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Sozialismustheorie jenseits von Marx
Joseph Alois Schumpeter überraschte die Leser in seinem Spätwerk mit einer gewagten These. Der Ökonom, der in seinen früheren Arbeiten den Unternehmer und den Kapitalismus über alles gelobt hatte, kam plötzlich zu einem völlig entgegengesetzten Schluss: 80 Jahre nach Karl Marx stimmte er mit diesem darin überein, dass der Kapitalismus absterben und der Sozialismus aus ihm hervorgehen werde. Grund dafür sei aber keine sozialistische Revolution. In Schumpeters Theorie soll der Sozialismus sein Erstarken sozusagen einem "schlappen Kapitalismus" verdanken, der an seinen eigenen Leistungen zu Grunde gehen werde. Innovationen, die Wachstumsimpulse der Wirtschaft, würden im Kapitalismus immer weiter von der unternehmerischen Initiative weg verlagert. Der Kapitalismus würde zusehends in bürokratische Strukturen gedrängt, was ihn schließlich krepieren ließe. Vorsorglich diskreditiert Schumpeter auch noch die Demokratie als Veranstaltung des Wählerstimmenfangs zum Zweck des Machterhalts der Berufspolitiker. Auch wenn das Buch aus heutiger Sicht streckenweise veraltet erscheint, gehört es zu den bekanntesten Werken der Ökonomie, nicht zuletzt wegen der berühmten Formulierung der "schöpferischen Zerstörung", die heute jeder Wirtschaftsführer in den Mund nimmt, wenn es schmerzliche Anpassungsprozesse in der Wirtschaft zu legitimieren gilt.
Sozialismus und freies Unternehmertum: KEIN Widerspruch
Das Buch ist aktueller denn je. Es heisst, Schumpeter sei Sozialist. Aber als hätte er den Aufstieg des freien Unternehmertums im Cyberage vorausgesehen ... Er singt das Lied vom freien Unterhemer und seiner Bedeutung für wirtschaftliche Entwicklung und Vollbeschäftigung. Dabei ist das Buch schon 1942 unter dem Titel Capitalism, Socialism and Democracy erschienen.
Das Buch gehört HEUTE jedem Wirtschaftspolitiker und Gewerkschaftler unters Kopfkissen
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