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Schleichender Wandel
60 Jahre nach Kriegsende bedeuten einen Gezeitenwechsel, wie Frei im ersten Kapitel dieses Buches ausführt: Die letzten Zeitzeugen versterben, statt über deutsche Täter wird immer mehr über deutsche Opfer gesprochen, das Wort einer "selbstbewussten Nation" ist entstanden. Leider bleibt Freis Buch nicht bei der Frage, wie wir heute mit dem Dritten Reich und seinem Erbe umgehen, sondern verliert sich in einer historischen Analyse der letzten Jahrzehnte. Das Niveau ist hoch und der Stil oft trocken: So lässt das Buch weit weniger Leser aus dem Erdgeschoss der geschichtswissenschaftlichen Debatte zusteigen als vielmehr solche aus dem vierten oder fünften Stock.
- Arne Hoffmann -
Aktuell mit Hintergrund
Norbert Frei gibt mit Blick auf die Frage, wie die nationalsozialistische Vergangenheit in Zukunft erinnert werden wird, an verschiedenen Beispielen eine kleine Übersicht über die Geschichte des Umgangs mit dem Nationalsozialismus sowohl in der Politik, in der Justiz als auch in der Wissenschaft in Deutschland. Der aktuelle Diskurs um die Erinnerungen an das Dritte Reich wird somit in den zeitgeschichtlichen Kontext eingeordnet. Ein gut lesbarer, aber dennoch anspruchsvoller und informativer Überblick!
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