Customer Review:
Ungeplant gelesen ...
Ich hatte eigentlich gar nicht vor das Buch zu lesen.
Ein bekannter kennt den Autor und meinte: Lesen!
Also begann ich am Freitag mit einem einfachen Reinlesen.
Am Montag darauf war das Thema gegessen. Das Buch gelesen.
Auf die negativen Rezensionen kann man hier nur schwer eingehen. Letztlich ist Amazon kein Diskussionforum.
Dennoch: Die Praxis entspricht der Beschreibung von Jürgen Roth. Das hat weder mit Philosophie noch Beweismöglichkeiten zu tun.
Wäre das alles beweisbar, müsste man kein Buch darüber schreiben.
Fakt ist: Dieses Buch lässt einen die Strafverfolgung in Deutschland mit anderen Augen sehen.
Deshalb: Lesen!
Deutschland hat den Kampf gegen die OK aufgegeben
Roth, einer der besten Politskandal-Journalisten Deutschlands, hat sich in diesem Werk der organisierten und der Wirtschafts-Kriminalität in Deutschland gewidmet. Quer durch die Republik hat er bei Polizei, Kripo und Staatsanwaltschaften recherchiert, und er liefert ein trauriges Resultat: Ermittlungen finden in diesem Gebiet kaum mehr statt, vielmehr werden sie oftmals verhindert. Grund sind zum einen Personal- und Budgetmangel, aber im Wesentlichen die Verflechtung der Politik mit mafiösen Strukturen, durch die die entscheidenden Hintermänner von höchsten Stellen und Ministerien protegiert sind. Drogen-, Waffen-, Menschenhandel, Erpressung und Auftragsmorde, Geldwäsche in Milliardenhöhe finden in Deutschland ungehindert statt - wenn nur die Connections stimmen. Diesen Zustand belegt Roth mit hunderten Namen und Beispiel-Fällen, jeder für sich ein Skandal, die man jedoch kaum alle behalten wird. Es bleibt ein trauriges Fazit: Deutschland wird zunehmend zum Wilden Westen, oder wie Roth sagt: "Rechtsstaat und Demokratie haben kapituliert".
Märchenbuch
Zunächst schließe ich mich voll der Rezension von Nils Weissenbach an. Alles was er schreibt trifft m.E.n. voll zu. Zusätzlich hat mich die gramatikalisch teilweise fragwürdige Sprache des Autors nach einigen hundert Seiten dann doch genervt. Aber wirklich ärgerlich finde ich, daß das Buch völlig strukturlos einfach eine fast beweisbare Story nach der anderen erzählt. 'Fast beweisbar', weil eben nahezu alles auf Hörensagen und anonymen Aussagen frustrierter Kriminalbeamter beruht. Das Hauptproblem ist, daß das Buch die Einzelfälle nicht verwendet, um aufeinander aufbauende Kernaussagen oder gar Forderungen zu illustrieren, sondern eigentlich nur aus diesen Geschichten besteht. Wären sie alle beweisbar, würde ihre reine Masse vielleicht schon wieder Bedeutung haben. Aber so ? Am Ende bleibt die traurige Konsequenz :
1. Jeder politische Autor kritisiert die ärgerlichen Folgen (z.B. im Gesundheitswesen, der Rente, Arbeitslosigkeit, Justiz), aber keiner fordert eine Änderung des zugrundeliegenden Systems, bzw. schlägt vor wie es besser werden soll.
2. Genau wie bei anderen derartigen Büchern können tausend Beweise keine gesellschaftliche Änderung bewirken, egal wieviele Bürger diese Bücher lesen.
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