Die türkische Gefahr? Risiken und Chancen

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Die türkische Gefahr? Risiken und Chancen


Authors: Hans-Peter Raddatz
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: September 2004
Publisher: Herbig
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Customer Review:
Gebt uns unser Land zurück!
Türkei in der EU? Und dann ...?

Hier ein paar Fakten aus Deutschland:

Unsere Gesellschaft ist ethnisch, religiös und sprachlich vielfältiger als je zuvor", freute sich die ,,Migrationsbeauftragte" der Bundesregierung, die Grüne Marieluise Beck, bei der Präsentation des sechsten ,,Berichts zur Lage der Ausländer in Deutschland". Und das, obwohl Beck mit der erstaunlichen Mitteilung aufwarten kann, in Deutschland lebten ,,deutlich weniger Ausländer als bisher angenommen": Die Zahl sei seit 2003 um 600.000 auf 6,7 Millionen gesunken, der Anteil an der Gesamtbevölkerung liege demnach bei 8,0 und nicht bei 8,9 Prozent.
Ein Etikettenschwindel offensichtlich; denn zugleich ist schließlich die Zahl der ,,Migranten mit einem deutschen Pass" deutlich gestiegen. Seit Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts im Jahr 2000 haben mehr als eine Million Ausländer einen deutschen Pass erhalten, darunter 200.000 Kinder ausländischer Eltern, die aufgrund des Geburtsrechts die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben. Insgesamt liegt die Zahl der eingebürgerten Ausländer bei 1,8 Millionen. Die Tendenz ist verlangsamt, aber weiter steigend.
Alles in allem leben in Deutschland mehr als 14 Millionen Personen in Einwandererfamilien (im Beauftragten-Jargon: ,,Menschen mit Migrationshintergrund"). Dazu zählen laut Beck auch 4,5 Millionen Aussiedler und 1,5 Millionen Kinder mit einem ausländischen Elternteil.
Jedes vierte Neugeborene in Deutschland hat mindestens einen ausländischen Elternteil, jede fünfte Ehe ist binational. In einigen städtischen Ballungsgebieten stammen 40 Prozent der Jugendlichen aus Einwandererfamilien ¬ auch hier zeigt die Kurve nach oben. Zuwanderung findet längst in großem Umfang über den Kreißsaal statt, wie auch die Zahlen des Migrationsberichts belegen. Ein Siebtel der hier lebenden Afrikaner, ein Zehntel der Asiaten und mehr als ein Viertel der Europäer, die sich in Deutschland aufhalten ¬ gemeint sind jeweils die Anteile an den 2003 ,,offiziell" erfaßten 7,3 Millionen Ausländern ¬, sind bereits hier geboren. Zu den Europäern zählt die Statistik des Beck-Berichts im Übrigen auch die Türken. Bei dieser Einwanderergruppe lag der Anteil der hier Geborenen 2003 bei mehr als einem Drittel ¬ 650.000 von 1,88 Millionen.
Die Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei, habe sich ,,angesichts dieser Fakten erledigt", verkündet Beck offenkundig nicht ohne Genugtuung: ,,Multikulturalität ist schlicht die Tatsache." Sie selbst bevorzugt beim Blick auf diese Fakten die rosarote Brille. ,,Kulturelle und religiöse Vielfalt werden das Leben in unserer Gesellschaft von Generation und Generation stärker kennzeichnen", sagt die Migrationsbeauftragte. Das ist eine schöne Umschreibung dafür, dass in einigen städtischen Ballungsräumen der Einwandereranteil an den Jugendlichen bei bis zu 40 Prozent liegt. Beck sieht das freundlichfolkloristisch: ,,Unsere Kinder haben heute russische Großmütter, jugoslawische Onkel und türkische Tanten."
Nur am Rande streift der Bericht den sozialen Sprengstoff, der in einer Entwicklung steckt, die vielen Großstädten in wenigen Jahren und Jahrzehnten ausländische Bevölkerungsmehrheiten garantieren dürfte, wenn diese Jugendlichen Erwachsene sein und die Babyboomer-Generationen das Rentenalter erreichen und abtreten werden. Es gebe schon einige Wohnquartiere in den Städten, ,,die zu kippen drohen". Solche Viertel, in denen eben mehrere ,,Problemfaktoren" zusammenkämen, dürften nicht sich selbst überlassen bleiben.
Der Glaube an die Allmacht staatlicher Fürsorge und Wohlfahrtsbevormundung zieht sich wie gehabt durch den ganzen Bericht. Gleich, ob der Anteil der Ausländer an den ,,unteren sozialen Schichten" überdurchschnittlich ist, der Anteil der Jugendlichen ohne berufliche Qualifizierung mit über 40 Prozent alarmierend hoch, Gewalt gegen Frauen und in der Familie bei bestimmten Bevölkerungsgruppen an der Tagesordnung ist und die Kriminalitätsbelastung trotz aller Rechenkunststücke (Beck will sogar die von Illegalen begangenen Straftaten aus der Kriminalitätsstatistik herausrechnen, weil diese sich ja auf die registrierte Wohnbevölkerung beziehe) nach wie vor über dem Durchschnitt liegt ¬ der Weisheit letzter Schluss am Kapitelende lautet regelmäßig: Die ,,Hilfsangebote" müssten erhöht, verstärkt, intensiviert werden.
Der Rest ist Schönfärberei. Der verheerenden Sozialstruktur der Einwanderer wird entgegengehalten, ,,Migranten" fänden sich heute ,,auf jeder Stufe der sozialen Leiter" ¬ weiter oben halt nicht so viele. Der miserable Bildungsstand eines Großteils der Einwanderer wird mit der ,,Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft" und nicht mit der bewussten Integrationsverweigerung vor allem muslimischer Einwanderergruppen erklärt. Von den sozialen Verwerfungen, die aus dieser Gemengelage in Zeiten leerer Kassen und sinkender Sozialleistungen drohen, macht sich der Migrationsbericht kein realistisches Bild ¬ von Lösungsansätzen ganz zu schweigen.


Faktenreiches Buch
Hans-Peter Raddatz, ausgewiesener Orientalist, auch schon Referent an einer «Schweizerzeit»-Tagung, erliegt gewiss nie oberflächlichen Multikulti-Klischees. Er geht den
Dingen auf den Grund, enthüllt Fakten und äussert Meinungen, die nicht selten Anstoss erregen bei realitätsblinden Verfechtern von Mulitkulti-Eintopf.
Aber gerade das unbeugsame Bekenntnis zur eigenen, sorgfältig erarbeiteten Meinung ist es, welches die Bücher von Raddatz so wertvoll macht. Im Blick auf den bereits getroffenen Grundsatzentscheid, die Türkei zum Vollmitglied der Europäischen Union zu machen, befasst sich Raddatz in seinem neusten Buch mit den Risiken und Chancen solcher Integrationspolitik. Einmal mehr begnügt er sich nicht mit Allgemeinplätzen. Er stellt - und beantwortet - konkrete Fragen: Ist die Herrschaftsform der heutigen Türkei kompatibel mit der in Westeuropa entwickelten Demokratie? Droht aus der Türkei die Gefahr einer islamistischen Unterwanderung Europas? Geht von ethnischen Konflikten in der Türkei eine Gefahr für die Stabilität Europas aus? Welche Konsequenzen hat das anhaltende Bevölkerungswachstum in der Türkei auf die EU insgesamt? Wird die Aufnahme der Türkei in die EU die Arbeitslosigkeit in Mittel- und Westeuropa verstärken?
Der Pferdefuss der gegenwärtigen EU-Entwicklung wird bei der Beantwortung dieser Fragen mehr als nur deutlich: Die EU hat sich dem Prinzip «Harmonisierung», also der Gleichschaltung, dem Zentralismus, verschrieben. Die Möglichkeit, wirtschaftliche Beziehungen auszubauen, ohne politische
Vereinigung und Gleichschaltung in Kauf nehmen zu müssen, ist seit Maastricht in der EU verbaut. Diese Voraussetzung ist entscheidend, weil sie zur Integration in einem neuen, multikulturellen, staatsähnlichen Körper zwingt, das Nebeneinander unterschiedlicher politisch-kultureller Systeme
hingegen ausschliesst. Das Buch von Raddatz ist hochaktuell und brisant. Gleichsam eine Diagnose
zur Überlebensfähigkeit der Europäischen Union.
Heute hat die Türkei eine Inflationsrate von 32 % (was nützt da ein Wachstum von 8 %, einer Zahl, der ich ohnehin nicht traue). Auch das Durchschnittseinkommen sagt nichts, da die Armut in weiten Teile der hinteren Türkei, Anatolien (wo die Masse der Bevölkerung lebt, neben den Vorstadt-Ghettos) etc., nicht mit den Verhältnissen in den Ferienhochburgen vermischt werden können. Die Armen von dort werden kommen. Nach Schätzungen auch türkischer Soziologen bis zu 4 Millionen Zuwanderer nach Deutschland ab 2010. Zudem ist völlig unklar, wer die Beitrittskosten bezahlen soll, man spricht von ca. 28 Milliarden EURO. Bitte nicht schon wieder Deutschland.
Der Vergleich mit Bulgarien oder Rumänien lässt den Grössenunterschied ausser acht. Der Beitritt der Türkei hat die gleiche Bedeutung, gemessen an der Grössenordnung, wie die gesamte Osterweiterung, deren Integration erst am Anfang steht.
Wenn der Beitritt der Türkei misslingt, wird das das Ende der EU in ihrer bisherigen Form sein.
Ohnehin hat mich das Politmachogehabe des türkischen Ministerpräsidenten in Brüssel verschreckt, da war nichts europäisches daraus abzulesen, sondern nur, was es für sein Volk bringt.
Wenn solche Leute im Europaparlament mehr Stimmen haben werden als viele alteuropäische Länder zusammen (aufgrund des enormen Bevölkerunsgwachstums der Türkei), auch mehr als Deutschland, ist auf Grund des Einstimmigkeitsprinzips die EU endgültig handlungsunfähig. Schon heute knirscht es gewaltig.
Der Beitritt scheint mir eine Vollgasfahrt durch den politischen Nebel, ein Zeichen politischer Zockermentalität, ein Poker mit verdeckten Karten. Unsere Poltiker und die Wirtschaft sind nicht in der Lage, genau vorherzusagen, wie es in zehn Jahren in unserem eigenen Land aussehen wird. Selbst die Haushalte stimmen nicht mal in der Jahrevorkalkulation, aber man gibt vor, genau zu wissen, wie es in der Türkei in 20 Jahren aussieht, schlicht unglaubwürdig.
Das ganze kommt mir vor wie Klimauntergangspropheten, nicht in der Lage, das Wetter für eine Woche im voraus zu bestimmen, aber genau wissen, wie das Klima in 100 Jahren sein wird.
Man pokert nicht mit der Zukunft Europas, es muss auf harten Fakten gebaut sein, sonst wird es einstürzen.
Den friedlichen Islam und toleranten Islam hat es nie gegeben. Der Religionsgründer Mohammed selbst hat in seinem Leben 63 Feldzüge geplant, von denen er an 36 persönlich teilgenommen hat. Seine erste Tat, mit der er in die Weltgeschichte eintrat, war der Überfall auf eine Karawane, wobei alle Begleiter erschlagen wurden, auch von Moh. persönlich. Später hat er veiel Kritiker ermorden lassen. Da ist die Behauptung, Despotismus sei der Religion fremd, nicht nachvollziehbar. Ebenso ist die Behauptung, das Harem sei erst später eingeführt worden, falsch. Vor Moh. gab es eine Mehrehe in der Region nicht. Erst Moh. hat jedem Moslems vier Frauen erlaubt. Er selbst hatte 12 Frauen, die ihm nach Aussage des Koran von Gott ausnahmsweise persönlich zugestanden wurden. Erst der Islam hat die Frauen zum Lustobjekt und Arbeitstier herabgewürdigt. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Ferner zur Problematik Islam/Islamismus "Gabriels Einflüsterungen" von Jaya Gopal.
Ein Muß angesichts des zu befürchtenden EU-Beitritts
Das wichtigste zuerst: Das Buch ist ein Muß angesichts des zu befürchtenden EU-Beitritts der Türkei. Wer die Augen davor verschließt, dass es dort (und damit auch hier) ein Potenzial von 6-10 Prozent für den gewaltbereiten Heiligen Krieg gibt und Anachronismen wie Morde aus Gründen der "Ehre", Entrechtung der Frau, Unterdrückung der kurdischen Minderheit, aktiven Imperialismus wie gegen den Irak gerichtet und weitere Dinge, die nicht ins 21. Jahrhundert passen. Wem ist damit gedient und wem nützt es, diese Dinge nicht offen anzusprechen? Es nützt nicht der EU und nicht der Türkei, sondern den Verfechtern dieser undemokratischen unmodernen Grundsätze. Das Buch hat das große Verdienst hier eine klare Sprache zu sprechen und Fakten zu bringen, Fakten und nochmals Fakten. Damit läßt sich urteilen, nicht mit politisch korrekten Wunschträumen.

Books:

  1. Die Rückkehr der Geschichte
  2. Die Gotteskrieger und die falsche Toleranz.
  3. Der Nürnberger Prozeß.
  4. Demokratie. Der Gott, der keiner ist
  5. Selbstportrait
  6. In göttlicher Mission
  7. Wir waren so unheimlich konsequent. Ein Gespräch zur Geschichte der RAF mit Stefan Wisniewski
  8. Traumland Alptraum
  9. IRA. Langer Weg zum Frieden.
  10. Was ist Politik? Fragmente aus dem Nachlaß.

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