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Eine Frage der Hysterie
Dieses Buch, geschrieben von Rainer Fromm, welcher ja auch schon bezüglich der Thematik des Satanismus durch oberflächliches, und nicht-fundiertes Wissen zu glänzen (oder dämmern) vermochte, widmet sich dieses Mal einem vielleicht ebenso umstrittenem Thema, (oder vielleicht nicht ganz so sehr, was jedoch den gesellschaftlichen Grundtenor betrifft, vielleicht schon). Fromm versteht es, wie in allen seinen Berichten und Büchern, mit der Angst und Hysterie der Menschen zu spielen, und sie, (um mal eine etwas provozierende Formulierung zu verwenden), auf diabolische Weise an das Thema heranzuführen.
Ich stehe dem Thema überaus gespalten entgegen, und frage mich, ob ein gesellschaftstreuer, klischee-denkender und -schreibender Fromm für so eine Betrachtung ausreicht.
Aus Sicht der Polarisierung hat er alles richtig gemacht; ein reißerischer Inhalt, ein paar oberflächliche Betrachtungen, interview-ähnliche Darstellungen, etc.- aber man sollte sich wirklich fragen: reicht das aus?
Und da muss man ernsthaft sagen: nein.
Die psychologische Relevanz des Themas ist überaus brisant. Man kann und darf nicht daherkommen, und pauschal jeden Spieler eines 3D-Shooters als potentiellen Gewaltverbrecher dahinstellen. Man kann ebensowenig daherkommen, und einen Teilnehmer an LAN-Treffen als potentiellen Gewalttäter dahinstellen. Genausowenig ist es logisch nachvollziehbar, alles was einem selbst nicht in den Kram passt, zu zensieren.
Fakt ist jedoch, und dies hat der jüngste Fall in Erfurt gezeigt, dass ein (aufgrund anderer Umstände dazu gewordener) potentieller Gewalttäter, in Computerspielen eine "Inspirationsquelle" sehen kann. Viele Täter neigen dazu, nach Vorbildern zu handeln. Wenn man sich mit der Geschichte der Verbrechen beschäftigt, sind dies oftmals Bücher (Hamlet, beispielsweise, die Werke Dante Alighieris, am beliebtesten die einheitliche Bibel) und Zeichnungen. Kunst war immer eine Inspiration für alles Mögliche; so eben auch für Verbrechen. Und Computerspiele sind Kunst. Man kann hier pauschal nicht sagen, dass jeder der in den Genuß der Kunst kommt, potentiell gewalttätig ist. DIE MEISTEN COMPUTERSPIELER SIND ES EBEN NICHT! Es kommt darauf an, ob sich denn ein potentieller Gewaltverbrecher von einem Spiel beeinflussen lässt, oder eben nicht. Was man daraus für Schlüsse zieht, mag jedem selbst überlassen seien; wenn es jedoch um Zensierung geht, so wäre es eine logische Konsequenz, alle Bücher, Filme und Zeichnungen, die man nicht ab 12 freigibt, vom Markt zu nehmen.
Vielmehr ist es doch die Gesellschaft, die einen potentiellen Gewalttäter erschafft; diese Tatsache jedoch, war Fromm vielleicht etwas zu heiß, was daran liegen mag, dass das Durchschnittspublikum, der mäßig intelligente Durchschnittsbürger, allein durch sein Handeln und Wirken mindestens einen potentiellen Gewalttäter heranzieht. Warum sollte man also seinen Leserkreis vergraulen? Man baut lieber eine "Teufelsstory" über die "Minderheit" auf.
Fazit: Guter Ansatz, dafür 2 Sterne, aber fast von Anfang an (inklusive Titel) schlecht und viel zu oberflächlich umgesetzt. Ich frage mich; wo sind die konsequenten Wissenschaftler geblieben?
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