Ich bin doch kein Mörder. Gerichtsreportagen 1989 bis 2004

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Ich bin doch kein Mörder. Gerichtsreportagen 1989 bis 2004


Authors: Gisela Friedrichsen
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: September 2004
Publisher: Dva
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Customer Review:
Aufrüttelnd, bewegend - und zu kurz...
Mit "Ich bin doch kein Mörder" veröffentlicht Gisela Friedrichsen eine Auswahl ihrer bereits zwischen 1989 und 2004 im "Spiegel" veröffentlichten Gerichtsreportagen. Einziges Manko, um das vorwegzunehmen, bleibt, daß man nach 320 Seiten noch nicht genug hat und gerne weiterlesen möchte. - Die Sammlung ist thematisch gegliedert und bietet so einen Überblick über die spektakulärsten Strafprozesse der letzten Jahre, wie die Verfahren gegen Erich Honecker, den Sedlmayr-Prozess oder die Auseinandersetzung um die Schuld von Monika Weimar geb. Böttcher. Aber nicht allein die großen Prozesse finden hier Berücksichtigung, auch weniger aufsehenerregende Beispiele aus dem deutschen Gerichtsalltag haben hier Eingang - und manchmal möchte man wünschen, Gisela Friedrichsen hätte um die Seelenruhe des Lesers willen darauf verzichtet. Reportagen wie "Sag, dass du Jude bist" (über die brutale Ermordung eines 16jährigen durch Gleichaltrige) oder "Ich sehe ihn noch liegen" (über den vermeidbaren, aber ungesühnt gebliebenen Tod eines Häftlings) hinterlassen unausweichlich Spuren, weil man selten mit solcher Brutalität, Gleichgültigkeit und Blindheit konfrontiert wird. Gisela Friedrichsen scheut sich dabei nicht, eitle Richter - wie im Verfahren gegen Jörg Immendorff - oder auch die Ignoranz der Medien - wie im Verfahren gegen Monika Weimar - zu schelten. Vor allem aber nimmt sie in einer Zeit, in der selbst hochrangige Politiker in Stammtischparolen vom "Wegschließen" einstimmen, auch Partei für die Täter. Aber nicht als blinder "Gutmensch", sondern als Journalistin, die auch für die, die in den Augen der Öffentlichkeit jedes Recht auf Respekt verspielt haben, die Einhaltung des geschriebenen Rechts einfordert - ohne dabei ihre Taten zu relativieren. Ganz groß!
Absolut lesenswert
Gisela Friedrichsen schafft es, nicht nur die reinen Fakten eines Gerichtsverfahrens darzustellen, sondern darüber hinaus das eigentlich Wesentliche des einzelnen Falles zu treffen. Sehr gut recherchiert arbeitet Sie ihre Kritik heraus, die den Hintergrund vieler spektakulärer Verfahren in den letzten Jahren beleuchtet und manchen Einblick gibt, der bei der täglichen Berichterstattung des Falles in den Medien vollkommen unberücksichtigt geblieben ist. Deshalb ist das Buch nicht nur für Juristen, sondern für jeden absolut lesenswert.
Diese Gerichtsreportagen sind mehr...
als ein einfacher Bericht aus dem Gerichtssaal. Die Autorin schreibt auch immer ein Bild über unsere Gesellschaft. Die Reportagen, alle waren bereits in Ausgaben des Spiegels abgedruckt, sind untergliedert in einzelne Bereichte wie Politik, Sexualdelikte, Familiensachen etc. Manche Fälle haben auch Politik mitestimmt. Viele sind damals durch die Medien gegangen und deshalb ist es um so interessanter, hier eine andere Stimme und einen anderen Blickwinkel zu lesen. Den besonderen Reiz macht immer ihre subektive Sicht aus. Da wird nicht nur berichtet sondern hinterfragt - aber nie sensationsheischend. Bereichert wird manche Reportage durch Aktualisierung in Anmerkungen über den Fortlauf der Verhandlungen nach Abdruck im Spiegel. Sehr lesenswert.

Books:

  1. Anmerkungen zu Adenauer
  2. Die politischen Systeme Westeuropas. 3. Aufl.
  3. Die Folter. Eine Enzyklopädie des Grauens
  4. Bildung. Ein Essay
  5. Weinen Sie nicht, die gehen nur baden! CD . Zeugen des Auschwitz-Prozesses berichten
  6. Einführungskurs Soziologie 2. Einführung in die Geschichte der Soziologie.
  7. Geschichte der amerikanischen Außenpolitik. Von 1917 bis zur Gegenwart.
  8. Das politische System der USA. Eine Einführung.
  9. Rechtsextremismus in der Bundesrepublik.
  10. Was ist Antisemitismus?

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