Customer Review:
Ernst zu nehmen!
Ich halte die Grossman-Thesen grundsätzlich für ernst zu nehmen. Ob sie bis ins Detail stimmen, ist eine andere Frage. Das oben gebrachte Argument, seit der Einführung der Ego-Shooter seien die Gewalttaten rückläufig, ist für sich kein Widerspruch. Denn Grossmans Zählung beginnt nicht mit der Markteinführung eines neuen Mediums, sondern ab dem Zeitpunkt, zu dem eine Generation damit aufgewachsen ist. D.h. genau genommen könnte man frühestens ab sofort vergleichen, denn jetzt sind Ego-Shooter schon 10 Jahre auf dem Markt. Und Grossman stellt ja auf Konditionierung ab. Ein, zwei Jahre Spielen genügt nicht.
Richtig ist sicherlich, dass viel, viel mehr im Leben eines Jugendlichen schiefgelaufen sein muss, bis er zum Täter wird. Fernsehen und Games allein machen es noch nicht.
Kurzschluss
Grossman konstruiert den von vielen Leuten sehentlichst herbeigewünschten Zusammenhang zwischen virtueller und realer Gewalt. Doch nur weil etwas so schön passen würde, ist es noch lange nicht so. Der Ex-Offizier schreckt nicht davor zurück, Kriminalstatistiken für seine Argumentation zu Recht zu biegen und unterschlägt dabei, dass sich ausgerechnet seit der Geburtsstunde der von ihm gegeisselten Ego-Shooter-Spielen (1992) die Gewalttaten in den USA eine rückläufige Tendenz aufweisen. Hinzu kommt, dass man den Eindruck nicht los wird, dass Grossman kein Wort mit den Spielerinnen und Spielern gewechselt hat, die er immerhin zu potentiellen Killern stempelt. Dieses Buch ist mit grösster Vorsicht zu geniessen.
Gefährden PC-Spiele die Jugendlichen?
Endlich ein Buch, das die Verbindung zwischen gewaltverherrlichende Medien (Videos, PC-Spiele) und der Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen nachweist. Bisher wurde immer wieder argumentiert, es gäbe keinen direkten Bezug zwischen diesen beiden Elementen. Lt.col. Grossman, amerikanischer "Killology-Experte" beweist in diesem Buch nun, nach akribischer Recherche nach, dass es diese Verbindung tatsächlich gibt. Das Buch ist Lehrern, Eltern, Jugendlichen nur zu empfehlen, da es in den Nachworten auch Hinweise für die Prävention von Gewaltbereitschaft gibt.
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