Customer Review:
Gedankenansätze - aber leider nicht argumentativ unterlegt
John Kenneth Galbraith liefert vor dem Hintergrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung einige (ganz interessante jedoch leider auch sehr untstrukturierte) Gedankenansätze.
Leider sind diese weder von argumentativen Unterlegungen noch von weiterführenden Gedanken und Konsequenzen begleitet.
Das Büchlein kann also als Ausgangspunkt für eigene und weiterführende Gedanken gesehen werden - allerdings nicht als umfassende Behandlung der Thematik.
Es werden interessante Fragen aufgeworfen - wer aber ausschließlich Antworten zum Thema sucht wird hier nicht fündig werden.
Eine Frechheit
Jeder WiWi-Student im Grundstudium haette diesen aeusserst knapp gehaltenen, voellig auf Beweise der generell in den Raum gestellten Aussagen verzichtenden Aufsatz links und rechts um die Ohren gehauen bekommen. Keine erlaeuternden Hintergrundinformationen, Betrachtungen von gegenlaeufigen Meinungen oder wissenschaftlichen Erklaerungen. Einige Aussagen sind nicht uninteressant, die Thesen aber sicherlich nicht neu, allzu allgemeingueltig dargestellt und jedem halbwegs an Wirtschaft interessierten Menschen laengst bekannt. Bin schwer enttaeuscht von diesem Buch, das als "scharfsinning und angriffslustig" und "Pflichtlektuere" angepriesen wird.
Lesenswerte Streitschrift vom Altmeister der Ökonomie
Die Marktwirtschaft, wie sie an den Universitäten gelehrt wird, existiert nur im Lehrbuch. Der Hinweis auf den Unterschied zwischen reiner Lehre und der Wirklichkeit ist zwar nicht neu, doch populär. Auch der Ökonom und ehemalige Kennedy-Berater John K. Galbraith haut wortgewaltig in diese Kerbe, doch sprühen keine Funken. Seine Erkenntnisse sind, nicht zuletzt seit Enron und WorldCom, inzwischen zu bekannt, um zu überraschen: Aktionäre haben kaum Kontrolle über Manager, ganze Branchen leben vom "Rent-seeking" und damit von der Ausbeutung des Steuerzahlers, große Unternehmen sind genauso bürokratieanfällig wie staatliche Behörden, und der Konsument ist ein durch Werbung manipuliertes Wesen und somit kein freies Individuum. Mittlerweile gibt es auch in der ökonomischen Theorie Ansätze, diese Entwicklungen zu erklären und Korrekturmechanismen zu analysieren. Galbraith fordert schlicht mehr staatliche Kontrolle für die Konzerne; auf die Schwierigkeiten der Regulierungsmodelle in der Praxis geht er nicht ein. Wir empfehlen diese streitbare Schrift allen Lesern, die sich an der kritischen Debatte um Manager und Konzernmacht beteiligen möchten.
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