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Gute Einführung in die politische Theorie
In seinen Anfängen in der Antike, war die „Staatsphilosophie“ Thematik wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit der Politik. Die beiden griechischen Philosophen Platon und Aristoteles haben sich in ihren Werken „Politeia“ und „Politika“ mit den Grundsätzen der damaligen Herrschaftsformen beschäftigt und einhergehend untersucht. Das Phänomen gesellschaftlichen Zusammenlebens faszinierte Menschen gleich welcher Epoche.
In Zeiten der ökonomischen Unsicherheit, den zunehmenden Vertrauensverlust in die Politik und der damit verbundenen Forderung nach „mehr Staat wagen“ seitens großen Teilen der Bevölkerung stellt sich die Frage nach der Bedeutung politischer Grundbegriffe nicht nur in der Politikwissenschaft neu, sondern steht zudem auch im Rampenlicht der öffentlichen Debatte der Gesellschaft. Derartige Fragen bilden das Fundament eines ganzen Kataloges: Wie funktioniert eigentlich der Staat? Was sind die Aufgaben respektive das Wesen eines Politikers? Wie ist politische Macht definiert?
Im Zusammenhang mit dem Bedarf einer „moderneren Form“ der Rekonstruktion eines Staatsbildes, hielt Max Weber eine Rede in München, welche nun als gedruckte Fassung unter dem Titel „Politik als Beruf“ vorliegt. Max Weber studierte sowohl Nationalökonomie als auch Jura und war Mitbegründer der „Deutschen Gesellschaft für Soziologie“. Er gilt als wichtiger Impulsgeber der modernen Sozialwis-senschaften, dessen Wirkung sich posthum noch verstärkte und bis heute ein Teil der universitären Lehre blieb.
Ausgehend von der Definition zentraler Begriffe der politischen Theorie „dekodiert“ Weber in „Politik als Beruf“ elementare Bestandteile der Politik als solche. Grundsätzlich wird dabei Politik als „Streben nach Machtanteilen, sei es zwischen zwei Staaten, sei es innerhalb eines Staates zwischen Machtgruppen, die er umschließt“ bezeichnet. Weber unterscheidet dabei zwischen drei Idealtypen der Herrschaft:
Der Traditionellen, der Charismatischen und der Legalen. Erstere ist durch die Weiterreichung der Machtposition z.B. durch Erbfolge, zweite durch die die Herrschaft eines außerordentlichen Demagogen und dritte durch den Glauben an die Legalität der Satzung seitens der Bevölkerung gekennzeichnet.
Spezifisch ist modernen Herrschaftssystemen, dass der reibungslose Ablauf aller Regierungsgeschäfte aufgrund der Bürokratie des Staatsapparates gewährleistet wird. Dieser Verwaltungsstab besteht aus Beamten. Vorteil dieses Systems ist, dass die Beamten nicht in einem persönlichen Vertrauensverhältnis mit dem jeweiligen Machthaber, sondern ihre Arbeit in Unabhängigkeit jedweder Führungspersonen verrichten. Die Bürokratie erfüllt also die Funktion eines Perpetuum mobile: Ist die Verwaltungsmaschinerie einmal in Gang gesetzt, überlebt sie jegliche Umstrukturierung an der Staatsspitze.
Die Auseinandersetzung mit den jeweiligen tagesaktuellen Problemen liegt im Aufga-benbereich der Politiker. Weber trennt hierbei zwischen denjenigen, der „für“ die Politik lebt und denjenigen, der „von“ der Politik lebt. „Für“ die Politik zu leben setzt vor-aus, dass man primär von einer anderen Einnahmequelle zehrt und somit nicht aufgrund von Mittellosigkeit dazu getrieben wurde, den Politikerberuf alleine des Salärs wegen auszuüben. Dies ist gegensätzlich ein Charakteristikum einer Person, die „von“ der Politik lebt. Zum Wesen des Politikers gehöre ebenfalls Leidenschaft und Augenmaß, während Weber ein ausgewogenes Zusammenspiel von Verantwortungs- und Gesinnungsethik einfordert.
Weber weist stets daraufhin, dass seine Ausführungen nur Idealtypen darstellen. In der Realität sind vor allem Mischformen aus den genannten Typen existent. Die „reine“ Darstellung diene nur dem besseren Verständnis.
Weber hat mit seiner Rede „Politik als Beruf“ einen Grundstein der deutschen Soziologie respektive Politologie gelegt. Umfassend werden zentrale Begriffe eingebracht, das „Staatssystem“ in all seinen Facetten beleuchtet und das Wesen der Bürokratie und des Politikers erläutert. Weber liefert ein ansprechendes Werk ab, welches vor allem für Studierende der Politikwissenschaft im Grundstudium geeignet ist, da es wesentliche Informationen in kompakter Abhandlung bietet. Trotz allem bleibt es in seiner Komplexität unberührt: Dies wirkt sich letztendlich auch in einigen Punkten negativ aus.
Mit einem eigenwilligen Satzbau, der durch zahlreiche Verschachtelungen und Einschüben charakterisiert ist, wird dem Leser das Verständnis vehement erschwert. Nicht selten müssen einzelne Abschnitte oder gar ganze Seiten mehrfach gelesen werden, um die Intention des Autors zu entschlüsseln. Webertypisch sei noch das häufige Setzen von Doppelpunkten genannt, hinter denen er zentrale Thesen nochmals zusammenfasst. Der gedankliche Wechsel inmitten des Textes bleibt für den Leser, wenn überhaupt, nur schwer nachvollziehbar.
Nachteilig wirkt sich dabei auch aus, dass keine Einteilung in einzelne Kapitel vorgenommen wurde. Das Nachschlagen bestimmter Auszüge verkommt zu einer vermeidbar langen Suche. Die „Überschaubarkeit“ von 80 Seiten trügt doch zu sehr.
Obgleich man sich - wie bereits vorher erwähnt – mit der vorliegenden Lektüre eine gute Grundlage verschaffen kann, so ist es absolut notwendig, nach weiterer Literatur zu recherchieren. Dies liegt nicht zuletzt am Alter der Rede. Sie wurde in den Anfangsjah-ren der Weimarer Republik gehalten und blendet somit die fortschreitende Eingliederung heutiger Staaten in supranationale Verbünde wie der EU aus.
Fazit: Eine Beschaffung des Buches „Politik als Beruf“ kann für Studierende der Sozialwissenschaften durchaus empfohlen werden. Als allgemeine Grundlage ist es sowohl für den konkreten Bezug zum Fachgebiet der „Politischen Theorie“ als auch für zunächst fachfremd erscheinende Bereiche der politikwissenschaftlichen Forschung geeignet. So werden beispielsweise Zusammenhänge in verschiedenen politischen Systemen plastischer.darstellt.
Über die oben genannten Kritikpunkte lässt sich durch entsprechende Zeitinvestitionen in die Lektüre des Textes hinwegsehen.
Geltungsanspruch nicht verloren.
Dieser 1919 gehaltene Vortrag behandelt die Entwicklung der politischen Machtverhältnisse bis zur Gegenwart. Weber nennt drei Rechtfertigungsmöglichkeiten für politische Herrschaft:
1. traditionale Herrschaft
2. charismatische Herrschaft
3.(durch Satzungen und Regeln)legale Herrschaft
Er unterscheidet außerdem zwischen Berufspolitikern, die "für" und denen, die "von" der Politik Leben und zeigt die Problematiken der Gesinnungs- und Verantwortungsethik auf.
Diese kurze Übersicht der prägnanten Inhalte sollte genügen, um einen Überblick über die wichtigsten Begriffe zu geben, die bis heute verwendet werden. Webers Vortrag ist über weite Strecken allgemeingültig und doch spezifisch.
Ich sehe von einer detaillierteren Inhaltsangabe ab, weil ich denke, diese 66 Seiten sollte und kann man in der weberschen Sprache lesen - sie gehören mit Sicherheit zu den wichtigsten der Politiktheorie.
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