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In den zu großen Fußstapfen eines Hans Leyendecker ...
Claus Kleber ist gläubiger Katholik. Insofern hat er sich lange Jahre als ARD-Korrespondent im Bibel-Gürtel der USA an einem für ihn sicherlich adäquaten Ort aufgehalten. Claus Kleber ist in der Tat leider durchaus einzureihen in die „Koalition der Willigen“. Keinesfalls nämlich versteht er den Buchtitel "Amerikas Kreuzzüge" als Aufforderung zur sofortigen Unterlassung. Wer so wie er das Papsttum verehrt, ist auch anfällig für die ideologische Verniedlichung von Kreuzzügen, ist anfällig für die militärische Klärung beim "Clash of Civilizations" (Samuel P. Huntington). Welche Nation am Ende das globale Sagen haben sollte? God's own country natürlich. Claus Kleber gerät nicht in den Verdacht, sich mit Michael Moore beschäftigt zu haben oder gar mit dem Leitartikler der NEW YORK TIMES, Seymour Hersh, oder etwa mit Howard Zinn oder Chalmers Johnson, Barbara Victor oder Esther Kaplan. Claus Kleber rückt eher in die Nähe der etwas einseitigen deutschen Amerika-Verteidiger und Buchautoren Henryk M. Broder oder Dan Diner. Der im Süden mächtig gewordene Evangelismus der USA, der nicht nur die darwinistisch-naturwissenschaftliche Erklärung der Welt-Erschaffung in den Schulen ersetzen will durch die "creationistische" Lehre von der Schöpfung als "intelligentem Design" (wer war wohl der Designer?), - dieser Evangelismus, der bestimmte Menschen motiviert, Schwangerschafts-Abbruch-Kliniken in die Luft zu sprengen - dieser Evangelismus hat im "September eleven" eine fast monumentale, unauslöschliche Rechtfertigung zu einem endlosen Krieg gegen die "Achse des Bösen" gefunden - was uns in die geistige Situation des Mittelalters zurückführt - mit den Waffen der Neuzeit. Kleber betrachtet dies arglos und ruhevoll, reportert sich durch die Gehirne der bäuerischen frommen Bevölkerung des Landesinneren jenseits aller städtischen Aufgeklärtheit, zitiert zufriedene Bettler, die nicht klagen mögen, zitiert zufriedene Afghanen, die den USA nicht böse sein wollen. Als Nachrichten-Sprecher hat Claus Kleber immer sympathisch auf mich gewirkt. Als Buchautor hat er sich überhoben. Er sollte politilogisch mehr informierten Journalisten wie Hans Leyendecker besser das Feld überlassen. Die denken auch beim Schreiben etwas gründlicher nach.
Packend und informativ
Ich bin auch jemand, der nach Anschauen der Filme eines Michael Moore und dem Lesen seiner Bücher teils amüsiert, teils angewidert war vom amerikanischen "way of life" und diversen Einstellungen unserer Freunde auf der anderen Seite des Atlantik. Aber ich wollte es nicht bei Zynismus, Ironie und blindem Aktionismus belassen und las Claus Klebers Buch, nachdem dieser Journalist mir bei Maischberger sehr gut gefallen hatte. Ebenso gefällt mir nun die Art, wie Kleber schreibt, immer wieder persönliche Erfahrungen, Sichtweisen und Eindrücke mit in seine Analyse einfließen lässt und immer gut lesbar bleibt.
Mein Fazit: Nur F*** Bush! oder gar F*** Amerika rufen, reicht nicht. Die Strukturen sind weitaus komplizierter und ernster, als dass Polemik dieser Art angebracht wäre.
Ein Satz Klebers hat mir besonders gefallen. In diesem heißt es sinngemäß, Amerikas Fehler seien durch Handeln zustande gekommen, Deutschlands Fehler durch Angst vor dem Handeln. Ob er da gar den Kern der Mentalitätsunterschiede trifft? Man kann und muss nicht mit allem einverstanden sein, was Amerika außen- wie innenpolitisch so tut. Aber man sollte seine Einschätzungen zumindest differenziert untermauern können. Und dazu ist Klebers Buch meiner Meinung nach sehr gut geeignet. Prima!
Informativ und interessant!
Ein tolles Buch, das uns Amerika und dessen
Weltanschauung ein wenig besser kennen lernen
läßt. Klaus Kleber, der viele Jahre als Reporter
in den Staaten lebte, erzählt von persönlichen
Erfahrungen, Interwiews mit Politikern, Krieg im
Irak und vor allem spricht er mit den Menschen
dort. Sehr interessantes Buch!
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