Customer Review:
Ein schönes Buch...
Ich habe ein schönes Buch in der Hand. Schön fest eingebunden, mit schönen Zeichnungen. "Ente auf Sendung, von Medien und ihren Machern". Die Farben sind angenehm aufeinander abgestimmt, die Bilder sorgfältig durch das Buch verteilt. Alles ist im Gleichgewicht. Leute aus den Verschiedensten Medienbereichen geben etwas aus ihrer Erfahrung oder ihren Alltag zum Besten. Da schreibt Peter Scholl Latour neben Rudi Carell, Oliver Welcke neben Hans Leyendecker. Das Buch ist eben ausgewogen.
Und genau da liegt das Problem, in der Ausgewogenheit. Man will viele Gebiete berühren, vielseitig sein. Jeder hat offenbar unabhängig von den Anderen, und ohne vorherige Briefings seinen 9 seitigen Aufsatz abgeliefert, und dabei meist nichts weiteres gesagt, weil dazu der Platz nicht reicht, und das Thema zu offen ist. Planloses Gerede über Allgemeinheiten, zum Teil Fakten- und Gesichtslos "der Minister hat sich nicht gemeldet". Nach den wenigen interessanten Momenten muss man lange suchen.
Wenn wenigstens ein roter Faden durch das Buch gehen würde, eine Einleitung, wo man den jeweiligen Verfasser präsentiert und seine Rolle im grossen Medienbild erklärt. Dann hätte man vielleicht doch noch erreicht aus den vielen wilden Kräutern einen Blumenstrauss zu machen. Und vielleicht hätte das dem Leser geholfen zu verstehen, was dieses Buch eigentlich soll.
Denn obwohl es wie eine Fiebel illustriert ist, ist es kein Kinderbuch, dafür wird zuviel Kenntnis der Medien und auch der Autoren vorausgesetz. Ohne einen Leitfaden der durch die verschiedenen Medien-themen führt, ist es auch kein Jugend-buch. Die Autoren, oder die Gebiete die sie besprechen werden nicht richtig präsentiert. Statt dessen gibt es von jeden Author einen kurzen, nichtssagenden Lebenslauf am Ende des Buches. Zu jedem Artikel gehört auch ein schönes Bild. Das sind wirklich schöne Bilder, die aber so gut wie nichts mit dem zugehörigen Artikel zu tun haben. Ich würde mich als jugendlicher zum Teil überfordert, zum Teil veräppelt fühlen.
Es muss also ein Buch für Erwachsene sein. Vermutlich im Auftrag hergestellt und nach einfachem Rezept: gute Namen als Autoren, schöne Bilder, und bloss nichts aussagen. ISBN nummer drauf, sehen wer sich vom Titel und den Farben zum Kauf anlocken lässt, und den Rest in die Grabbelkiste bei Hertie. Gleich auf der ersten Seite lernte ich etwas. Warum heisst eine Falschmeldung eine Ente. Kommt von n.t. ... Leider habe ich auf den folgenden 224 Seiten nichts weiter dazugelernt.
Der Titel liess mich vermuten, dass hier kritisch zu der Situation der Medien Stellung genommen werden wird. Nachdem ich eben Kristina Borjessons "Into the Buzzsaw" mit Hintergrundgeschichten von Reportagen, die nie veröffentlicht wurden, gelesen hatte, wollte ich etwas über unsere deutschen Medien erfahren. Deswegen habe ich mich zum Kauf dieses Buches verleiten lassen. Und ganz falsch lag ich eigentlich nicht. Denn eigentlich sagt dieses Buch alles über unsere Medien aus. Es ist nämlich symptomatisch für alles was mit den Medien nicht in Ordnung ist. 23 verschiedene Autoren plappern ungezielt jeder in seine Richtung. Es passt perfekt in unsere Zeit, wo zum Beispiel der Spiegel, früher ein seriöses Nachrichtenmagazin, dem Krieg in Afghanistan ebensoviel Spaltenplatz zubilligt, wie Daniel Kübelböcks Autounfall. Wo wir von der Presse gezielt aufgerührt werden, so wie zur Zeit mit der Gewalt von rechts und in den Schulen, oder die angebliche Vogelgrippe, während andere Nachrichten totgeschwiegen oder lächerlich gemacht werden.
Wie gesagt, ein schönes Buch, schöne Bilder, weltfern, voll von beruhigendem seichtem Geschwätz, eine gute Abspiegelung der gesamten Medienwelt. Deswegen 2 Sterne.
Schönes Buch
Dieses Buch ist von der Art her wie:"Der Kanzler wohnt im Swimmingpool"- bekannte Leute, wie z. B. Peter Scholl- Latour, Rudi Carrell und Maybrit Illner schrieben Beiträge. Es gibt viele verschiedene Themen rund um den Journalismus. Oft finde ich die Wortwahl für Kinder nicht angemessen,welchem Kind sagt z. B. "atavistisch" oder "nonverbal" was? Somit denke ich, man sollte das Buch mit seinem Kind zusammen lesen, oder aber dann warten, bis das Kind älter ist. Auf jeden Fall ist dieses Buch sehr informativ und mit sehr schönen Illustrationen versehen. Mir hat es sehr gut gefallen und ich habe viel dazu gelernt. ;)
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