Customer Review:
Ärgerlich
Ich habe mich in letzter Zeit noch selten derart über ein Buch geärgert wie dieses; zu seinem Glück war es kurz (gerade mal magere 93 Seiten), sonst hätte ich es vermutlich nicht zu Ende gelesen, sondern in die Ecke geworfen. Der Autor Manfred Buchwald, der bei der ARD tätig war und dort leitende Positionen innehatte beschriebt hier den Niedergang der deutschen Rundfunkwelt und die gefahren, die durch den Rundfunk auf uns zukommen. Schuld an so ziemlich allen Problemen in unserer Gesellschaft hat dabei die Medienkultur und der freie Markt im Rundfunkbereich, der private Programme ermöglichte, die anscheinend für den Autor sowieso das Böse an sich darstellen. Er verteufelt diese Medien, äußert sich zynisch über konservative und liberale Politiker sowie alle Teile der Bevölkerung, die nicht begreifen wollen, wie wir von den Medien entmündigt und dumm gemacht werden. Sicher, in Teilaspekten und bestimmten Bereichen mag die Analyse Buchwalds zutreffen, aber sein Absolutheitsanspruch ist störend und wirkt arrogant. Warum schaut denn der Zuschauer RTL oder SAT.1? Weil er es sehen will! Natürlich sollte das Fernsehen auch bilden und informieren, aber dann müßte man ja auch gleich die Bild-Zeitung verbieten oder die Regenbogenpresse einstampfen. Aber das ist, was die Leute sehen wollen und ich halte es eher für eine Entmündigung des Bürgers, wenn er nicht das sehen darf, was er gerne sehen möchte. So komme ich zu einem ganz anderen Schluß als der Autor, nämlich daß sein Modell eher einer Entmündigung gleichkommt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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