Customer Review:
Es geht unter die Haut!
Der Autor ist ein weiser Mann, der es zustande bringt selbst die verhärtesten Fronten zu vereinen, die härtesten Herzen zu öffnen.
Er arbeitet für den Frieden und für die Völker.
Das Buch geht so unter die Haut, wie selten eines.
Es ist eine Mischung aus Biographie und machbarer Völkerverständigung, ohne Vorwürfe und was sonst noch oft hintendran hängt.
Gerade für uns junge Deutsche eine wichtige Lektüre, mit unglaublichen Tatsachen und Wahrem ohne Wertung.
LESEN, unbedingt LESEN!
So tief, dass es richtig weh tut...
Dan Bar-On entstammt einer Familie deutscher Juden, wurde 1938 in Haifa (Israel) geboren und nach langer Mitgliedschaft in einem Kibbuz Professor für Psychologie. Bekannt wurde er durch seine Arbeit mit Nachkommen jeweils von Schoah-Überlebenden und von NS-Tätern, die je unter Verdrängung und Schweigen in ihren Familien litten und (am Anfang gegen bittere Widerstände!) begannen, miteinander zu sprechen. Danach arbeitete und forschte er zum Dialog zwischen Israelis und palästinensischen Flüchtlingen und schließlich zum Dialog von jüdischen und arabischen Israelis, wobei letztere (Muslime & Christen) zu einer häufig vergessenen und diskriminierten Minderheit "zwischen den Fronten" gehören.
Der Autor entfaltet seine Arbeit auf drei Ebenen: 1. autobiografisch, indem er sein Leben, seine Erfahrungen und eigenen Empfindungen darlegt. 2. praktisch, indem er von seiner Arbeit (teilweise sprichwörtlich im Kugel- und Steinhagel...), von oft unglaublichen Interviews und Schwierigkeiten, dann aber auch wieder von bewegenden Erfolgen berichtet und 3. wissenschaftlich, indem er auch die gewonnenen Erkenntnisse darstellt.
Um es vorweg zu sagen: das Buch gehört zu den Tiefsten und Schmerzhaftesten, die ich je gelesen haben. Wir wissen ja "eigentlich" alle, dass jeder Mensch und jede Gruppe Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt. Was aber Bar-On macht: er bringt die Menschen dazu, sich auch die Sicht der anderen anzuhören - auch wenn es weh tut. Und es tut oft weh (auch ihm selbst, auch dem Leser). Dieses Buch schildert keine "Helden" unter Waffen und Hass - sondern solche, die bereit sind, einander zuzuhören und aufeinander zuzugehen (z.B. eine jüdisch-israelische und palästinensisch-muslimische Familie). Frieden erlebt man hier nicht als oberflächliches "Schwamm drüber!" - sondern als Heilungsprozess zwischen Menschen. Ich kenne wenige Bücher, die so tief gehen, einen so mitnehmen - und einem doch soviel Hoffnung und Mut geben. Ich empfehle es daher unbedingt - sage allerdings auch, dass es dem Leser einiges abverlangt...
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