Vom Gesellschaftsvertrag oder Die Grundsätze des Staatsrechts.

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Authors: Jean-Jacques Rousseau
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: 1986
Publisher: Reclam, Ditzingen
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Customer Review:
Ein Klassiker der Staatstheorie
Das Werk "Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts" des Genfer Philosophen Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) gehört sicherlich zu den wichtigsten Arbeiten zum Begriff der modernen Staatstheorie. Neben der deutlichen Unterscheidung zwischen dem "allgemeinen Willen" (volonté générale) und dem "Willen aller" (volonté de tous), die Rousseau in diesem Buch vertritt, untersucht er auch verschiedene Regierungsformen (Aristokratie, Oligarchie, Demokratie usw.) auf deren Vor- und Nachteile, wobei er schließlich zu dem Ergebnis kommt, dass alleine das republikanische System, wie es etwa in seiner Heimatstadt Genf in der damaligen Zeit praktiziert wurde, legitim ist.
Im letzten Drittel des Buches folgen eine Übersicht über Rousseaus Leben sowie kurze Informationen zu anderen bedeutenden Staatstheoretikern der Neuzeit wie Thomas Hobbes, John Locke oder Charles de Montesqieu.
Die Wirkung, die Rousseau mit seinen Werken erzielte, ist kaum zu überschätzen. Mit seinen Ausführungen beeinflusste er sehr stark das Denken und Handeln der Protagonisten der Französischen Revolution (z.B. Robespierre). Allerdings sind die Lehren Rousseaus auch nicht ganz unumstritten, da seine Ausführungen verschiedene Rückschlüsse ermöglichen, bis hin zum blutigen Terror, der sich auf die Erhaltung des allgemeinen Wohls beruft (wie zur Zeit der "Schreckensherrschaft" in Frankreich 1793/94).
Eines der großen Werke der politischen Philosophie
In dem aus vier Büchern bestehenden Contrat Social entwickelt Rousseau die Grundsätze, wie ein guter Staat verfasst sein muss. Seine Annahme ist, dass ein legitimer gesellschaftlicher Zusammenschluss nur dann vorliegt, wenn er auf einem frei vom Volke beschlossenen Gesellschaftsvertrag beruht, in welchem ein jeder Bürger seine natürliche Freiheit veräußert und dafür eine bürgerliche Freiheit erhält. Da jeder Mensch im Staat dies tut, werden alle Menschen gleich und folglich kann niemand Herr noch Sklave sein. Um jegliche despotische Herrschaft zu verhindern, lässt Rousseau alle (legislative) Gewalt vom Volk ausgehen und Regierungen, ob aristokratisch oder monarchisch, nur als Beamte auftreten, die die vom Volk beschlossenen Gesetze in die Tat umsetzen. Ein Dogma, welches weder dem Adel, noch den Königen, insbesondere dem französischen Monarchen gefallen konnte; so wurde der Contrat Social sogar in Rousseaus eher als liberal geltenden Heimatstadt Genf auf das Schärfste verurteilt.

Der Gesellschaftsvertrag des Jean- Jacques Rousseau ist eines der großen Werke der politischen Philosophie und in einem Atemzug mit Bodin, Hobbes, Locke oder Montesquieu zu nennen. Leider ist sein Werk, dadurch dass es teilweise recht vage bleibt, oft missverständlich. Außerdem kann man im Contrat Social auch zuhauf Stellen finden, die einen schalen Nachgeschmack hinterlassen, da sie doch sehr totalitär klingen. Eines von vielen Beispielen: „(...) dass, wer immer sich weigert dem Gemeinwillen zu folgen, von der gesamten Körperschaft dazu gezwungen wird, was nichts anderes heißt, als dass man ihn dazu zwingt frei zu sein" (1. Buch, 7. Kapitel). Darüber hinaus ist auch zu bemerken, dass die Kapitel des 4. Buches- zumindest aus der Sicht des heutigen Geschichtswissenschaftlers- eine historisch äußerst fragwürdige Glorifizierung der römischen res publica darstellen; in ihr sah Rousseau den perfekten Staat verkörpert, doch so wie er sie sich vorstellt, existierte sie wohl nur in seiner Phantasie.

Trotz dieser Kritikpunkte möchte ich das Werk jedem, der sich für Philosophie interessiert ans Herz legen, denn nicht nur Rousseaus revolutionäre Gedankengänge an sich, sondern auch die Art und Weise, wie er sie sprachlich darlegt, sind ein geistiger Hochgenuss.

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