Anti-Globalisierung. Zurück zur Vernunft! Das Ende eines Irrweges

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Anti-Globalisierung. Zurück zur Vernunft! Das Ende eines Irrweges


Authors: Manfred Julius Müller
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: April 2002
Publisher: Books on Demand
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Customer Review:
Mutige Thesen
Dieses Buch informiert schnell und objektiv über die Kernproblematik der Globalisierung. Der Autor verzichtet auf pseudointellektuelles Verwirrungsgeschwätz und komplizierte endlose Beweisführungen, die keiner mehr nachvollziehen kann. Der Autor bleibt auf dem Boden der Tatsachen, seine Analysen sind konsequent logisch und für jeden klar nachvollziehbar. Deshalb hat dieses Buch eine Überzeugungskraft, vor der sich manche Lobbygruppen mit Recht fürchten. Die 150prozentigen Kapitalisten verdammen dieses Buch, weil es den Neoliberalismus als überflüssig enttarnt. Die eingefleischten Kommunisten sind sauer, weil das Buch die Grundlagen ihrer Ideologie zerstört (indem es einen Weg zu einem humanen Kapitalismus weist). Und die EU-Fanatiker haben Angst vor einer Grundsatzdebatte über den gemeinsamen Markt und den Euro. Über dieses Buch wird sicher noch lange kontrovers diskutiert werden, denn es enthält Wahrheiten, die vielen Leuten ganz und gar nicht schmecken dürften.
Blindes Huhn sieht das Wesentliche nicht...
Es handelt sich um ein sehr leicht verständlich zu lesendes Büchlein mit 96 Seiten. Dieses ist in 5 große Kapitel eingeteilt, die sich teilweise wiederum in bis zu 14 kleinere Kapitel mit individuellen, verschiedene Aspekte behandelnden Überschriften, aufteilen. Am Ende mancher Kapitel sind wichtige Erkenntnisse groß eingerahmt worden. Durch diese optische Gestaltung ist es leicht mal das Lesen zu unterbrechen, wenn man muß. Man findet im Nachhinein auch die Stellen leicht wieder, die man in Diskussionen verwenden möchte. Es bietet zahlreiche Argumente, die die These von den »Chancen der Globalisierung« als Lüge entlarven.

ABER: es enthält schwerwiegende Fehler, die den Inhalt STARK relativieren!!! Eigentlich müsste man sagen, daß der Autor selbst noch ziemlich auf dem Irrweg ist, nur ganz grob gesehen in die richtige Richtung läuft, was eher ein Zufall zu sein scheint. Vom »Ende dieses Irrwegs« ist er noch weit, weit entfernt.

Er beschreibt in den meisten Punkten die Auswirkungen des unsinnigen Versuches, die Wirtschaftslogik der Marktwirtschaft zu retten, indem man diese Logik einfach auf ausgewählte Länder der Welt überträgt. Aber: er erkennt nicht, daß genau diese Logik selbst nicht stimmt und die Ursache für die »Globalsierung« darstellt. Der Grund für die »Globalisierung« bleibt Autor und Leser so völlig verborgen. Der Autor bringt die Marktwirtschaft nicht mit einem einzigen Wort mit den Kapitalverwertungsprozessen in Verbindung, die das Wesen des Kapitalismus ausmachen und der damit zwangsweise Abläufe bestimmt, um sich selbst am Leben zu halten (was, wie der Autor lediglich richtig beschreibt, ebenfalls nicht gelingt...), sondern redet nur abstrus davon, daß das liebe Geld fehlgeleitet sei (S.27, Abs.4). So nach dem Motto - würden alle Kapitalisten freiwillig ihr Geld mit den Bürgern teilen, dann würden die alles kaufen können und die Marktwirtschaft wäre wieder in Ordnung. Das dieses Geld zuvor als Mehrwert, der aus in Waren enthaltener, vergegenständlichter aber unbezahlt gebliebener Arbeit herrührt und vereinnahmt wurde, worin ansich schon, selbst mathematisch nachweisbar, eine Unmöglichkeit liegt, das lässt er einfach weg.

Er geht dabei, als Befürworter der Marktwirtschaft der freien Konkurrenz, von einem Idealbild aus, welches 1. damals schon falsch war und letztlich zur heutigen Situation geführt hat, 2. in Zeiten der auf den Weltmarkt ausgerichteten Übermonopole national beschränkt schon ewig nicht mehr in der ursprünglichen Form existiert und 3. nicht umkehrbar ist! Somit tappt er oft in die Falle seiner selbst aufgestellten inhaltlichen Widersprüche, die sich aus diesem, leider viel zu kurz greifenden Ansatz für seine Kritik, ergeben. Das führt dann immer wieder zu kuriosen Aussagen, so daß ein Absatz im Widerspruch zu einem weiter unten steht oder sogar der erste Teil eines Satzes dem zweiten Teil widerspricht. Sogar die eingerahmten Statements sind teilweise völlig widersinnig, wie z.B. auf S.26 »Freie Marktwirtschaft und uneingeschränkter intern. Verdrängungswettbewerb - beides passt auf Dauer nicht zusammen.«. Dabei verdreht er Ursache und Wirkung der Beobachtung (S.25), daß, solange es keine »Globalisierung« gab, man also in einem relativ geschützten Wirtschaftsraum agierte und äußeren Dumpingattacken nicht ausgesetzt war, die Wirtschaft (scheinbar noch) gut funktionierte. Freie Konkurrenz akzeptiert doch aber gerade die (zugegebenermaßen) blöde Vorstellung, es wäre o.k. sich gegenseitig zu verdrängen und Firmen Pleite gehen zu lassen, was Werte, Geld, Ressourcen und Produktionskapazitäten (inkl. der daran hängenden Existenzen) vernichtet, anstatt sie systematisch zu modernisieren und weiter zu entwickeln. Die Kapitalisten selbst haben doch die Politik darauf gedrängt die Märkte international zu erweitern (wegen fehlender Kapital-Anlagemöglichkeiten im Inland) und sind somit Opfer ihrer eigenen, falschen Logik geworden!!!

Manchmal tauchen Aussagen auf, wo man als Leser am liebsten gleich noch was anfügen möchte, weil offensichtlich nur die Hälfte dessen gesagt wird, was sich dahinter verbirgt. Der Autor bemängelt und kritisiert an den Neoliberalen, daß sie oft den wichtigsten Teil zu einem Argument verschweigen. Stimmt. Genau das macht er selbst aber auch. Zudem sind ihm teilweise wirtschaftliche Gesetze der Arbeit und des Kapitalismus völlig fremd. Jedenfalls benennt er sie nur, wenn sie sich inhaltlich gut einfügen. Die entscheidenden lässt er oft lieber weg.

Was außerdem sehr sauer Aufstößt: wenn man sich mit Wirtschaft inhaltlich auseinandersetzen will, ist es zwar nicht unbedingt notwendig, alles durch Fakten und Zahlen zu belegen, weil man die auch ggf. anderweitig nachlesen kann, aber man sollte, wenn man Behauptungen aufstellt oder sich auf andere Quellen bezieht, diese auch benennen. Man findet aber weder im Text noch im Anhang eine entsprechende Übersicht. Alles bleibt wie aus dem leeren Raum gegriffen zurück. Manche Aussagen stellt der Autor einfach so hin, ohne diese zu erklären oder gar zu begründen, obwohl sie mir als Leser aus meiner Alltagserfahrung heraus sehr fragwürdig oder offensichtlich falsch erscheinen.

Fazit: Das Gegenteil von »gut« ist »gut gemeint«. Die vom Autor betriebene Analyse ist letztlich nicht tief greifend genug. Das lässt sich eigentlich auch schon am zweiten Teil des Titels erkennen: »Zurück zur Vernunft« würde ja bedeuten, daß vorher ein vernünftiges System existiert hätte. Was der Autor meint, ist aber genau der Kapitalismus, dessen Mechanismen zwangsläufig zur »Globalisierung« geführt haben, was er völlig ignoriert, da es scheinbar nicht sein Weltbild paßt. Daß sich dennoch jede Menge brauchbarer Argumente als Zitat nutzen lassen liegt eher daran, daß die »Globalisierung« einfach derart viel Stoff bietet, daß selbst ein auf einem Auge blindes Huhn einen Haufen Körner findet. Da es preiswert und exzellent zu lesen ist, kann man es sich anschaffen, sollte aber seine Erwartungshaltung wie gesagt nicht zu hoch ansetzen. Den Unterschied erkennt man, wenn man deutlich bessere, wissenschaftlich fundiert und tiefgründig argumentierende Bücher zum Vergleich heran zieht, wie »Götterdämmerung über der neuen Weltordnung« von Stefan Engel oder Bücher vom Autor Robert Kurz wie das »Schwarzbuch Kapitalismus« und »Das Weltkapital - Globalisierung und innere Schranken des modernen warenproduzierenden Systems«, die zum Besten gehören, was derzeit zu bekommen ist!
Nur die wahre Aufklärung kann den Irrweg stoppen
Das Buch hat mich begeistert. Es zeigt in beeindruckender Weise die Alternativen zum Irrweg der Globalisierung. Viele Vorschläge sind so einleuchtend beschrieben und der gesunde Menschenverstand sagt einen, daß diese auch funktionieren werden.
Doch warum werden sie nicht umgesetzt und in der Öffentlichkeit diskutiert? Warum und wer verhindert soetwas? Der Leser findet darauf leicht eine Antwort, die beängstigend sein kann.
Es bedarf wohl eine größere Verbreitung dieses Buches im Volk, um genügend Druck auf die Politiker auszuüben. Nur dann sehe ich die Chance, daß die Fehler der Vergangenheit korrigiert und die Welt humaner und gerechter werden kann. Zum Wohle aller Menschen auf dieser Erde.

Books:

  1. Vom Gesellschaftsvertrag oder Die Grundsätze des Staatsrechts.
  2. Stupid White Men. Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush.
  3. No Logo!
  4. Die Dagoberts. Eine Weltgeschichte des Reichtums - von Krösus bis Bill Gates
  5. Ermitteln verboten!
  6. Bibel Atlas
  7. Unfug des Lebens und des Sterbens.
  8. Die Farbe meines Gesichts. Lebensreise einer kenianischen Frau.
  9. Weltmacht im Treibsand. Bush gegen die Ayatollahs
  10. Die Kraft des Neubeginns. Deutschland ist machbar

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