Ist Deutschland noch zu retten?

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Ist Deutschland noch zu retten?


Authors: Hans-Werner Sinn
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: Januar 2005
Publisher: Ullstein Tb
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Customer Review:
20 Jahre Monetarismus
Da merkt die Unter- bis Mittel„schicht” seit Jahren, dass das Rezept der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik für sie alles andere als bessere Lebensumstände bringt. Auch die Klein- und Mittelbetriebe erleben das hautnah.
Aber weil die Oberschicht und Eliten davon profitieren, wird dieser Monetarismus immer wieder vorgekaut. Warum das ganze nicht aufgeht, hat z.B. Emanuel Todd in „Die neoliberale Illusion” aus soziologischer Sicht sehr einleuchtend dargestellt.
Ich frage mich, warum die Globalisierung, die EU usw. immer als „vom Himmel gefallen”, also unabänderlich, vorausgesetzt wird. Wenn man sich die Entwicklungen des Bruttoinlandsprodukts zur Zeit vom Protektionismus (nicht Abschottung) vieler Länder anschaut, dann ist es da der breiten Masse besser gegangen.
Wer einen Kachelofen hat, der hat mit diesem Buch wenigstens Heizmaterial.
die Wahrheit tut weh...
Aus dem Lehrstuhl von Dr. Sinn kenne ich abartige Abhandlungen moderner Wirtschaftsmathematik. Daher war ich umso begeisterter, dass er auch für das Volk schreiben und (angesichts zahlreicher überzeugender Fernsehauftritte) auch sprechen kann.
Das Buch ist nicht ohne Strecken und verfolgt seinen ganzheitlichen Anspruch, alle Themen abdecken zu wollen, bis zur Schmerzgrenze. Aber es ist für das Genre einfach geschrieben.
Hervorragend wird die Mär vom Exportweltmeister zurechtgerückt. Nicht ohne Spott wird der Untergang unseres Rentensystem bis 2050 prophezeit. Manchmal boshaft werden die Gewerkschafter als Jobvernichter Nr. 1 gebrandmarkt. Dennoch wird alles wissenschaftlich oder empirisch belegt, auch wenn Sinn, wie bei der Exportweltmeisterschaft seine Beweisführung etwas unnötig überzieht. Teilweise hat ihn die Realität bereits jetzt widerlegt. Aber der Anspruch ist ein guter.
Was unsere Politiker nicht können (wie auch? sind fast alles Juristen oder Lehrer, siehe Bundesregierung) versucht ein Wirtschaftsprofessor. Dem Volk in relativ einfachen und seriösen Worten erklären, was auf sie zukommt, und wer schuld an der Arbeitslosigkeit ist (nicht nur die Gewerkschaften, aber auch...).
Ein gutes Buch, das nicht gerade aufmuntert, aber viele ökonomische Wissenslücken schließt. Jeder der in der Wirtschaftspolitik mitredet, sollte es lesen, vor allem jeder Wirtschaftspolitiker (speziell die Juristen und Lehrer).
Ein wenig mehr Struktur würde ich mir wünschen. Und mehr Knappheit bei einigen Themen, Sozialversicherungen werden z.B. recht stark strapaziert.
Ein wenig plakativ neoliberal will es schon sein, Provokation ist immerhin im Sinne der Verkaufszahlen. Aber was heißt schon "liberal" in der deutschen Wirtschaftsbürokratie? Lächerlich! Wir sind wahrscheinlich näher am Sozialismus als am Kapitalismus.
endlich Tacheles geredet/geschrieben
Ich habe dieses Buch vor einiger Zeit gelesen und war begeisterst, von der Art, wie Prof. Sinn nicht nur seine Thesen schmettert, sondern diese auch sinnvoll untermauert.
Das Deutschland den Anschluss mehr oder weniger verloren hat ist ja kein Geheimnis, erschreckend für mich ist in diesem Zusammenhang eher, dass es Lösungswege gibt, die von der Politik und das betrifft vor allem die beiden großen Volksparteien, sowie die Grünen und die Linkspartei, nicht wahrgenommen, geschweige denn umgesetzt werden. Und darum geht es nun in diesem Buch, zunächst wird die Lage sehr präzise analysiert und im weiteren Verlauf werden Lösungsansätze diskutiert.
Das jene Lösungen nicht gerade das Herz eines jeden Sozialdemokraten und die breite Masse zum höher schlagen anregt ist natürlich nicht verwunderlich, da es in der Ökonomie in erster Linie um Optimalitätsbedingungen geht. ABER man darf nicht vergessen, dass in diesem unseren schönen Land sich eine Kultur herausgebildet hat, die weder das Interesse, noch die nötige Erfahrung hat, ökonomische Zusammenhänge zu durchschauen. Dies wäre aber für das Zusammenleben aller von elementarer Bedeutung! Man kann nicht den Ast absägen auf dem man sitzt heißt es so schön, und in einer Welt, in der nicht nur die Unternehmen konkurrieren, sondern auch die Gesellschaften muss man sich überlegen, ob der Weg, den man einschlägt auch der richtige Weg ist.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf ein wichtiges Thema des Buches zu sprechen kommen, den Arbeitsmarkt.
Prof. Sinn hat vollkommen recht, wenn er von einem regulierten, förmlich verkrusteten Arbeitsmarkt spricht. Dies ist nämlich gänzlich der Fall. Um das zu verstehen muss man sich jedoch mit den Marktgleichgewichtstheorien der Mikroökonomie beschäftigen. Das heißt im Klartext, dass sich der Markt ohne Regulierungen komplett selbst über den Preis regelt. Dann kommt es zu einer Markträumung, also ökonomisch gesehen zu einer Vollbeschäftigung! Das heißt aber auch, dass wir unsere Anspruchshaltung überdenken müssen und auch akzeptieren müssen, dass wir für einen geringeren Lohn arbeiten gehen. Hier kommt nun das Modell der aktivierenden Sozialhilfe ins Spiel. Der Staat vergibt kein Geld mehr fürs Nichtstun sondern als Ausgleich zur Annahme eines geringer entlohnten Jobs. Dem Menschen geht es dadurch also nicht schlechter, wie viele anscheinend denken.

Das Schlusscredo bedeutet also vor allem, dass die Anspruchshaltung bei vielen zu hoch ist und dass der Staat den Menschen kein Geld mehr für das Nichtstun in den Rachen schmeißt. Und ich denke eigentlich, dass vor allem letzterer Punkt im Interesse aller Menschen ist!!

Ich bin der Meinung, dass es sich um ein exzellentes Buch handelt, dass die Realität sehr gut beschreibt und Auswege aus der Krise aufzeigt.

Ist Deutschland noch zu retten? JA! Unter der Bedingung, dass die Menschen schonungslos über die Situation aufgeklärt werden, wie es in diesem Buch in unvergleichlicher Art und Weise getan wurde.

Books:

  1. Hartz IV. Eine Abrechnung
  2. Kein schöner Land. Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit
  3. Der Fürst
  4. Deutschland. Der Abstieg eines Superstars
  5. Generation Reform. Jenseits der blockierten Republik.
  6. Power. Die 48 Gesetze der Macht. Ein Joost-Elffers-Buch.
  7. Die Reformlüge
  8. Der lange Weg zur Freiheit.
  9. Die Wut wächst. Politik braucht Prinzipien.
  10. Weltgeschichte

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