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Sozialismus als Lösung
Das der Titel nicht so ganz mit dem Inhalt des Buches übereinstimmt, hat sicherlich nur damit zu tun, dass er ein reißerisch klingender Titel sich besser vekauft. Denn das Buch stellt mit wirklich vielen Fakten klar, dass der Kapitalismus nicht im Koma ist, sondern die Gesellschaft in wie im Koma hinnimmt, ohne ihn zu hinterfragen oder zu beschränken.
Frau Wagenknecht hat einen ziemlich zynischen Schreibstil in diesem Buch an den Tag gelegt, der einem aber oft zum lachen anregt.
Was mir persönlich am besten gefallen hat, ist, dass sie die Mikroökonomische Theorie der Volkswirtschaftslehre immer wieder mit ins Spiel bringt und auf die Wiedersprüche, Realitätsfremde und auch menschenverachtende Grundeinstellung dieser Theorie hinweist.
Sie stellt sehr deutlich dar, wie soziale Kürzungen oder Umweltkatastrophen in wirtschaftlichen Kreisen gesehen werden, denn sie bezieht sich oft auf Berichte des Handelsblattes oder der Financial Times Deutschland.
Das Buch besteht aus 3 Teilen. Der größere Erste besteht aus vielen Kolumnen, die Frau Wagenknecht für die "Junge Welt" geschrieben hat. Diese Artikel sind chronologisch geordnet und man kann deutlich sehen, wie sich ihre Meinung veränderte.
Der 2. Teil ist ihre Kritik an der Arbeit der PDS in Berlin. Und der 3. Teil ist ihr Vorschlag einer Lösung aus der unsozialen Falle des Kapitalismus. Das sie eine sozialistische Lösung anbietet ist nun wirklich nicht verwunderlich. Teilweise sind die Ideen auch gar nicht schlecht, denn wenn der Staat mit Steuergeldern Firmen wie Holzmann vor der Pleite rettet, könnte er diese Firmen wirklich auch gleich verstaatöichen und dann wenigstens auch die möglichen Gewinne einstreichen.
Obwohl meine eigene Meinung zur Lösung des Problems Kapitalismus und Globalisierung anders aussieht, gebe ich trotzdem 5 Sterne, denn das Buch spricht mir vor allem im ersten Teil voll aus der Seele.
PDS im Koma?
Die Überschrift "Kapitalismus im Koma" beweist schon, dass der Zusatz "Eine sozialistische Diagnose" nicht stimmt. Wer den wissenschaftlichen Sozialismus von Marx ernst nimmt, der würde niemals behaupten, der Kapitalismus liege im Koma. Koma ist definiert als "tiefe Bewusstlosigkeit ohne Reaktion auf Weckreize" (Brockhaus). Wenn es so einfach wäre mit dem Kapitalismus, dann wäre er schon längst beseitigt. Was Not tut ist erstens eine exakte Analyse der Krisen des Kapitalismus und zweitens eine Antwort, was getan werden muss, um eine positive gesellschaftliche Alternative durchzusetzen. Zu beidem findet man in diesem Buch kaum etwas. So radikal der Buchtitel klingt, so platt reformistisch ist der Inhalt. Als Lösung aller Probleme wird die Verstaatlichung der Konzerne angepriesen. Da fragt man sich, ob Frau Wagenknecht noch nichts davon gehört hat, dass die Staaten nach der Pfeife der Konzerne tanzen und dass heute die Konzerne eben längst über Staatsgrenzen hinaus gewachsen sind, oft gar keinem einzelnen Staat mehr zuzuordnen sind. Jeder Euro ist zuviel für dieses Buch. Zwei Sterne gebe ich nur, weil immerhin einige Fakten und Polemiken enthalten sind, die man brauchen kann. Wer aber wirklich in die Zukunft denken will, der sollte lieber zu dem Buch von Stefan Engel greifen: Götterdämmerung üder der "neuen Weltordnung"
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