Customer Review:
Aufschlussreiche Selbstauskünfte
Insgesamt ist dieses Buch ein dreifaches Schatzkästlein. Dem angehenden Journalisten bringt es unaufdringlich bei, wie Prominente seiner Zunft über ihre Arbeit nachdenken - oder eben auch nicht. Für das Genre Interview aufschlußreich ist, wie Journalisten selbst sich den Provokationen konfrontativen Fragens entziehen können - sie also tun, was sie selbst im Beruf stört. Drittens leistet dieser Titel einen wertvollen Beitrag zur bundesdeutschen Mediengeschichte. Dass er allerdings, wie das Vorwort Bernhard Pörksens andeutet, ein Hilfsmittel zur eigenen Karriereplanung darstellt, darf bezweifelt werden. Nicht unbedingt wegen der schlechteren kaufmännischen Situation der Medienbetriebe, der großen Beliebtheit des Journalistenberufs oder der inzwischen fast obligatorischen akademischen Ausbildung. Eher, weil journalistische Leidenschaft eben nicht nur Ehrgeiz und Wissbegier bedeutet, sondern Passion das Element des Passiven, des Schmerzes und des Opfers in sich trägt.
Ein erfrischend mutiges Buch!
Das "Trendbuch Journalismus" ist eine Sammlung von Interviews mit einigen der größten Medienleute in Deutschland, und damit eine hoch interessante Lektüre für all diejenigen, die sich für die Journalismus-Branche interessieren. Der freche Ton der Studenten gibt den Gesprächen Würze und regt zum Schmunzeln an! Ein junges und erfrischend mutiges Buch!
Sehr dünn
Ich habe mich auf dieses kleine Buch trotz des stolzen Preises gefreut und bin enttäuscht worden. Eine nette Idee, hoffentlich angehende Jung-Redakteure des Hamburger Journalistik-Studiums befragen die Profis des Geschäfts, herrausgekommen ist jedoch ein zähes Frage-Antworten-Spiel, das, so unterschiedlich die Befragten von Kai Diekmann bis Ingrid Kolb auch sind, viel zu gleichförmig und ohne einen nötigen Pfiff herüberkommt. Die Fragen gleichen sich (PR vs. Journalie) und der mühsame Versuch den Interviewten etwas Positives über ein Journalistik-Studium abzugewinnen, wirkt künstlich, ebenso wie die verhalten höflichen Antworten darauf.
Eine Antwort auf die wahrscheinlich beste Ausbildung zum Redaktuer liefert dieses Büchlein daher eher unfreiwillig: Nur wer Praktika in Lokalreaktionen absolviert hat und mit wortkargen Brandmeistern und Obstbauern konfrontiert wurde, sollte auf Diekmann und Co losgelassen werden. Journalismus-Studenten können wahrscheinlich ein Interview analysieren, führen können sie es daher noch nicht.
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