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Freude am freien Spekulieren
Dieses ist ein Buch für Menschen, die unter Geomantie vor allem Kartenstudium verstehen und die Freude am freien Spekulieren haben. An der fehlende Sachkunde des Autors dürfen sie sich nicht stören.
Hauptthese des Buches ist die Behauptung, Karlsruhe sei ein alter Sonnenkultplatz von Antlantis-Abkömmlingen und die Externsteine neben der Cheopspyramide und einem Atlantis-Ort auf Lanzerote die Haupt-Kraftplätze des Kontinents.
Es ist wohl richtig, daß das im Barock - d.h. im geistigen Zeitalter der Aufklärung - gegründete Karlsruhe einige geomantisch deutbare Seltsamkeiten aufweist, was sicherlich auf die Verwendung hermetischen Wissens von Freimaurerlogen hindeutet. Die waren damals bekanntlich sehr einflußreich und sahen sich nicht im Gegensatz zur Wissenschaft. Alles andere ist durch nichts begründete Spekulation. Leider habe ich nicht erfahren, wofür denn die auf der Karte gefundenen Linien wichtig sein sollen. Daß die Altvorderen gute Astronomen waren und ihr Land gekannt haben, wäre an sich keine umwerfend neue Erkenntnis.
Die angeblichen Belege für die aufgestellten Thesen sind häufig grober Unfug. Einige Beispiele:
Appollon als nordischer Sonnenheld: Appollon stammt selbstverständlich aus Kleinasien und galt als Weisheitsgott, der in Erdhöhlen geweissagt hat. Die Übernahme von Delphi ist nur so verständlich. Erst später ist er zum Sonnengott, zu Phoibos geworden, parallel zur Patriarchalisierung der Gesellschaft, die das Wissen der männlich gedachten Sonne zugeordnet hat.
Ortsnamen und Wappen: Ein Blick in das ethymologische Wörterbuch, eine Anfrage beim Ortshistoriker wäre sinnvoll gewesen. Katharinentaler Hof als Katharer-Ort und Zeutern als Zeus-Stern sind einfach Brüller. Warum Knielingen ein Pentagramm im Wappen hat, ist sicher eine interessante Frage - aber bestimmt nicht, weil es auf der Linie eines Pentagramms liegt, das man irgendwie um Karlsruhe herum malen kann. Alb hängt nicht mit dem gallorömischen Götternamen Belenus, sondern mit einem alten Wort für Berg zusammen. Weiherfeld hängt nicht mit einem Weiheplatz, sondern einem Teich zusammen.
Ach ja: auf der Königs- wie der Kaiserlinie liegt ein Lichtenstein. Pech: das "Lichtenstein bei Reutlingen" wurde im 19. Jahrhundert nach dem überwältigenden Erfolg einer Novelle von Wilhelm Hauff im Auftrag eines württembergischen Prinzen als Fremdenverkehrsattraktion gebaut.
Übrigens: Auf keiner der vielen Karten ist der ebenso mythische wie historische deutsche Schicksalsort, die Wartburg verzeichnet und auch nicht Murrhardt, das über einen nachweislich seit zweitausend Jahren in Gebrauch befindlichen Kultort verfügt.
Die politische Ausrichtung des Autors habe ich nicht geprüft. Das verschiedentliche Lob für nationalsozialistische geomantische Studien, Julius Evola und die antroposophische "Wurzelrassentheorie" sowie die häufige Verwendung des Begriffes "Volk" können einem jedoch zu denken geben.
Das Einführungsbuch in die Deutsche Geomantie
Das einzige Buch der angewandten Geomantie für Deutschland das im Moment im Angebot ist. Es ist sehr leicht zu verstehen und somit das ideale Buch um sich mit dieser sehr alten neuentdeckten Wissenschaft vertraut zu machen
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