Der Grosse Ausverkauf. Wie die Bush-Regierung Amerika ruiniert

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Authors: Paul R. Krugman
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: Februar 2004
Publisher: Campus Verlag
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Customer Review:
Eine Enttäuschung auf der ganzen Linie
Um es vorwegzunehmen: Ich bin ein großer Fan von Pauk Krugman und halte ihn für einen exzellenten Ökonomen, der zudem gut und kompakt schreiben kann. Doch von einem guten Ökonomen erwarte ich auch gescheite Argumente und keine billige Polemik: Ist das amerikanische Steuersystem ungerecht? Bevorteilt Bush die Reichen? Keine Ahnung, und von Krugman erfährt man dazu nicht viel, außer, daß er dieser Meinung ist. Das warum und wieso hat er auf dem Altar seiner politischen Ambitionen geopfert, denn die Intention seines Buches ist klar: Er wollte sich damit John Kerry als wirtschaftspolitischer Berater im Falle eines Wahlsieges verdingen. Dabei ging Krugman sogar so weit, daß er seine jahrelangen Überzeugungen zum Freihandel für den Protektionisten Kerry über Bord warf. Im ganzen Buch findet sich gerade einmal ein Absatz, in dem die Bush-Steuerreform etwas näher erläutert wird, ansonsten beschränkt sich Krugman darauf, gebetsmühlenartig zu wiederholen, daß sie eben ungerecht sei. Das mag ja so sein, doch der Leser wünscht sich dann doch Argumente statt Mantras. Wie gesagt, mir geht es nicht um die Überzeugungen Krugmans, da mag ja viel dran sein, aber ich will wissen, wie er seine Überzeugungen begründet - und genau das findet in diesem Buch nicht statt. Ich hatte mich wirklich auf das Buch gefreut und finde es enttäuschend und für einen Mann vom Format eines Paul Krugman armselig - er kann mehr, und das sollte er auch zeigen.
Der amerikanische Albtraum
Paul Krugman, einer der renommiertesten Wirtschaftswissenschaftler der Welt, lehrt an der Universität Princeton und war Berater von Expräsident Bill Clinton
Vom Millionär zum Milliardär: Befreit von allen Gleichheitsidealen, reiÃxen die Reichen in den USA immer mehr Wohlstand an sich. Die Mittelschicht löst sich auf.
Paul Krugman Zitate:
â¬~⬦ Nur wenigen Leuten ist bewusst, wie sehr sich in diesem Land die Kluft zwischen den sehr Reichen und dem Rest innerhalb relativ kurzer Zeit verbreitert hat. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, setzt sich unweigerlich dem Verdacht aus, "Klassenkampf" oder eine "Politik des Neides" zu betreiben. Und nur wenige Leute sind tatsächlich willens, über die weitgehenden Auswirkungen dieser sich immer weiter öffnenden Schere zu sprechen - ökonomische, soziale und politische Auswirkungen.
Doch was in den USA heute geschieht, kann nur verstehen, wer das AusmaÃx, die Ursachen und Konsequenzen der zunehmenden Ungleichheit in den letzten drei Jahrzehnten begreift. Wer begreifen will, wieso es in Amerika trotz allen ökonomischen Erfolgs mehr Armut gibt als in jeder anderen groÃxen Industrienation, der muss sich die Einkommenskonzentration an der Spitze ansehen. ⬦â¬S
â¬~⬦ Seit den siebziger Jahren klaffen die Einkommen allerdings zunehmend auseinander. Und die groÃxen Gewinner sind die Superreichen. Ein häufig gebrauchter Trick, um die wachsende Ungleichheit herunterzuspielen, ist der Rückgriff auf relativ grobe statistische Aufschlüsselungen. ⬦â¬S
â¬~⬦ Amerika hat zwar ein höheres Pro-Kopf-Einkommen als alle übrigen groÃxen Industrieländer, das aber vor allem weil die Reichen viel reicher sind als anderswo. Wir Amerikaner sind stolz auf unser rekordverdächtiges Wirtschaftswachstum. Nur: In den letzten Jahrzehnten kam nur wenig von diesem Wachstum bei normalen Familien an.
Darüber hinaus spiegeln die Einkommensstatistiken die zunehmenden Risiken der Arbeitswelt für normale Arbeiter kaum wider. Als der Autokonzern General Motors noch als Generous Motors bekannt war, konnten sich die meisten Mitarbeiter ihres Jobs ziemlich sicher sein. Sie wussten, die Firma würde sie nur im Extremfall feuern. Viele hatten Verträge, die ihnen eine Krankenversicherung garantierten, selbst bei einer Entlassung. Ihre Pensionen hingen nicht vom Aktienmarkt ab. Mittlerweile sind Massenentlassungen auch bei etablierten Unternehmen üblich. Und Millionen von Leuten mussten erleben, dass ein betrieblicher Pensionsplan keineswegs eine komfortable Rente garantiert. ⬦â¬S
â¬~⬦Aber auch ein breiteres Publikum wurde davon überzeugt, dass die Erbschaftsteuer eine schlechte Sache sei. Wer so denkt, ist meist überzeugt, dass kleine Unternehmen und Familien die Hauptlast der Steuer tragen - was schlicht nicht stimmt. Diese falschen Vorstellungen aber wurden gezielt gefördert - etwa durch die Heritage Foundation. Die wiederum wurde von reichen Familien gegründet.
Konservative Anschauungen, die gegen Steuern für Reiche kämpfen, sind nicht zufällig so verbreitet. Geld kann nicht nur direkten Einfluss kaufen, sondern man kann es auch verwenden, um die öffentliche Wahrnehmung zu verändern. Die liberale Gruppierung People for the American Way veröffentlichte einen Bericht mit dem Titel Eine Bewegung kaufen. Darin berichtet sie, wie konservative Stiftungen, Denkfabriken und Medien groÃxe Summen zur Verfügung stellen, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. ⬦â¬S

â¬~⬦ Die Einkommensunterschiede sind wieder so groÃx wie in den zwanziger Jahren. Ererbter Wohlstand spielt noch keine bedeutende Rolle, aber mit der Zeit - und der Aufhebung der Erbschaftsteuer - züchten wir uns eine Elite der Erben, die sich vom normalen Amerikaner so weit entfernt haben wird wie der alte Horace Havemeyer. Und die neue Elite wird - wie die alte - enorme politische Macht haben. ⬦â¬S
Paul Krugmanin "Die Zeit, Wirtschaft 46/2002" über die USA:

"Nur wenigen Leuten ist bewusst, wie sehr sich in diesem Land die Kluft zwischen den sehr Reichen und dem Rest innerhalb relativ kurzer Zeit verbreitert hat. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, setzt sich unweigerlich dem Verdacht aus, "Klassenkampf" oder eine "Politik des Neides" zu betreiben. Und nur wenige Leute sind tatsächlich willens, über die weitgehenden Auswirkungen dieser sich immer weiter öffnenden Schere zu sprechen - über die ökonomischen, sozialen und politischen Auswirkungen.
Doch was in den USA heute geschieht, kann nur verstehen, wer das AusmaÃx, die Ursachen und Konsequenzen der zunehmenden Ungleichheit in den letzten drei Jahrzehnten begreift. Wer begreifen will, wieso es in Amerika trotz allen ökonomischen Erfolgs mehr Armut gibt als in jeder anderen groÃxen Industrienation, der muss sich die Einkommenskonzentration an der Spitze ansehen."

Reinhard Mohn, früherer Chef des Bertelsmann-Konzerns, heute Vorsitzender des Präsidiums der Bertelsmann Stiftung und einer der reichsten Männer Deutschlands, in einem Interview des STERN (in: "Ein Segen, daÃx uns das Geld ausgeht", 1998, S. 16) auf die Frage Sie selbst haben die Sozialpflichtigkeit des Eigentums betont und schon sehr frühzeitig Ihre Mitarbeiter am Unternehmen und dessen Ertrag beteiligt. Wären wir heute weiter, wenn mehr Unternehmen das gemacht hätten? "Ich denke, volkswirtschaftlich gesehen wäre es sicher viel leichter, auch mal auf Lohnerhöhungen zu verzichten oder sie zu reduzieren, wenn die Mitarbeiter flächendeckend am Produktivkapital beteiligt wären. Dann hätten sie neben dem Lohn und später neben der Rente noch eine andere Einkommensquelle. Wir stünden bei den Arbeits- und Sozialkosten besser da und wären konkurrenzfähiger auf der Welt."
Das Buch von Krugman ist zwar öffentlichkeitswirksam leicht polemisch aber liefert wertvolle Fakten.
Ein Lesegenuss für Bush-Kritiker
Unmissverständlich und ohne Schnörkel kommt Paul Krugman auf den Punkt. In der Zusammenstellung seiner wichtigsten Kolumnen für die New York Times beweist der Professor der Princeton University, dass er zu Recht zu den renommiertesten amerikanischen Wirtschaftsexperten zählt. In klarer Sprache analysiert er die Misere der Bush-Regierung umfassend. Leicht nachvollziehbar beschreibt Krugman die Methoden, mit denen der amerikanische Präsident seine Macht festigen und den Boden für eine Revolution der radikalen Rechten bereiten will. Dabei argumentiert Krugman nie polemisch und stellt auch nicht einfach wilde Spekulationen in den Raum. Das Lügengebäude der Bush-Regierung präsentiert der Anwärter auf den Wirtschaftsnobelpreis anhand von Fakten seriös und kompetent. Die Zusammenhänge, die Krugman herstellt, machen das Buch gerade für europäische Leser besonders interessant: Denn viele der amerikanischen Probleme bestimmen auch die wirtschaftspolitische Diskussion hierzulande. Wir sind der Meinung: Ein Lesegenuss für alle Bush-Kritiker.

Books:

  1. Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts
  2. Ich bin doch kein Mörder. Gerichtsreportagen 1989 bis 2004
  3. Anmerkungen zu Adenauer
  4. Die politischen Systeme Westeuropas. 3. Aufl.
  5. Die Folter. Eine Enzyklopädie des Grauens
  6. Bildung. Ein Essay
  7. Weinen Sie nicht, die gehen nur baden! CD . Zeugen des Auschwitz-Prozesses berichten
  8. Einführungskurs Soziologie 2. Einführung in die Geschichte der Soziologie.
  9. Geschichte der amerikanischen Außenpolitik. Von 1917 bis zur Gegenwart.
  10. Das politische System der USA. Eine Einführung.

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