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Verblüffend offen
Dem Autor ist es gelungen, ein Biographie mit hohem Unterhaltungswert zu schreiben. Mit einer verblüffenden Offenheit, die man von Roland Koch normalerweise nicht gewohnt ist, wird hier im Plauderton ein plastisches Bild des hessischen Ministerpräsidenten gezeichnet. Wer ihm in politischen Veranstaltungen schon begegnet ist und mit seinem Habitus vertraut ist, der erkennt ihn - oft auch zwischen den Zeilen - wieder. Man kann ihn förmlich reden hören. Leser, die sich in der hessischen CDU auskennen, treffen viele bekannte Gesichter und können sich das ein oder andere Schmunzeln nicht verkneifen; darin liegt der besondere Reiz des Buches für die Hessen.
Koch polarisiert, das hat der Autor ein für allemal klar gestellt. Koch will das so! Der Leser hat am Ende des Buches kapiert, warum das so ist.
Roland Koch - der kommende Kanzler?
Was macht einen erst 46 Jahre alten Politiker so interessant, dass ein Journalist die Arbeit auf sich nimmt, über diesen Mann eine Biografie zu schreiben - zumal über den bis dato vornehmlich Negatives bekannt war? Hajo Schumacher, Autor dieser Biografie des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, hat diese Aufgabe nicht gescheut. Ihm ist zudem offenbar eine gewisse prophetische Gabe zu eigen, denn als er mit den langwierigen Recherchen begann, konnte niemand absehen, welche Bedeutung Koch gegenwärtig nicht nur für die CDU, sondern für die deutsche Politik insgesamt haben sollte. Schumacher, ehemals Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" und des "Spiegels", heute freier Journalist, steht politisch eher links, gerade deswegen ist es ihm gelungen, eine Lebensbeschreibung des Politikers, promovierten Juristen und Menschen Koch ohne Schmähung und Lobhudelei zu verfassen. Wer ihm vorwirft, er habe es dem Objekt seiner Neugier gegenüber an der nötigen Distanz fehlen lassen, hat das Buch entweder nur flüchtig durchgesehen oder ist schlicht des Lesens unkundig. Wer ihn gar in die Nähe von Yellow-Press-Journalisten rückt, ist immer noch in 68er Träume versponnen. Schumacher arbeitet die Licht- und die Schattenseiten der Person Koch heraus und beschreibt beides ohne Befangenheit in angenehm lockerer und treffsicherer Diktion, ohne sich bei Kochs Freunden oder dem skeptischen Leser anzubiedern. Dass der Autor auch den privaten Menschen Koch, das Kind, den Funktionär der Jungen Union, den Ehemann und Familienvater, den Rechtsanwalt nicht ausläßt, erweist sich für das Verständnis des Kochschen Charakters als unerläßlich. Das Buch schließt mit einer Gegenüberstellung: "10 Gründe, warum Roland Koch auf jeden Fall Kanzler wird" - "10 Gründe, warum Roland Koch auf keinen Fall Kanzler wird". Zur Zeit sieht es aus, als sei die erste der beiden Varianten die wahrscheinlichere.
Ein sachliches Porträt des hessischen Politikers
Was macht einen erst 46 Jahre alten Politiker so interessant, dass ein Journalist die Arbeit auf sich nimmt, über diesen Mann eine Biografie zu schreiben - zumal über den bis dato vornehmlich Negatives bekannt war? Hajo Schumacher, der Autor der im November 2004 erschienenen Biografie des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, hat diese Aufgabe nicht gescheut. Ihm ist zudem offenbar eine gewisse prophetische Gabe zu eigen, denn als er mit den langwierigen Recherchen begann, konnte niemand absehen, welche Bedeutung Koch im Jahre 2004 nicht nur für die CDU, sondern für die deutsche Politik insgesamt haben sollte. Schumacher, ehemals Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" und des "Spiegels", heute freier Journalist, gehört dem eher linken Flügel des deutschen Journalismus an, gerade deswegen ist es ihm gelungen, eine Lebensbeschreibung des Politikers, promovierten Juristen und Menschen Koch sine ira et studio zu verfassen. Wer ihm vorwirft, er habe es dem Objekt seiner Neugier gegenüber an der nötigen Distanz fehlen lassen, hat das Buch entweder nur flüchtig durchgesehen oder ist schlicht des Lesens nicht kundig. Wer ihn gar in die Nähe von Yellow-Press-Journalisten rückt, träumt immer noch heulsusig den 68er Traum. Schumacher arbeitet die Licht- und die Schattenseiten der Person Koch heraus und beschreibt beides ohne Befangenheit in angenehm lockerer und treffsicherer Diktion, ohne sich bei Kochs Freunden oder dem skeptischen Leser anzubiedern. Dass der Autor auch den privaten Menschen Koch, das Kind, den Funktionär der Jungen Union, den Ehemann und Familienvater, den Rechtsanwalt nicht ausläßt, erweist sich für das Verständnis des Kochschen Charakters als unerläßlich. Das Buch schließt mit einer Gegenüberstellung: "10 Gründe, warum Roland Koch auf jeden Fall Kanzler wird" - "10 Gründe, warum Roland Koch auf keinen Fall Kanzler wird". Zur Zeit sieht es aus, als sei die erste der beiden Varianten die wahrscheinlichere.
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