betroffenheit zu schwelgen:
Nur zu und viel Vergnügen...
ein faszinierendes Buch über den Sarinanschlag in Tokyo
Dieses Buch gibt nicht nur ein hervoragenden Einblick in die Seelen der Täter, sondern vermittelt einem sehr stark die japanische Mentalität. Einige der Opfer, schwer getroffen von der Gasattacke, versuchen trotzdem noch rechtzeitig in die Arbeit zu kommen. Das Buch glänzt ausserdem durch seine Neutralität. Es ist nicht patriotisch verdorben, wie oft die Bücher der amerikanischen Zeitgeschichte. Sehr Empfehlenswert
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