Bildung. Ein Essay

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Bildung. Ein Essay


Authors: Hartmut von Hentig
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: September 2004
Publisher: Beltz
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Subjects - Nonfiction - Education

Customer Review:
Jenseits dieser Welt
Hentigs Essay "Bildung" dreht sich um die fundamentale Frage, was Bildung sei. Sein Buch ist nicht zugleich als Lehrbuch wie etwa die "Bildung" von Schwanitz zu verstehen. Es sind übergeordnete, philosophisch-pädagogisch-moralische Reflexionen über den Bildungsbegriff. Dies ergibt den Vorteil, dass Hentigs Aussagen in der Hauptsache kaum Widersprüche auf sich ziehen können, alles erscheint wohlüberlegt und "weise". Dummerweise scheint Hentig aber auch über unserer unvollkommenen Realität zu schweben, sodass das Buch keinesfalls als Ratgeber für die Praxis geeignet ist.
Seine Hauptaussage lautet "Bildung ist sich bilden", womit bereits klar wird, dass es nur zum Teil um Schule und Schulbildung geht. Nicht die Schule ist es, um welche Hentigs Gedanken in diesem Essay kreisen, sondern der zu bildende Mensch.
Kritisch ist anzumerken, dass Hentig meiner Meinung nach sich in einigen Gedanken in einer völlig anderen Lebenswirklichkeit zu befinden scheint als heutige Jugendliche (was eingedenk seines hohen Alters - er geht auf die Ende 70 zu - nicht wundert). Als Beleg sei dafür seine Behauptung angeführt, dass das fünfte Bier doch wohl nichts gegen den fünften Gesang der Odyssee sei. Das mag bei ihm stimmen, aber selbst ich sehe das etwas anders, dabei zähle ich auch bereits 25 Jahre!
Zusammenfassung: ein etwas abgehobener Gedankengang rund um die Bildung; interessant, gibt jedoch für Praktiker kaum etwas her.
Bildung zwischen Gesellschaft und Schulalltag
Bildung ist zur Zeit wieder ein viel diskutierter Begriff. Von Hentig versucht diesen Tatbestand, den gesellschaftlichen bzw. politischen Einfluss, darzustellen. Für ihn spielen andere Wege zum unterrichtlichen Alltag eine große Rolle. Er zeigt jedoch auch neben seiner Kritik an der Bildungspolitik in Deutschland die Chancen der schulischen Bildung, d.i. die Fächerkombinationen und deren Curricula, auf. Er zeigt Diskrepanzen zwischen z.B. Qualifikation und Bildung auf. Bisweilen ist der Text schwierig zu verstehen. Ein guter Leitfaden sind die 14 Sätze, in die dasBuch eingeteilt ist.
Eine Bilanz, ein Paradigmen-Angebot und eine Anleitung,...
Herr Harmut von Hentig schrieb dieses Buch, weil für ihn Bildung nicht nur wichtiger als der „Jäger 90", die Schwebebahn und der Ausbau des Autobahnnetzes sei, sie ist auch wichtiger als die uns gewohnte Veranstaltung Schule. Seine Antwort auf die behauptete oder tatsächliche Orientierungslosigkeit heißt Bildung - nicht Wissenschaft, nicht Information, nicht die Kommunikationsgesellschaft, nicht moralische Aufrüstung, nicht Ordnungsstaat, nicht ein Mehr an Selbsterfahrungen und Gruppendynamik und nicht die angestrengte Suche nach Identität.

Von Hentigs Anliegen ist, dass sein Gegenstand „Bildung" mir zunächst nackt und bloß erscheint, unverhüllt „durch den Kult ihrer Priester und den Hohn ihrer Verächter, ein Findling, der Neugier und Nachdenklichkeit weckt, ein Begriff, den man erst bilden muss, nicht heraushauen aus dem Gestrüpp von Dogmatik und Polemik". Dem Autor gelingt es dann, dem Begriff „Bildung" Kleidung anzupassen, die schützt, zweckmäßíg und am Ende sogar schmückend genannt werden darf. Dieses Vorhaben vollzieht der Autor in 5 Abschnitten:

Zuerst stellt er sich die geläufigen Fragen nach den Bildungsgegenständen und -gütern, den Bildungsmustern und -verfahren, dem leitenden Menschenbild und dem Bildungsideal. Fragen, „die wir zu fragen" pflegen, im doppelten Sinne des Wortes.

Dann geht er auf notwendige Klärungen ein, ein Versuch, Bildung in einfache Elemente auseinanderzulegen.

Im dritten Abschnitt wagt er sich an mögliche Maßstäbe heran, an denen sich Bildung beweisen und bewähren muss.

Im Abschnitt 4 führt H. von Hentig eine Reihe von geeigneten Anlässen an, Quellen und Mittel einer Bildung, die den genannten Maßstäben genügen wird.

Der letzte Abschnitt befasst sich mit den wünschenswerten Folgerungen für die gegenwärtige Schulpraxis, vornehmlich die Unterrichtsfächer.

Sein Schlusswort ist sogleich ein Anfang.

Auf jeden Fall spricht Hartmut von Hentig dagegen, dass Schule in der Rolle einer Belehrungs-, Prüfungs- und Berechtigungsanstalt abgleitet und die von ihr zu erwartende zivilisierende Wirkung immer weniger erreicht. Er möchte allerdings auch keine Schule, die ausschließlich Sozialpädagogik vertritt und praktiziert. Denn aus beiden Schultypen werden keine Menschen hervorgehen, die sich zutrauen die Verhältnisse zu beurteilen und zu verändern. Ich bin davon überzeugt, dass mit Hilfe dieser Veröffentlichung Schule neu gedacht werden wird.

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis: - Geläufige Fragen - Notwendige Klärungen - Mögliche Maßstäbe - Wünschenswerte Folgen

Dr. Karl-J. Kluge

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  2. Einführungskurs Soziologie 2. Einführung in die Geschichte der Soziologie.
  3. Geschichte der amerikanischen Außenpolitik. Von 1917 bis zur Gegenwart.
  4. Das politische System der USA. Eine Einführung.
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