Customer Review:
Eine unglaubliche Geschichte!
Die Geschichte, die Marita Lorenz erzählt klingt stark nach einem Agentenroman der 60er Jahre und erscheint nahezu unglaublich: Zuerst war sie die Geliebte zweier der mächtigsten Diktatoren der Welt und hat dann ein abenteuerreiches Leben als Agentin des Geheimdienstes geführt, nebenbei noch zwei Kinder großgezogen und diverse Reisen rund um die Welt unternommen.
Der Roman wurde gründlich recherchiert und bietet einen sehr spannenden und individuellen Einblick in die Geschichte zu Zeiten des kalten Krieges.
Toll zu lesen, spannend bis zur letzten Seite, und auch der Bildteil der Ausgabe ist von toller Qualität. Eine wirklich schöne Ausgabe!
Keine romantisch-verklärte Liebesgeschichte,
sondern ein spannender und unfassbarer Einblick in eine umgetriebene Seele.
„Seit meiner Begegnung mit Fidel ist mein Leben wie auf einer rasanten Flugbahn verlaufen, die ich nicht mehr verlassen konnte, selbst wenn ich gewollt hätte. Ein Abenteuer führte zwangsläufig zum nächsten."
Marita Lorenz' Lebensgeschichte ist Stoff, wie es ein Drehbuch für einen Agentenfilm nicht besser bieten könnte. Doch die beschriebenen Vorgänge sind zu „90 Prozent" (wie es vielleicht ihr Sohn formulieren würde) traurige Realität. Der Leser wird eingesogen in ihre Subjektivität, er bekommt eine unmittelbare Einsicht der Erfahrung eines Menschen inmitten unmenschlicher Vorgänge.
Ein Leben zwischen den zweifelhaften Praktiken der CIA, dem Agentendasein als „das einzige, was sie gelernt hat", und immer wieder dem Versuch, mit diesem zu brechen, Flucht. Ein Herz, an der Seite vieler Männer, was jedoch nur für den ersten und einen schlägt, Fidel Castro. Angesteckt von Fidels Visionen für Kuba erlebt Marita Lorenz in Amerika doch immer wieder eine Realität, die die romantischen Ideen der Revolution blättern lässt. Aber auch in Amerika, dem politischen Gegner des kommunistischen Fidels, findet ihre Seele kein zu Hause.
Angereichert mit Interviews von Zeitzeugen und sorgfältigen Recherchen, durchgeführt und -im Gegensatz zum subjektiven Erzählstil Maritas- sachlich-kritisch präsentiert von Wilfried Huismann, vermittelt dieses Buch in außergewöhnlichen Perspektiven Einblick in ein unglaubliches, traurig-tragisches Leben.
Wie man durch ein hübsches Gesicht allerhand erleben könnte
Jahrzehnte nachdem Marita Lorenz 1959 eine Affäre mit Fidel Castro hatte, erzählt sie ihrem Biographen Wilfried Huismann davon und wickelt ihr bewegtes Leben auf, das sich zwischen Geheimdiensten, zwielichtigen Mänern, der Mafia und einem weiteren Diktator, Perez Jimenez, dem Vater ihrer Tochter, abspielt.
Ein einfach zu lesendes Buch, das durchaus spannend die Geschichte dieser ungewöhnlichen Frau wiedergibt, dennoch nicht wirklich befriedigt und überzeugt.
Zum einen ist es Huismanns Stil, die Art, wie er an seine Themengeberin herantritt- Ein wenig Tiefgang und kritisches Nachfragen vermisst man da schon, zwar schreibt er immer wieder seine Beobachtungen durchdacht auf, aber seine Interviewpartnerin Lorenz und deren Zauber hinterfragt er nicht wirklich, da beschreibt er lieber öfters, wie das Gesicht der hartgesottenen Geheimdienstjungs "weich wird" , wenn sie von der Lorenz hören.
Zum anderen ist es aber Marita Lorenz selbst, die einem während des Lesens nicht sympathischer wird. Sie kommt mir vor wie eine Frau, die eigentlich relativ naiv an die ganze Geschichte herangegangen ist, voller Eifer, selbst im Mittelpunkt zu stehen, voller Bestreben, durch das Zusammensein mit wichtigen Männern selbst wichtig zu sein.
Im ganzen Buch erfährt man nicht ein einziges Mal von einer gleichberechtigten Beziehung, die Marita Lorenz geführt hat, weder mit einem Mann noch als Freundin.
Ihr ganzes Leben wird von den Manipulationen anderer bestimmt, (und sie selbst manipuliert natürlich auch gern) ;auf welcher Seite sie eigentlich steht, wird mehr und mehr unklar.
Das ist für mich auch sehr erschreckend, dass sie selbst, als Opfer des Dritten Reichs (sie war im als Kind im KZ) dennoch immer wieder mit dem Faschismus liebäugelt.
Insgesamt beleuchtet das Buch einige Facetten des Nachkriegsamerika, dennoch bekommt man nicht das Gefühl, wirklich die Wahrheit zu kennen.
Fazit: ich würde das Buch durchaus weiterempfehlen, allerdings eher als interessantes Zeitdokument zur Abendlektüre.
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