Tödliche Toleranz. Die Muslime und unsere offene Gesellschaft

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Tödliche Toleranz. Die Muslime und unsere offene Gesellschaft


Authors: Günther Lachmann, Ayaan Hirsi Ali
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: März 2005
Publisher: Piper
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Customer Review:
Reißerischer Titel, aber inhaltlich sehr gut!
Bei diesem Buch schrecken sowohl der Titel, als auch die Überschrift der Beschreibung auf der Rückseite, zunächst ein wenig ab. Dort ist von "Tödlicher Toleranz" und einer "explosiven Mischung" aus "Uns und unseren Muslimen" zu lesen. Diese Zeilen klingen zwar reißerisch, aber auch schon fast Islamfeindlich, und lassen somit absolut nicht auf die Qualität des Buches schließen. Doch hinter diesem Titel steckt deutlich mehr. "Tödliche Toleranz" von Günther Lachmann ist keineswegs reißerisch aufgebaut, und Islam- oder Ausländerfeindlich ist es erst recht nicht!

Günther Lachmann war vier Jahre lang in der politischen Redaktion der Bild tätig, bevor er als stellvertretender Leiter der Parlamentsredaktion zur Welt am Sonntag wechselte. Seitdem konzentriert er sich auf den Islamismus und die Muslime in Deutschland.

Seit den Terroranschlägen in New York, London oder Madrid liegen die Augen der Welt auf dem Islam. Immer öfter wird nun davon gesprochen, dass die Integration der Muslime in Deutschland gescheitert ist. Die Schuld suchen die Einen bei den, angeblich an einer Integration nicht interessierten, Muslimen, die Anderen bei den Deutschen, die diese Muslime angeblich gar nicht in "ihrem Land" haben möchten. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Günther Lachmann analysiert präzise und treffend, wie es in Deutschland soweit kommen konnte, dass diese zwei Kulturen heute zwar im selben Land, aber dennoch getrennt voneinander leben. Dabei versucht er nicht, einer der beiden Gruppen die Schuld zu zuschieben, sondern zeigt beiden Seiten ihre Versäumnisse auf. Ganz besonders geht er dabei auf die fast schon ignorante Handlungsweise der deutschen Regierung ein. Seine Analysen belegt Günther Lachmann durchgehend mit Daten und Fakten, aus denen er dann seine Schlüsse zieht. Er beschränkt sich jedoch nicht lediglich auf das Aufzeigen von Missständen, sondern zeigt auch Wege auf, wie diese über die nächsten Jahre abgebaut werden könnten.
Nach den Kapiteln über die Geschichte der Muslime in Deutschland, die etwas weniger als die erste Hälfte, des knapp 290 Seiten starken Buches ausmachen, widmet sich Lachmann dem Islamismus und dem islamischen Terrorismus. Hier beschäftigt er sich in erster Linie damit, woher die Anziehungskraft von Gruppen wie der Al-Qaida rührt, und wie diese Organisationen vorgehen, um neue Zellen in Deutschland und anderen westlichen Ländern zu bilden. Auch die Beschreibungen in diesem Teil des Buches fokussieren sich primär auf die Verbindungen nach Deutschland.
Als Abschluss ist dem Buch anstelle eines Nachworts ein Essay der niederländischen Abgeordneten Ayaan Hirsi Ali angehängt, die in ihrer Wahlheimat gegen die Unterdrückung des muslimischen Frauen kämpft, und sich auch in diesem Essay mit dem Thema beschäftigt.

Die Stärke von "Tödliche Toleranz" ist die Vorgehensweise des Autors. Er beschreibt präzise die derzeitige Situation in Deutschland, ohne sich selbst durch die Einhaltung der politischen Korrektheit in seinem Denken und seinen Aussagen einzuschränken. Dadurch wirken manche Stellen für bestimmte Leser vielleicht feindselig, tatsächlich stellen sie jedoch nur die Realität dar, vor der man nicht länger die Augen verschließen sollte.
gutes buch - polemischer titel
als ich den titel des buches gelesen habe ("tödliche toleranz"), dann die überschrift auf der rückseite ("wir uns unsere muslime - eine explosive mischung"), habe ich eine mitunter polemische abhandlung im stil einer oriana fallaci erwartet - tatsächlich aber ist das buch wesentlich objektiver und ausgeglichener, als die aufmachung vermuten lässt.
es ist nicht mehr und nicht weniger, als eine um sachlichkeit bemühte analyse, allerdings ohne die scheuklappen dessen, was man als "politische korrektheit" beschreibt. (dazu gehören auch rezensionen wie die obere, die reflexartig auf die angebliche intoleranz von bayern und christen hinweisen ("frauen werden schief angeguckt, nur weil sie ein kopftuch tragen"), und so jeden mundtot machen wollen, der auf die probleme von terrorismus, zwangsheirat, unterdrückung der frau et cetera hinweisen wollen.

das buch jedenfalls beschreibt sowohl die geschichte der gastarbeiter, als auch ausländerfeindliche attacken auf asylantenheime, als auch die angesprochenen probleme, die heute eben beinahe ausschließlich bei muslimen vorkommen.

zum schluß gibt es noch einen wunderschönen essay von ayaan hirsi ali über "die situation der muslimischen frau" - ali flüchtete vor zwangsheirat und beschneidung aus somalia nach holland, ist heute eine liberale politikerin und lebt unter 24stündigem polizeischutz, seit ihr freund (theo van gogh) und sie einen kritischen film über misshandlungen muslimischer frauen gedreht hatten - woraufhin van gogh auf offener strasse erstochen wurde und auf das messer, das in seinen bauch gesteckt wurde, eine todesdrohung gegen hirsi ali angebracht war.

fazit: geist und augen öffnen, das buch lesen und nicht nach dem motto handeln "so schloß der gutmensch messerscharf, dass nicht seien kann, was nicht seien darf"
Bevölkerungspolitik
Unsere Gesellschaft ist ethnisch, religiös und sprachlich vielfältiger als je zuvor", freut sich die ,,Migrationsbeauftragte" der Bundesregierung, die Grüne Marieluise Beck, bei der Präsentation des sechsten ,,Berichts zur Lage der Ausländer in Deutschland". Und das, obwohl Beck mit der erstaunlichen Mitteilung aufwarten kann, in Deutschland lebten ,,deutlich weniger Ausländer als bisher angenommen": Die Zahl sei seit 2003 um 600.000 auf 6,7 Millionen gesunken, der Anteil an der Gesamtbevölkerung liege demnach bei 8,0 und nicht bei 8,9 Prozent.
Ein Etikettenschwindel offensichtlich; denn zugleich ist schließlich die Zahl der ,,Migranten mit einem deutschen Paß" deutlich gestiegen. Seit Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts im Jahr 2000 haben mehr als eine Million Ausländer einen deutschen Paß erhalten, darunter 200.000 Kinder ausländischer Eltern, die aufgrund des Geburtsrechts die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben. Insgesamt liegt die Zahl der eingebürgerten Ausländer bei 1,8 Millionen. Die Tendenz ist verlangsamt, aber weiter steigend.
Alles in allem leben in Deutschland mehr als 14 Millionen Personen in Einwandererfamilien (im Beauftragten-Jargon: ,,Menschen mit Migrationshintergrund"). Dazu zählen laut Beck auch 4,5 Millionen Aussiedler und 1,5 Millionen Kinder mit einem ausländischen Elternteil.
Jedes vierte Neugeborene in Deutschland hat mindestens einen ausländischen Elternteil, jede fünfte Ehe ist binational. In einigen städtischen Ballungsgebieten stammen 40 Prozent der Jugendlichen aus Einwandererfamilien ­ auch hier zeigt die Kurve nach oben. Zuwanderung findet längst in großem Umfang über den Kreißsaal statt, wie auch die Zahlen des Migrationsberichts belegen. Ein Siebtel der hier lebenden Afrikaner, ein Zehntel der Asiaten und mehr als ein Viertel der Europäer, die sich in Deutschland aufhalten ­ gemeint sind jeweils die Anteile an den 2003 ,,offiziell" erfaßten 7,3 Millionen Ausländern ­, sind bereits hier geboren. Zu den Europäern zählt die Statistik des BeckBerichts im übrigen auch die Türken. Bei dieser Einwanderergruppe lag der Anteil der hier Geborenen 2003 bei mehr als einem Drittel ­ 650.000 von 1,88 Millionen.
Die Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei, habe sich ,,angesichts dieser Fakten erledigt", verkündet Beck offenkundig nicht ohne Genugtuung: ,,Multikulturalität ist schlicht die Tatsache." Sie selbst bevorzugt beim Blick auf diese Fakten die rosarote Brille. ,,Kulturelle und religiöse Vielfalt werden das Leben in unserer Gesellschaft von Generation und Generation stärker kennzeichnen", sagt die Migrationsbeauftragte. Das ist eine schöne Umschreibung dafür, daß in einigen städtischen Ballungsräumen der Einwandereranteil an den Jugendlichen bei bis zu 40 Prozent liegt. Beck sieht das freundlichfolkloristisch: ,,Unsere Kinder haben heute russische Großmütter, jugoslawische Onkel und türkische Tanten."
Nur am Rande streift der Bericht den sozialen Sprengstoff, der in einer Entwicklung steckt, die vielen Großstädten in wenigen Jahren und Jahrzehnten ausländische Bevölkerungsmehrheiten garantieren dürfte, wenn diese Jugendlichen Erwachsene sein und die Babyboomer-Generationen das Rentenalter erreichen und abtreten werden. Es gebe schon einige Wohnquartiere in den Städten, ,,die zu kippen drohen". Solche Viertel, in denen eben mehrere ,,Problemfaktoren" zusammenkämen, dürften nicht sich selbst überlassen bleiben.
Der Glaube an die Allmacht staatlicher Fürsorge und Wohlfahrtsbevormundung zieht sich wie gehabt durch den ganzen Bericht. Gleich, ob der Anteil der Ausländer an den ,,unteren sozialen Schichten" überdurchschnittlich ist, der Anteil der Jugendlichen ohne berufliche Qualifizierung mit über 40 Prozent alarmierend hoch, Gewalt gegen Frauen und in der Familie bei bestimmten Bevölkerungsgruppen an der Tagesordnung ist und die Kriminalitätsbelastung trotz aller Rechenkunststücke (Beck will sogar die von Illegalen begangenen Straftaten aus der Kriminalitätsstatistik herausrechnen, weil diese sich ja auf die registrierte Wohnbevölkerung beziehe) nach wie vor über dem Durchschnitt liegt ­ der Weisheit letzter Schluß am Kapitelende lautet regelmäßig: Die ,,Hilfsangebote" müßten erhöht, verstärkt, intensiviert werden.
Der Rest ist Schönfärberei. Der verheerenden Sozialstruktur der Einwanderer wird entgegengehalten, ,,Migranten" fänden sich heute ,,auf jeder Stufe der sozialen Leiter" ­ weiter oben halt nicht so viele. Der miserable Bildungsstand eines Großteils der Einwanderer wird mit der ,,Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft" und nicht mit der bewußten Integrationsverweigerung vor allem muslimischer Einwanderergruppen erklärt. Von den sozialen Verwerfungen, die aus dieser Gemengelage in Zeiten leerer Kassen und sinkender Sozialleistungen drohen, macht sich der Migrationsbericht kein realistisches Bild ­ von Lösungsansätzen ganz zu schweigen.

Books:

  1. Höhenrausch. Die wirklichkeitsleere Welt der Politiker
  2. Tödlicher Irrtum. Die RAF in Deutschland
  3. Kampf dem Terror - Kampf dem Islam? Chronik eines unbegrenzten Krieges.
  4. Putins Russland
  5. Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert.
  6. Islam und Terrorismus
  7. Delta Force
  8. Manifest der Kommunistischen Partei.
  9. Was ist was?, Bd.70, Das alte Ägypten
  10. Volk am Rand. NPD: Personen, Politik und Perspektiven der Antidemokraten

Books

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