Der Anarchismus. Ursprung, Ideal und Philosophie

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Der Anarchismus. Ursprung, Ideal und Philosophie


Authors: Peter A. Kropotkin
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: April 2006
Publisher: Trotzdem-Verlag
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Customer Review:
Anarchismus, aber keine Wissenschaft
Das Buch enthält im Kern Kropotkins Abhandlung "Moderne Wissenschaft und Anarchismus". Der Herausgeber Heinz Hug räumt dankenswerterweise ein, dass die Herstellung eines Zusammenhanges zwischen den zwei Schlüsselbegriffen nicht gelingt, ja sogar prinzipiell unmöglich ist. Vielmehr spiegelt Kropotkin die alte Gläubigkeit des späten 19. Jahrhunderts an Determinismus und Fortschritt wider, die zum Zeitpunkt der Ersterscheinung 1913 ihre Götzendämmerung teils bereits hinter sich hatten, teils in Kürze erfahren mussten.
Kropotkin sieht sich als Propagandist einer Spielart der sozialistischen Bewegungen der Industrialisierungszeit zu zweierlei Anstrengungen genötigt. Einerseits muss er sich von der Hauptströmung, dem letztlich staatssozialistisch orientierten Marxismus abgrenzen, andererseits darf er nicht auf dessen Hauptmerkmale verzichten, die ihm seine Attraktivität bei den Massen sichern. Diese Hauptmerkmale, die Kropotkin auch für den Anarchismus beansprucht, sind die vorgeblich wissenschafliche Grundlage sowie die optimistische Zwangsläufigkeit seiner neuen Gesellschaftsordnung.
Die Abgrenzung gelingt ihm, außer durch den radikalen Antietatismus, durch die Ablehnung der Hegelschen Dialektik als Methode, an deren Stelle er streng naturwissenschaftliches Vorgehen zu setzen versucht. Hinzu kommt seine grundsätzliche Ablehnung der Deutschen idealistischen Philosophie, wobei er auch Kant pauschal als "Metaphysiker" herabsetzt.
Letztlich scheitert Kropotkins Programm an seiner eigenen Geschichtlichkeit. Bereits vor dem ersten Weltkrieg wurde die gebildete Menschheit durch eine Revolution erschüttert, die kein gesellschaftlicher sondern ein geistiger Umsturz war. Mit dem Auftreten der Quantenmechanik war das naturwissenschaftliche Weltbild des Determinismus, wie es z. B. Laplace und andere strenge Materialisten begründet hatten, nicht mehr zu halten. Obwohl die Deutung der quantenmechanischen Theorien selbst heute noch nicht abgeschlossen ist, lässt sich klar sagen, dass der Idealismus Sieger geblieben ist. Die Kausalität besteht eben doch nicht in der äußeren Welt, sondern ist nur eine a-priorische Form der menschlichen Erkenntnis, so dass sich die Zufälligkeit atomarer Prozesse dem Verständnis entzieht. Selbst für den Bereich der Planetensysteme, eine Domäne der materialistischen Mechanik, konnte noch im 19. Jahrhundert gezeigt werden, dass die Newtonschen Gesetze sich unter Umständen der Berechenbarkeit entziehen. Auch und gerade um die naturwissenschaftliche Behandlung der Ökonomie steht es heutzutage sehr schlecht. Wir Heutigen müssen uns damit abfinden, dass sich Ethik, Moral und Ziele der Politik nicht aus der Naturwissenschaft ableiten lassen, mag deren Wissensschatz im Einzelnen auch weiterhin exponentiell anwachsen.
ein absolutes muss!
Fuer alle die an Anarchismus, an seine Enstehung, Werdegang und Zukunft interessiert sind ein absolutes Muss!
Dieses Buch bietet unheimlich viele Informationen, Beispiele und Gedanken, in schwerem deutsch geschrieben doch durchaus verstaendlich.
Eine empfehlung an Leute die das wahre Bild des Anarchismus erleben wollen.
Eine klare Antwort auf die Frage "Was ist Anarchismus?"
In "Der Anarchismus - Ursprung, Ideal und Philosophie" entfaltet Pjotr Alexejewitsch Kropotin (1842 - 1921) auf beeindruckende Weise einen einfach verständlichen Kosmos der anarchistischen Geschichte, beschreibt die grundlegenden Fehler nicht-anarchistischer Gesellschaftstheorien und führt so am Ende seiner Beweisführung als einzige Alternative den Anarchismus herbei. Dabei geht es ihm gerade darum,die Vielseitigkeit der geschichtlich unterschiedlichen Zweige und deren Vertreter aufzuzeigen und kritisch unter die Lupe zu nehmen. So widmet er Denkern wie Fourier, Saint-Simon oder Bakunin sogar eigene Kapitel. Gleichzeitig befasst er sich auch eingehend mit Themen wie dem Mutualismus, der Induktion und der Kritik an der Existenz von Gesetzen. Kropotkins Buch ließt sich ohne störend übertriebenen Fanatismus, und dennoch ist es unübersehbar, daß er als einer der wichtigsten Vertreter des Anarchismus gilt. Ein fundiertes Grundwissen über das breite Spektrum der politischen Theorie kann für die nötige Distanz und die Möglichkeit sorgen, ebenso, wie Kropotkin die Fehler des Liberalismus und des Sozialismus entblößt, auch die entscheidenden Mängel des Anarchismus zu entdecken. Kropotkin nämlich versteht es, die Sympathie des Lesers für den Anarchismus zu wecken. Wer mehr über Kropotkin, sein Werk und seine ganz eigene, föderalistisch beeinflusste Auslegung des Anarchismus wissen möchte, dem ist in jedem Fall Heinz Hugs "Kropotkin zur Einführung" zu empfehlen (Junius-Verlag).

Books:

  1. Was ist mit Kansas los? Wie die Konservativen das Herz von Amerika erobern
  2. Che. Die Biographie des Ernesto Guevara
  3. Mr. Riesa. In Deutschland gehtïs auch anders
  4. Der Begriff des Politischen. Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien
  5. Ausnahmezustand.
  6. Geheimakte Mossad
  7. Lügen im Heiligen Land. Machtproben zwischen Euphrat und Nil.
  8. Was ist was?, Bd. 82, Gladiatoren. Kämpfer der Arena
  9. Der starke Grund, zusammen zu sein. Erinnerungen an die Erfindung des Volkes.
  10. Die postnationale Konstellation. Politische Essays

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