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Erschütterndes Ton-Dokument
Es besteht die Gefahr, dass dieses außergewöhnliche Feature in der zur Zeit überbordenen Aufklärungswelle des Dritten Reiches untergeht. Grund dafür könnte sein, dass es im Gegensatz zu vielen anderen so genannten Zeitzeugnissen völlig auf eine reißerische Aufmachung verzicht.
Das Feature behandelt den Prozess gegen Mitglieder der Wachmannschaften des KZ-Ausschwitz aus dem Jahre 1963. Es sind sowohl Zeugenaussagen von Ex-Insassen als auch Statements der Beschuldigten im Original-Ton enthalten. Sowohl die einen als auch die anderen Aussagen vermögen selbst, oder gerade erst, heute zu erschüttern. Wer den Holocaust allenfalls aus den klinisch sauberen und trotz Augenzeugenberichten sterilen Knopp'schen Dokumentationen kennt, bekommt hier einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt der Täter und die Hilflosigkeit der Opfer. Dies mag vielleicht daran liegen, dass bei Interviews vor der Kamera dem Interviewten doch ständig bewusst ist, dass seine Aussagen u. U. einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden und er trotz allem Vorsicht walten lässt bei allem, was er aussagt.
Vor Gericht, und evtl. unter Eid, wiegt eine Falschaussage oder das Weglassen von Details schwerer und ich bin der festen Überzeugung, dass ein Staatanwalt bei der Befragung hartnäckiger auf die vollständige Beantwortung von Fragen drängt als ein Dokumentarfilmer.
Fazit: Ein erschütterndes Ton-Dokument eines umstrittenen Prozesses
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