Amerika, dich haßt sich's besser. Antiamerikanismus und Antisemitismus in Europa

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Amerika, dich haßt sich's besser. Antiamerikanismus und Antisemitismus in Europa


Authors: Andrei S. Markovits
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: Oktober 2004
Publisher: Konkret Literatur Verlag
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Customer Review:
Lingua Franca Europas: europatümelnder Haß auf USA
Andrei S. Markovits hat in seinem Buch "Amerika, dich haßt sich's besser" eines der besten Bücher zur Kritik des Antiamerikanismus geschrieben, das auf dem Markt erhältlich ist. Markovits, Professor für Politwissenschaft in den USA, stellt die Geschichte und Gegenwart des Antiamerikanismus sehr anschaulich, detailliert und kritisch dar. Ein Beispiel: Markovits führt eine Initiative gegen eine Stadtautobahn in Wien an, dort wird der Einsatz gegen diese Autobahn als Kampf gegen "amerikanische Verhältnisse" verstanden. Sehr elegant, luzide und von großer historisch-politischer Weitsicht getragen, analysiert Markovits solch Ressentiment gegen "amerikanische Verhältnisse". Nicht zuletzt seine Verbindung einer Analyse von Antiamerikanismus und Antisemitismus - als "Moloch" wird auch die Autobahn oft abgelehnt und K.H. Deschner hetzt in antijüdischer Diktion gegen den "Moloch" "USA", so wie E. Todd die USA von der Bildfläche tilgen möchte - macht dieses Buch zu einem Standardwerk für PolitikwissenschaftlerInnen und interessierte Leserinnern und Leser gleichermassen. Markovits hat wie nur wenige Akademiker heutzutage einen politisch-wissenschaftlichen Sensor für Tendenzen des Antiamerikanismus, sehr exakt drückt das der Umschlag auf seinem Buch aus: Ein Graffito aus Hamburg, das vor der US-Präsidentschaftswahl gesprüht wurde und deutlich macht, dass dem antisemitischen Amerikafeind egal ist, ob ein Demokrat oder Republikaner die Wahl gewinnt, zeigt das: ein „Davidstern“, in dem „USA“ geschrieben steht, macht diesen Antisemitismus und Antiamerikanismus plastisch und der Spruch "Kerry ist auch Jude" unterstreicht das. Das Buch von Markovits ist eines der wenigen, welches diesem ubiquitären Ressentiment Widerworte entgegen setzt, verbale Pfeile gegen die Feinde von Universalismus und american way of life, Freiheit und Demokratie wirft. Markovits erkennt dass das Schreckliche und Gefährliche seit 9/11 gerade darin besteht, dass der Antiamerikanismus zum ersten Mal Mainstream geworden ist in Deutschland und Europa. Während früher durchaus Konservative und Atlantiker - zumeist nicht aus Liebe zur Demokratie sondern eher aus Gründen des Antikommunismus - pro-amerikanisch waren, sind heute von der CSU über die SPD, die Grünen bis hin zu Freien Kameradschaften der Neonazis und der PDS alle gegen die USA. Antiamerikanismus ist die neue Lingua Franca Europas. Dies so scharf und bestimmt wie nur möglich zu kritisieren ist Markovits Buch "Amerika dich haßt sich's besser" bestens geeignet. Ein "must" für jede Bücherwand.
Antiamerikanismus: die neue europäische Lingua franca?
Der amerikanische Politikwissenschaftler und Soziologe Andrei Markovits liefert in seinem neuen Buch eine umfassende Analyse des gegenwärtig wohl verbreitetesten Vorurteils in Westeuropa. Seine These ist, dass die gegenwärtige Welle des Antiamerikanismus kein Produkt der Politik von George Bush sei, sondern vielmehr in teils jahrhundertealten Ressentiments gegen die Vereinigten Staaten wurzele und in deren jetzigem Präsidenten nur eine populäre Zielscheibe finde. Amerika erscheine als das ganz Andere, das Europa auf keinen Fall sein möchte. Sei es die "Amerikanisierung" der Arbeitswelt, der Sprache, das Bildungswesen oder der Gesundheit, mit diesem Etikett liessen sich Verhältnisse eingängig als minderwertig brandmarken. So erscheine es nur folgerichtig, dass sich führende europäische Intellektuelle wie Jürgen Habermas oder Jacques Derrida bemühten, das geeinte Europa in Abgrenzung zu den Vereinigten Staaten, ja geradezu als deren Gegenteil zu definieren. Der Verrat an der eigenen Sache, der in dieser Stereotypisierung liege, werde dabei billigend in Kauf genommen. Der neue, alte Antiamerikanismus zeige sich, so Markovits weiter, vielfach in einer engen Verbindung mit antizionistischen und antisemitischen Tendenzen - die neue Unbefangenheit sei endgültig salonfähig geworden.

Andrei Markovits kann für dieses Buch auf seine reichhaltigen Erfahrungen als Grenzgänger zwischen der alten und der neuen Welt bauen: In Wien und New York aufgewachsen, ist er einer der führenden amerikanischen Experten für europäische und besonders deutsche Politik. Ihn treibt die Sorge an, dass sich das gegenwärtige Zerwürfnis zwischen den USA und (West-)Europa verfestigen könnte - mit fatalen Folgen für beide Seiten. Als Europäer ist die Lektüre des Buches nicht eben angenehm. Zu stringent ist die Darstellung seiner Argumentation, zu viele der reichhaltigen Beispiele für einen teilweise grotesken Antiamerikanismus kennt man aus eigener Anschauung. Aber gerade deswegen ist dieses Buch notwendig; interessiert man sich für die Wurzeln des gegenwärtigen transatlantischen Grabens, kommt man an ihm nicht vorbei.
Antiamerikanismus
Ob bei Klimaänderungen, in der Sozialpolitik, zum Thema Verfettung unserer Körper oder bei der kollektiven Verarbeitung eines Amoklaufs. Schnell wird warnend von „amerikanischen Verhältnissen" gesprochen. Was liegt dahinter? Warum ist eine derart ablehnende bis feindliche Haltung gegen die politischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Verhältnisse in den USA immer wieder Thema, ja -und mehr noch - salonfähiges Thema?
Der in den USA lebende Politikwissenschaftler Andrei S. Markovits geht dieser Frage nach. In seinem äußerst empfehlenswerten Buch „Amerika, dich haßt sich's besser. Antiamerikanismus und Antisemitismus in Europa" geht er der Antipathie und der Heftigkeit des gegenwärtigen Antiamerikanismus unter europäischen Eliten als auch bei einem großen Teil der Bevölkerung auf den Grund. In seiner scharfsinnigen Analyse zeigt Markovits, dass die politische Emotion des Antiamerikanismus unter den europäischen Eliten weniger ihren Ursprung in der Politik der Bush-Administration hat, sondern vielmehr auf stereotypen Traditionsbeständen basiert, die mehr als zweihundert Jahre alt sind. Die auffallende Aversion gegenüber den USA hängt offensichtlich nicht so sehr mit dem konkreten Handeln der USA, sondern umso mehr mit dem „Sein Amerikas als halluziniertes Anti-Europa" zusammen.
Das Buch gliedert sich in 5 Kapitel. Im ersten Kapitel analysiert Markovits „Antiamerikanismus als europäische Lingua Franca". Anschließend erarbeitet er einen aufschlussreichen historischen Überblick des europäischen Antiamerikanismus. Das Kapitel 3 zeigt deutlich die verschiedenen Facetten der „Amerikanisierung als westeuropäisches Pejorativ". Im vierten Kapitel erarbeitet der Autor einen Exkurs über den gegenwärtig sich manifestierenden Antisemitismus. Im fünften Kapitel enthüllt Markovits die Bedeutung des Antiamerikanismus im Kontext der „Europatümelei" im Prozess europäischer Vereinigung.

Ein absolut empfehlenswertes Buch. Schließlich sind die USA auch das Land, das die besten Universitäten der Welt hervorbrachte, revitalisierte Innenstädte zeigt und ansonsten unzählige Facetten aufzuweisen hat. Umso wichtiger ist es, sich dem Thema „Antiamerikanismus" zu widmen.

Books:

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