Customer Review:
Ein Buch für alle werbenden Menschen
Nein, keine Angst, das ist kein Generationenreport. Davon gibt es mehr als genug. Dieses Buch ist das wirklich gelungene Ergebnis der Arbeit der zwei Trendforscher Steinle und Wippermann, die einen Blick in die Zukunft der heute 15- bis 25-Jährigen werfen. Glücklicherweise tun sie das nicht mit unzähligen Tabellen und Statistiken, sondern in erzählerischer Form - trotzdem belegen sie ihre Thesen wissenschaftlich fundiert. Ein Muss für alle, die für sich oder andere werben. Ein Beispiel: Für die Jungen sind Werte wie Treue, Verlässlichkeit, Vertrauen, ja sogar Disziplin wichtig. Werte, die viele von uns verraten (haben). Das muss auch die Art und Weise, wie wir werben, beeinflussen. Oder?
Schönes Buch - schöne Zukunft
Das gab es wohl noch nie, dass eine veröffentlichte Studie zu den schönsten Büchern Deutschland gekürt wird, und so auch ein neues Publikum erreicht. Zum Beispiel durch eine Abbildung des wunderschönes Umschlags im Page, der deutschen Zeitschrift für digitale Gestaltung und Medienproduktion.
Schönheit ist ein gutes Rezept, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Aber ein schönes Gedeck allein macht nicht satt. Was die beiden Trendforscher aber auf den Teller bringen, ist ein einziges Dessertbuffet. Und so klappte ich das Buch nach der letzten Seite nicht nur gesättigt zu, sondern hatte auch eine andere Sichtweise der Zukunft. Denn die Hauptthese der beiden Trendforscher und ihrer vielen Helfer ist ermutigend und einleuchtend zugleich: Die heranwachsende Jugend Deutschlands ist besser, als uns die Medienbeherrscher weismachen wollen. Individualismus und Egoismus ist nicht dasselbe. Die Jungen vertrauen auf sich selbst, weil die grossen Ideologien versagt haben. Die Ironiker und Zyniker in den Chefetagen der Medienkonzerne beschreiben nicht die Jugend, sondern sich selbst. Genau die Werte, an deren Niedergang die ältere Generation noch heute arbeitet, werden von den Jungen wieder hoch gehalten: Treue, Verlässlichkeit, Vertrauen und sogar Disziplin. Steinle und Wippermann sichern ihre Thesen nicht mit unzähligen Tabellen ab. Die Resultate ihrer Befragungen in zehn deutschen Städten giessen die Trendforscher in eine Prosa, die sich lesen lässt, die Spass macht, ohne unsägliches Spass komm raus. Keine Anbiederung an eine Jugendsprache, die sie selber nicht beherrschen, sondern klare, bildhafte Formulierungen. Die Jugendlichen lassen sie durch prägnante Zitate auf jeder Seite selber zu Wort kommen, als Beleg für die Thesen und Einblick in die beschriebene Welt.
Wer immer sich ein Bild der heranwachsenden Generation machen muss oder will, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Ausser er möchte bei seinen lieb gewonnenen Vorstellungen bleiben, um eigene Macht- und Denkpositionen zu verteidigen. Mir hat die Lektüre genau das bestätigt, was ich in persönlichen Begegnungen mit den Netzwerkkindern erfahren habe: Sie sind gut unterwegs und besser für die Welt von morgen ausgerüstet als die meisten ihrer Kritiker.
Ein Buch fürs Auge, fürs Gemüt und eine Zukunft, die gar nicht so düster ist, wie uns die Medienmenschen weismachen wollen.
tipps für innovative geschäftsleute
besonders interessant erschien mir die analyse der sogenannten "third places", der "ausgelagerten wohnzimmer". wenn "first place" das zuhause, "second place" der arbeitsplatz, dann steht "third place" für den punkt in einer stadt, an welchem man sich gerne einfindet, um sich wohlzufühlen. die momentan expandierende kaffeehaus-kette STARBUCKS wird da beispielsweise unter die lupe genommen: ZEITAUTONOMIE des kunden sei deren wichtigstes konzept: für die eiligen gäbe es eine "prepaid-card" mit der sich der umständliche zahlungsvorgang an der warteschlangen-kasse auf vier sekunden reduzieren lasse - für diejenigen, die lesend oder an ihrer examensarbeit brütend einen halben tag unter gleichgesinnten verbringen wollten, gäbe es weitausladende sessel und sofas, von denen sie niemand vertreibe. in deutschland praktizieren derzeit einige buchhandelsketten und warenhäuser eine zusammenarbeit mit starbucks. die richtige mischung der leute sei stabilisierender träger des komplizierten gewebes. IKEA als image-formende marke fällt mir dabei zusätzlich ein: ein bestimmter menschen-schlag erwartet und begegnet sich an einem ästhetisch klar definierten, identitäts-stiftenden ort. man fühlt gemeinsamkeit im selben geschmack. die verfasser des buches [mit einer bürofiliale in new york] erwähnen zur genaueren weiteren erklärung einen blumenladen, in welchem es auch kleine speisen, ein klavier für jazz-sessions, oder möbel-einzelteile gibt, die man auch kaufen kann. fazit: dieses buch ist nicht nur zum selbstvergleich der jugendlichen untereinander geeignet [wegen der vielen interviews], ist nicht nur ein verständnisvoller argumentator für eltern, die gelassener und optimistischer ihren nachkommen gegenüber stehen wollen - dieser band bietet auch eine menge informationen für geschäftsleute, die energie genug für innovationen haben ...
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