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Eine humoristische Reise auf den Spuren Jesu ý gesehen mit
Die Geburt eines Erzesels wird verheissen, zumindest meint das die junge Eselin, die mit Maria und Josef nach Bethlehem gekommen ist und die im Stall den Berichten der Hirten lauscht. Und diese Eselin kann nicht anders als träumen von einem Erzesel, was auch immer das sei. Das weiss nämlich keiner so richtig! Sie bekommt, ehe sie sich versieht, eine kleine Eselin, die - aufgrund der Prophetie - Gabriel genannt wird. Und so beginnt für Gabriel die lange Suche nach dem Erzesel. Gabriel ist sich nämlich nicht so sicher wie seine Mutter, dass sie etwas Besonderes ist mit ihrem struppigen Fell und den schiefen und ungleichen Ohren. Sieht so etwa ein Erzesel aus?Der Weg ist lang und kreuzt, wie schon vor der Geburt, immer wieder den Weg des Mannes aus Nazareth. Der Weg ist oft gefährlich, manchmal überraschend und ebenso ermüdend.Zu guter Letzt geht die Prophetie in Erfüllung.Es ist ein gelungenes Buch, witzig geschrieben, aus einer neuen, humorvoll gebrochenen Perspektive. Die liebevollen Radierungen verschönern und untermalen den Text.Ein gefundenes Lesefutter für alle, die Tiergeschichten, Legenden und einfach humoristische Litteratur mögen. Ein Buch, dass in keiner Bücherei fehlen sollte.
Der Traum vom Erzesel
Dass der Autor nicht nur Journalist beim SWR ist, sondern sein erstes Buch gleich selbst illustriert und das durchaus gekonnt, lässt auf ein Multitalent schließen. Fantasie ist bei Mark Kleber jedenfalls reichlich vorhanden. Wie käme man denn sonst auf den Titel Erzesel Gabriel? Die Idee zu dem Namen stammt allerdings von dem Ochsen aus dem Stall von Bethlehem. Denn man muss schon ein Ochse sein, um einen Erzengel mit einem Erzesel zu verwechseln. Jedenfalls setzt diese neue Namensgebung ungeahnte Verwicklungen in Gang, die wie Dominosteine wiederum neue Ereignisse anstoßen. Klar, der christlich gebildete Leser ahnt schon, dass dieser seltsame Erzesel Gabriel, der ständig auf der Suche nach seiner höheren Bestimmung ist und dessen Mutter im Stall von Bethlehem stand, irgendwann einmal mit dem erwachsenen Christkind zusammentreffen wird. Aber trotzdem wird die Geschichte nie langweilig, weil sich immer überraschende Wendungen für den Leser auftun. Plötzlich befindet man sich in einem bekannten Gleichnis auf der Straße zwischen Jericho und Jerusalem, und die biblischen Figuren begegnen einem aus einem anderen Blickwinkel. Dass der Eselstraum vom Erzesel schließlich doch wahr wird und der Anfang sich mit dem Ende verbindet, das macht den Reiz dieser Erzählung aus. Wie der Traum allerdings wahr wird, das möchte ich hier nicht verraten. Verraten aber will ich, dass das unterhaltsame Buch in gebundener Ausgabe mit vielen schönen Zeichnungen das ideale Geschenk ist.
Ob der Autor schon an einer anderen Geschichte bastelt? Vielleicht an einer über den Spatz, der bei der Bergpredigt dabei war und durch einen Zeitsprung Franz von Assisi begegnet? Das bleibt abzuwarten...
Albrecht Gralle
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