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Man lernt nie aus...
Das meiner Meinung Wichtigste vorweg: Der Titel und der Klappentext weckte bei mir die Erwartung, dass es wie bei vielen Büchern des selben Themengebietes hauptsächlich um das Ansehen des Westens in den Augen der islamischen Welt geht.
Darauf wird auch eingegangen, jedoch liegt der der Schwerpunkt des Buches eindeutig auf der Klärung der Herkunft und Entstehung des Okzidentalismus.
Dabei wird im Laufe des Buches herausgearbeitet, dass die Wurzeln desselben auch im nationalen Selbstverständnis und den sich daraus entwickelnden Ideologien der westlichen Länder selbst liegen und wie diese dann von "östlichen" Ländern adaptiert und ideologisch erweitert und angepasst wurden. So wird gezeigt, dass es diesen Okzidentalismus auch außerhalb der islamischen Welt bereits im Japan des zweiten Weltkrieges oder dem Russland des 19. Jahrhunderts gegeben hat.
Daran anknüpfend wird die Bedeutung der Religion im Okzidentalismus analysiert, wobei hier der Schwerpunkt auf dem Islam liegt. Es wird dargestellt, warum materieller Reichtum, der Rückzug des Religiösen in die Privatsphäre, die Stellung der Frau und die Sexualmoral des Westens diesen zum Sinnbild einer Ansammlung barbarischer und götzenanbetender Staaten macht.
Gleichzeitig wird auch das Spannungsverhältnis der islamischen Länder zwischeneinander beschrieben. Westlicher Materialismus und (erzwungene) Modernisierungsversuche und Religion prallen aufeinander. Das daraus entstehenden Gewaltpotential sowohl innerhalb der islamischen Welt als auch zwischen der islamischen und westlichen Welt wird ebenfalls thematisiert.
Insgesamt bemühen sich die Autoren einen ausgewogene Einblick in das Thema Okzidentalismus zu bieten und gleichzeitig dem Vorurteil zuvorzukommen, dass er eine Erfindung der islamischen Welt ist.
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