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Ergreifende Reportage
In Ihrem zweiten Buch über Lotti Latrous, Madame Lotti, versteht es Gabriella Baumann-von Arx erneut für den Leser spannend und ergreifend vom Leben in den Slums von Abidjan zu erzählen. Wer schon ihr erstes Buch, Lotti La Blanche, laß wird sich neben den Neuigkeiten aus der Elfenbeinküste auch freuen erstmals Lottis Mann Aziz in Ägypten besuchen zu dürfen um als Höhepunkt des Buches die Geschichte dieser aussergewöhnlichen Liebe aus dessen Sicht zu hören. Das Buch ist hierbei immer mehr als eine bloße Fortsetzung, allein schon, weil es wirklich um das Leben geht, um die Welt, und wie sie ist, an manchen Orten.
Ein Buch, das zu Herzen geht
Anschaulich und einfühlsam hat Gabriella Baumann-von Arx in «Lotti, La Blanche» das Engagement der Schweizerin Lotti Latrous in den Elendsvierteln von Abidjan geschildert, den Aufbau des Zentrums mit Ambulatorium und Spital, die Pflege der Schwerstkranken, die liebevolle Begleitung der Sterbenden, die Betreuung der Waisen. Man las das Buch mit Bewunderung für eine starke Frau.
Und doch blieben Fragen, etwa zu Motivation und Verfassung der Hilfswerkgründerin. Antworten darauf gibt nun der zweite Band «Madame Lotti». Er beschränkt sich nicht mehr nur auf die Schilderung der äusseren Zustände, nach wiederholtem Aufenthalt in Abidjan kann die Autorin nun in die Tiefe gehen, kann mit der mittlerweile zur Freundin gewordenen Lotti Latrous über ihre Motive, ihre Gefühle, über Leben und Tod sprechen.
Schlüsselstellen sind Lottis Schilderungen ihrer Zerrissenheit zwischen den beiden unterschiedlichen Welten sowie jenes Kapitel, in dem Lottis Ehemann Aziz zu Wort kommt: Ein ungemein verständnisvoller, hilfsbereiter Mensch, der erkannt hat, dass er Lotti gehen lassen muss, um sie nicht zu verlieren.
Eine Liebesgeschichte von shakespearscher Dimension - die Gabriella Baumann echt und frei von Pathos erzählt. Doch auch in den Alltagsszenen sieht sie wieder genau hin, nennt all die schrecklichen Dinge beim Namen, die körperlichen Leiden, die unglaublichen hygienischen Verhältnisse. Da kommt ihr wohl ihre Erfahrung als Arzthelferin zugute... Ein Buch, das zu Herzen geht, und das nach Fortsetzung schreit. Stoff dazu gibts ja wohl reichlich.
Helga Schabel vom "Anzeiger", dem Wochenmagazin der Ostschweiz.
Kann ein einzelner Mensch etwas bewirken? Sie kann.
Es gibt viele Bücher über unvorstellbare menschliche Not. Es gibt wichtige Bücher über Menschen, die alles einsetzen, dass diese Not nicht namenlos bleibt. Und den Aermsten dieser Welt ihre Würde zurückgeben. Die beiden Bücher von Gabriella Baumann - von Arx über Lotti Latrous gehören zu den Wichtigsten, die ich je gelesen habe. Was mich besonders berührt hat:
Gabriella Baumanns Mut, Schreckliches, Schönes, Trauriges, Heiteres einfach so nebeneinander stehen zu lassen. Da entfaltet sich ein Bild vom Leben und vom Sterben, von Schmerz und Hoffnung, das mich sehr berührt. Und in Bewegung setzt.
Es ist ein Glücksfall, dass Lotti Latrous in Baumann einer Journalistin begegnet ist, die ausserordentlich packend schreiben kann. Meine Entdeckung des Jahres.
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