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Die dunkle Seite der Macht
Anna Politkovskaja ist eine der wenigen mutigen Frauen in Russland, welche sich heute trauen offen ihre Stimme zu erheben. Sie klagt nicht nur den russischen Präsidenten, seine Politik und die Organe des heutigen russischen Staates an (wie das Militär, die Gerichte oder auch die eingeschüchterten Medien), sondern mahnt die russische Bevölkerung auch direkt, die Fehlentwicklungen erst möglich zu machen, die unter Jelzin ihren Anfang nahmen und nun unter Putin institutionilisiert wurden; in erster Linie. Das Buch gliedert sich in verschiedene Abschnitte. Im ersten Teil wird über einen (in Russland) sehr viel-diskutierten Fall berichtet, in der ein Offizier der russischen Armee während eines Einsatzes in Tschetschenien ein junges Mädchen gefangen nehmen lässt, sie anschliessend vergewaltigt und tötet. So grausam die Tat an sich ist (das Mädchen soll angeblich eine tschetschenische Terroristen gewesen sein), schockiert fast noch mehr, wie dieser Offizier von Armeeangehörigen gedeckt, von eigentlich unabhängigen Richtern geschützt und vom Inlandsgeheimdienst FSB unterstützt wird. Die Familie wird öffentlich denunziert und beschuldigt. Der zweite Teil berichtet aus der Stadt Jekaterinenburg im Ural. Dort wird an einem Beispielfall gezeigt wie es in den Wirren der post-sowjetischen 90er Jahre möglich war, das Kleinkriminelle ein imposanten Imperium mit weit verzweigten Kontakt in Wirtschaft, Justiz und vor allem Politik aufbauen konnten. Vieles von dem Beschriebenen ist einem halbwegs interessierten Mitteleuropäer nicht ganz neu. Neu ist, wie eindringlich die Autorin darüber berichtet und wie tiefgreifend die Probleme um Gerechtigkeit, Anstand und Ehrlichkeit in Russlands Politik sind. Das Buch durfte zunächst in Russland nicht erscheinen. Obwohl die Autorin dort sehr bekannt ist, gibt es viele die sie als Lügnerin und Verleumderin bezeichnen,...eben weil sie die Wahrheit sagt. Ein erschütterndes Dokument, das uns im Westen zum Nachdenken über den Umgang mit dem offiziellen Russland anregt.
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