Der lange Weg zur Freiheit.

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Der lange Weg zur Freiheit.


Authors: Nelson Mandela
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: November 1997
Publisher: Fischer (Tb.), Frankfurt
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Customer Review:
Beeindruckende Biographie
Wenn der durchschnittlich politikinteressierte Laie den Namen Nelson Mandela hört, fallen ihm in der Regel nur die allseits bekannten Eckdaten ein: Langer Kampf gegen die Apartheid und die rassistische Regierung Südafrikas, für den er beinahe 30 Jahre im Gefängnis verbracht hat, danach Präsidentschaft und der Friedensnobelpreis dafür, dass er trotz seiner persönlichen Leiden auf den Dialog und die Versöhnung zwischen den Schwarzen und den Weißen setzt.
In seiner Autobiographie gewährt der Staatsmann zudem Einblicke in die Hintergründe der politischen Entwicklung Südafrikas. Der Leser kann sich ein Bild von der persönlichen Entwicklung Mandelas machen und von den Beweggründen eines Mannes, der nicht von Kindesbeinen an zum Revolutionär erzogen wurde, sondern der erst nach und nach erkennt, dass er trotz seiner eigenen erfolgreichen Karriere als Anwalt nicht die Augen verschließen kann vor der Ungerechtigkeit und der diskriminierenden Politik seines Landes. Besonders die Konsequenz, mit der Mandela und andere ihr eigenes Leben dem Kampf für die Freiheit geopfert haben, ist beeindruckend. Darüber hinaus sind vor allem die Insider-Informationen zu den politischen Ereignissen in der Partei Mandelas und in seinem privaten Umfeld für den Leser interessant.
Kritisch ist anzumerken, dass auch in der Biographie immer wieder der Politiker Mandela durchkommt, was eine subjektive Färbung bei der Darstellung der politischen Konflikte zur Folge hat, so etwa, wenn Mandela bei den Beschreibungen der Polizeiinterventionen immer wieder betont, wie viele Frauen und Kinder dabei zu Schaden gekommen sind, während die Opfer eigener Anschläge mehr oder weniger als Kollateralschäden deklariert werden. In diesem Fall wäre mehr Neutralität und sachliche Darstellung sicherlich wünschenswert, vor allem, weil auch durch die objektive Schilderung der Tatsachen deutlich wird, wie unmenschlich die südafrikanische Regierung gegen das Streben der schwarzen Bevölkerung nach Gleichberechtigung vorgegangen ist.
Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass es sich bei dem Buch um die gelungene Biographie eines beeindruckenden Mannes handelt.

Ein Buch für den Deutschen Schulunterricht
Mandela hat sein dramatisches Leben zwischen zwei Buchdeckel gefasst. Diese Buch ist einiges der wenigen, die ich mit allerhöchster Konzentration und Ehrfurcht gelesen haben. Der Weg vom Top-Terrorist und Staatsfeind Nr. 1, über den berühmtesten Gefängnisinsassen, der mit einer unglaublichen und nicht nachvollziehbaren Sourveränität zurück ins politische Leben kam.
Ich würde mir wünschen, dieses Buch wäre eine Pflichtlektüre für die deutschen Schüler, so wie es viele andere weniger bedeutsame Bücher auch sind. Unsere Kinder würden viel viel lernen. Über die Geschichte, Kulturen, Wirtschaftspolitik, Rassenkämpfe und die Ethik von großen Menschen.
Der Gandhi Südafrikas...
1994 wurde Nelson Rolihlahla Mandela zum ersten aus freien Wahlen gewählten schwarzen Präsident Südafrikas gewählt. Davor lag eine 27-jährige Haft, die ihn von seiner Familie und seinen Freunden im African National Congress (ANC) trennte. Diese Autobiografie Mandelas wurde zu großen Teilen in der Haft verbotener Weise geschrieben und herausgeschmuggelt, dann nach 1990 von ihm erweitert und 1994 veröffentlicht.
Mandela wurde am 1918 im Dorf Qunu in der Nähe von Umtata in der Transkei geboren. Sein Vater Henry Mgdala Mandela war stellvertretender Führer des Thembulands. Nelson beendete seine schulische Ausbildung in Heraldtown an einem methodistischen Internat. Danach begann er ein Anwaltsstudium an der Universität von Fort Hare, wo er bald Mitglied des Studentenrats wurde. Nach einem Protestmarsch wurde er 1940 zusammen mit Oliver Tambo, dem zukünftigen Vorsitzenden des schon 1912 gegründeten African national Congress (ANC) von der Universität verbannt. 1944 half er bei bei der Gründung des ANC Jugendverbands (ANCYL) mit. 1952 ließ er sich mit seinem Partner Oliver Tambo in der ersten schwarzen Anwaltskanzlei nieder. Er stellte während dieser Zeit fest, dass die Regierungspolitik der Isolierung, Bantustan genannt, ein politischer Schwindel sei. Dies, so sagte er voraus, würde zu Verfolgungen, staatlichem Terror und Deportationen führen. In den späten 1950ern war er einer der Beschuldigten in dem berühmten Verratsprozess der südafrikanischen Regierung gegen den ANC. Der ANC wurde nach dem Sharpville Massacre von 1960 als politische Partei verboten. Mandela wurde bis 1961 inhaftiert.
Nach seiner Freilassung führte er heimlich einen Feldzug für eine neue Staatsordnung. Umkhonto we Sizwe (MK) wurde im gleichen Jahr als militärischer Zweig des ANC gegründet. Dieser Zweig übte unter Mandelas Führung Anschläge auf Regierungs- und Wirtschaftsziele aus. Im Jahre 1962 verließ Mandela das Land und wurde in Angola militärisch ausgebildet. Von dort leitete er die Ausbildung anderer MK-Mitglieder. Bei seiner Rückkehr nach Südafrika wurde er an der Grenze wegen öffentlicher Unruhestiftung verhaftet. Er führte seine eigene Verteidigung, wurde aber trotzdem zu fünf Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Während dieser fünf Jahre wurde er zusätzlich im Rivonia-Prozess angeklagt und zu lebenslänglicher Gefangenschaft verurteilt.
In einem der vielen Gerichtsverfahren gegen Nelson Mandela fiel 1964 gegen ihn und fast die ganze Spitze des ANC das Urteil der lebenslangen Haft. Eigentlich wurde erwartet, dass sie zur Todesstrafe verurteilt würden, der Richter de Wet entschied aber, diese nicht zu verhängen. Diese Gruppe des ANC wurde in das Gefängnis auf Robben Island gebracht, einer Kapstadt vorgelagerten Insel. Das Buch schildert die langen Jahre der Gefangenschaft ausführlich und sehr anschaulich. Während des Aufenthalts auf der "Insel" entwickelten die ANC-Mitglieder ein ausgefeiltes Bildungssystem für die Mitgefangenen, durch welches sie ihre politischen Grundsätze und die Geschichte des ANC weitergaben. Diese sogenannte "Mandela-Universität" wurde zu einer einzigartigen Stätte des Lernens und der Erziehung, die sogar das weiße Bewachungspersonal mit einbezog.
Anfang April 1982 wurde die Führungsgruppe des ANC aus dem Gefängnis auf Robben Island in das Hochsicherheitsgefängnis von Pollsmoor auf dem Festland in der Nähe von Kapstadt verlegt. Damit versuchten sie eben diese Einrichtung, die die Insassen politisch formte, zu unterdrücken. Mandela beschrieb die Bedingungen im Gefängnis in Pollsmoor als 5-Sterne-Hotel im Vergleich zu Robben Island. Während seines Aufenthaltes in Pollsmoor wurden Mandela einige Freilassungsangebote gemacht, die er aber alle auf Grund inakzeptabeler Bedingungen, wie zum Beispiel der "Abschwörung jeglicher Gewalt" in dem Abkommen mit Botha, ausschlug. Auch erhielt er viele Besuche wichtiger Politiker, wie zum Beispiel eines Mitgliedes des britischen Oberhauses.
1988 wurde Mandela noch einmal in ein Gefängnis in die Nähe von Paarl verlegt. Dort verbrachte er zwei weitere Jahre in Gefangenschaft. In diesem Haus lebte er alleine, er hatte mehrere Zimmer, ein Büro und auch ein Schwimmbad. Dort lernte er wieder, mit Raum und Menschen umzugehen. Dies war die Mitte zwischen Gefängnis und Freiheit. Mandela durfte öfter, jedoch nur in Begleitung, aus seinem Haus. Es war ihm erlaubt, die Stadt und Umgebung zu erkunden. Nachdem Frederik Willem de Klerk am 20. September 1989 seinen Posten als Vorsitzender der National Party einnahm und als Präsident vereidigt wurde, dauerte es nicht mehr lange, bis Nelson Mandela am 11.2.1990 aus der Haft entlassen wurde.
Nach seiner Freilassung wurde er nach Kapstadt gebracht, und dort hielt er dann von dem Balkon des Rathauses an der Grand Parade seine historische Rede. 1990 bei der Eröffnungsrede des Parlaments sagte de Klerk, der damalige Staatspräsident, dass alle politischen Gefangenen freigelassen würden. Dazu erklärte er, dass auch der ANC mit insgesamt 32 anderen politischen Organisationen "entbannt" würde.
In den Folgejahren fanden intensive Verhandlungen zwischen Vertretern aller Bevölkerungsgruppen über die Zukunft Südafrikas statt. Unter schwierigen Bedingungen wurde ein Kompromiss über eine Übergangsverfassung erreicht, die für eine begrenzte Zeit die Teilnahme aller Rassen an der Regierung festlegte. Für diesen Mut, neue Wege zu begehen, bekamen de Klerk und Mandela 1993 den Friedensnobelpreis.
Im April 1994 fanden die ersten demokratischen Wahlen statt, an der alle Südafrikaner teilnehmen konnten. Am 10. Mai 1994 wurde Nelson Mandela Präsident der Republik Südafrika. Viele Abgesandte aus 170 verschiedenen Ländern strömten nach Südafrika, um zu sehen, wie der berühmte ehemalige Gefangene zum Präsidenten vereidigt wurde. Mit einer wichtigen Schlussbemerkung enden die Aufzeichnungen Mandelas: „Um frei zu sein, genügt es nicht, nur einfach die Ketten abzuwerfen, sondern man muss so leben, dass man die Freiheit des anderen respektiert und fördert. Die wahre Prüfung für unsere Hingabe an die Freiheit hat gerade erst begonnen." - Überaus lesenswert!

Books:

  1. Die Wut wächst. Politik braucht Prinzipien.
  2. Weltgeschichte
  3. Gelebte Geschichte.
  4. Der Baader Meinhof Komplex.
  5. Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF
  6. 1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewußtsein der Deutschen
  7. Mein Schmerz trägt deinen Namen. Ein Ehrenmord in Deutschland
  8. Facts of Life
  9. Geschäftsmodelle in der digitalen Ökonomie. Merkmale, Strategien und Auswirkungen
  10. Moderationsmethode und Zukunftswerkstatt

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