Neue und alte Kriege. Organisierte Gewalt im Zeitalter der Globalisierung

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Authors: Mary Kaldor
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: November 2000
Publisher: Suhrkamp
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Kategorien - Politik & Geschichte - Politikwissenschaft - Politische Theorien - Globalisierung & Globalisierungskritik

Customer Review:
Kluge und provozierende Analyse
Die Autorin anlysiert auf Grund eigener Erfahrungen und eines profunden historischen Wissens die Entstehung und Ausbreitung von bewaffneten Konflikten der Moderne, sei es nun Terrorismus oder Krieg. Sie macht sehr klar, dass diese Unterscheidung (fast) obsolet ist und daher anderen Friedenstrategien an Stelle von Bomben gefunden werden müssen. Sie belässt es nicht bei Analysen und Anklagen sondern macht auch konkrete Vorschläge, wie künftige "Friedensmisssionen" auszusehen hätten.
Das widerum erfordert aber ein Umdenken der bisherigen militärischen Logik.
Das Buch ist vor dem Afghanistan-Konflikt geschrieben worden , aber gerade auf ihn als Ernstfall anwendbar.
Brillante Analyse der "neuen" Kriege
Die Sozialwissenschaftlerin Mary Kaldor widmet sich seit längerem der Erforschung des neuen Typs von kriegerischen Auseinandersetzungen, bei denen die Grenzen zwischen Krieg, organisiertem Verbrechen und massiven Menschenrechtsverletzungen verschwimmen. Die vorliegende Abhandlung basiert auf ihren unmittelbaren Erfahrungen mit der organisierten Gewalt auf dem Balkan und im Transkaukasus, wo sie als eine der Vorsitzenden der Helsinki Citizens' Assembly (HCA) für die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen (UNHCR) gearbeitet hat. Zuerst analysiert Kaldor die „alten" Kriege von der französischen Revolution bis zum totalen Krieg der Neuzeit. In einer brillant geschriebenen Fallstudie über den „neuen" Krieg in Bosnien-Herzegowina, dem „längsten und zerstörerischsten Krieg, den Europa seit 1945 erlebt hatte," werden dem Leser die Augen für die Muster von Gewalt, Genozid und „Elitozid" (Ausrottung der Eliten) und die den Krieg treibende mafiose „Raubtierökonomie" geöffnet. Nach dieser klarsichtigen und fundierten Analyse glaubt man der Autorin, daß das grundsätzliche Problem der an der Kriegseindämmung gescheiterten internationalen Gemeinschaft ein „konzeptuelles Problem war, nämlich die Unfähigkeit zu verstehen, warum und wie dieser Krieg ausgetragen wurde und welcher Art die neuen nationalistischen Formationen waren, die nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens hervortraten." In zwei weiteren Kapiteln werden die politischen Ziele und die globalisierte Kriegswirtschaft beschrieben, die diese Gewaltorgien auf dem Balkan, im Transkaukasus, in Afrika und Südasien möglich machten. Mary Kaldor ist eine scharf beobachtende Realistin. Ihre Darlegung der „kosmopolitischen Alternative" zur Bewältigung der Konflikte mag utopische Elemente enthalten. Die Utopie überzeugt, denn die Autorin arbeitet heraus, daß die erforderlichen humanitären Interventionen der Völkergemeinschaft die Kriege nicht in die Länge ziehen dürfen. Dies geschieht, wenn die Versorgung mit humanitären Hilfsgütern zu einer wichtigen Einnahmequelle der Kriegsparteien verkommt, wenn die Kriegsverbrecher durch Einladung an den Verhandlungstisch legitimiert werden und wenn eine Suche nach faulen Kompromissen betrieben wird, die sich die Grundannahmen der gegnerischen „Politik des Ausschlusses" zu eigen machen. Im abschließenden Kapitel stellt Kaldor die Konsequenzen für den komplexen Zusammenhang zwischen „Regierungsform (die das Zusammenleben der Menschen regelt), Legitimation (auf der die Macht der Regierung gründet) und Sicherheitsmodellen (wie die organisierte Gewalt kontrolliert wird)" heraus. Es sind keine einfachen Antworten auf die gestellten Fragen, wie „kosmopolitisches (humanes) Regieren mit den Paradigmen nationalstaatlich abgegrenzter politischer Gebilde bricht." Mary Kaldors Abhandlung über die „neuen" Kriege ist ein lesenswerter Diskussionsbeitrag, dem man eine zahlreiche und weitgespannte Leserschaft wünscht. Dank der präzisen Übersetzung in ein gutes, fehlerfreies Deutsch ist das Buch trotz seiner komplexen Materie gut lesbar. Der Edition „Zweite Moderne" des Suhrkamp-Verlags ist ein wichtiger Beitrag zur Strategiediskussion zu verdanken.

Books:

  1. Neoliberalismus: Theorie, Gegner, Praxis
  2. Herausforderung Terrorismus. Die Zukunft der Sicherheit
  3. Der Oligarch
  4. Sternstunde der Diplomatie. Die deutsche Einheit und das Ende der Spaltung Europas.
  5. Tote haben keine Lobby. Die Dunkelziffer der vertuschten Morde.
  6. Kosova. Rückkehr in ein verwüstetes Land
  7. Von Hunderln und Menschen
  8. Die glorreichen Drei
  9. Was denkt Allah über Europa? Gegen die islamistische Bedrohung
  10. Lieber Fidel. Mein Leben, meine Liebe, mein Verrat.

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