Customer Review:
Ein großartiges Werk
Seit vielen Jahren habe ich kein anregenderes historisches Buch gelesen als dieses.
Schivelbusch leistet weit mehr als die übliche Ereignis- oder Strukturgeschichte (eingebettet in eine beliebige subjektive Interpretationsvorgaben): Er eröffnet dem Leser diverse, oft gänzlich neue Erkenntnishorizonte und gibt eigene Schlussfolgerungen dabei implizit immer zur Überprüfung frei - ohne je irgendwelche dogmatischen oder ideologisch fixierten Vorgaben zu bedienen. Eine solche Souveränität nicht nur in der Beherrschung des Stoffs, sondern vor allem in seiner Reflexion ist (leider) äußerst ungewöhnlich ... ich habe von der Lektüre in hohem Maße profitiert!
Misserfolge machen stark.
Spätestens nach der Radiosendung "diagonal" vom 16.09.2001 auf Österreich 1 ("Ö 1 gehört gehört"; 92,0 Mhz) steht der deutsche Schriftsteller oder besser "Privatgelehrte" im Rampenlicht der aktuellsten und tragischen Zeitgeschichte (den Terrorattacken vom 11. September 2001). Seit seinem Kultbuch "Die Geschichte der Eisenbahnreise" als Grundwerk der ursprünglich aus Frankreich kommenden "Geschichte der Mentalität" (in Gegensatz zur "Geschichte der Institutionen", vgl. dazu Bergier, Jean-Francois: Von der Zeitgeschichte überrascht" in NeueZürcherZ eitung vom 08.09.2001) zählt Schievelbusch für mich zum wichtigsten "Historiker der Wahrnehmungsgeschichte". Die Geschichte der Niederlage rollt Schievelbusch von Homers Troja bis zur Reichsautobahn Hitlers als "erfolgereiches Debakelmanagement" auf; "vae voctoribus" also als Umkehrung des "vae victibus". Der Autor schliesst sein Buch mit der Frage nach einem weitreichenden Zusammenhang zwischen Tanz- und Bewegungssucht (wie zum Beispiel im Berlin der 20er Jahre), von Turnen und (Lauf-)sport und der zentralen Sehnsucht , sogar Sucht nach Bewegung von "gestoppten Gesellschaften" (damals Nazi-Deutschland; oder vgl. Jogging, Walking, Backwards-Walking, etc. in der heutigen U.S.A.???).
"Der Verlierer weiss, wovon der Sieger noch nicht mal eine Ahnung hat."
Jürg Näf, dipl.Arch.ETH/SIA, Wien
Misserfolge machen stark.
Spätestens nach der Radiosendung "diagonal" vom 16.09.2001 auf Österreich 1 ("Ö 1 gehört gehört"; 92,0 Mhz) steht der deutsche Schriftsteller oder besser "Privatgelehrte" im Rampenlicht der aktuellsten und tragischen Zeitgeschichte. Seit seinem Kultbuch "Die Geschichte der Eisenbahnreise" als Grundwerk der ursprünglich aus Frankreich kommenden "Geschichte der Mentalität" (in Gegensatz zur "Geschichte der Institutionen", vgl. dazu Bergier, Jean-Francois: Von der Zeitgeschichte überrascht" in NeueZürcherZ eitung vom 08.09.2001) zählt Schievelbusch für mich zum wichtigsten "Historiker der Wahrnehmungsgeschichte". Die Geschichte der Niederlage rollt Schievelbusch von Homers Troja bis zur Reichsautobahn Hitlers als "erfolgereiches Debakelmanagement" auf; "vae voctoribus" also als Umkehrung des "vae victibus". Der Autor schliesst sein Buch mit der Frage nach einem weitreichenden Zusammenhang zwischen Tanz- und Bewegungssucht (wie zum Beispiel im Berlin der 20er Jahre), von Turnen und (Lauf-)sport und der zentralen Sehnsucht , sogar Sucht nach Bewegung von "gestoppten Gesellschaften" (damals Nazi-Deutschland; oder vgl. Jogging, Walking, Backwards-Walking, etc. in der heutigen U.S.A.???).
"Der Verlierer weiss, wovon der Sieger noch nicht mal eine Ahnung hat."
Jürg Näf, dipl.Arch.ETH/SIA, Wien
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